Koffler, C. E. (2025). Bewertung von Bauernhöfen : Der Einfluss von Landesgesetzen auf die Wertermittlung von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben und Liegenschaften [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.132120
Diese Masterthese setzt sich mit dem Einfluss von Landesgesetzen auf die Liegenschaftsbewertung von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben und Liegenschaften auseinander. Der Fokus liegt hier im Speziellen auf dem Bewertungsprozess im Zuge der Erbfolge, weswegen die dafür besonders relevanten Gesetze, wie das Anerbengesetz, das Zivilrechts-Änderungsgesetz 2019 sowie das Erbrechts-Änderungsgesetz 2015, auf ihre Auswirkung auf in diesem Bereich zu erstellende Gutachten untersucht werden. Das Anerbengesetz beruht auf dem bäuerlichen Gewohnheitsrecht und stellt ein Sondererbrecht im land- und forstwirtschaftlichen Bereich dar. Es ist seit 1958, mit der Ausnahme der Bundesländer Tirol und Kärnten, in welchen eigene Gesetzesregelungen gelten, in ganz Österreich anwendbar. Zumeist findet es bei Verlassenschaftsverfahren Verwendung, bei denen der Erblasser entweder kein Testament hinterlassen hat oder sich die Erben nicht einig werden können. Da es sich um dispositives Recht handelt, kann seine Anwendung jedoch auch ausgeschlossen werden. Hintergrund des Gesetzes ist das Bestreben den österreichischen Bauernstand zu sichern und die Übernahme des Bauernhofes bei gleichzeitiger Auszahlung weichender Erben zu ermöglichen. In diesem Zusammenhangunterscheidet das Anerbengesetz zwischen sogenannten Erbhöfen und „Nicht-Erbhöfen“, wobei für ersteres genaue Prüfkriterien zur Kategorisierung vorgegeben werden. Bei der Bewertung von Erbhöfen wird der Verkehrswert durch den sogenannten Übernahmspreis ersetzt. Aufgrund der Tatsache, dass viele land- und forstwirtschaftliche Betriebe eher ertragsschwach sind und die Hofübernahme eine enorme finanzielle Belastung für den Übernehmer darstellen kann, fällt der Übernahmspreis im Vergleich zum auf traditionelle Weise errechneten Verkehrswerthäufig sehr gering aus. Im Zuge der Arbeit wird also weiters der Unterschied der Bewertungsmethodik zwischen Erbhöfen und „Nicht-Erbhöfen“ herausgearbeitet. Dazu wird diverse Fachliteratur, wie Bücher, Beiträge in Fachjournalen, Rechtsnormen usw., herangezogen und zur Herausarbeitung der beiden Forschungsfragenuntersucht.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers