Kasteliz, A. (2025). Die Zukunft der Produktiven Stadt in Wien : Entwicklungspotenziale und Anforderungen an Immobilienentwickler am Beispiel eines potentiellen Wiener Standorts mit gewerblicher Mischnutzung [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.137020
Stadt der kurzen Wege; Funktionsmischung; Nutzungsmischung; Gewerbliches Mischquartier; Quartiersentwicklung; Standortentwicklung
de
Master Thesis
en
Abstract:
Die Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der „Produktiven Stadt“ in Wien und beleuchtet die Herausforderungen, Potenziale und Anforderungen für Immobilienentwickler bei der Umsetzung gewerblich durchmischter Stadtquartiere. Im Fokus steht die Vereinbarkeit von Wohnen und Arbeiten im urbanen Raum – eine Notwendigkeit, die sich aus dem zunehmenden Bevölkerungswachstum, dem steigenden Bedarf an Wohnraum sowie der Verdrängung von Produktionsflächen ergibt. Historisch gesehen waren Wohnen und Arbeiten in Wien lange Zeit eng verknüpft. Erst durch die Industrialisierung, die Entwicklung des Automobils und eine funktionale Trennung von Stadtfunktionen kam es zu einer Verlagerung von Industrie und Gewerbe an die Stadtränder. Diese Entwicklung setzte sich im 20. Jahrhundert durch die Globalisierung weiter fort. Die Corona-Pandemie hat jüngst erneut gezeigt, wie verletzlich globalisierte Lieferketten sind und wie wichtig lokale Produktionsstätten für die Versorgungssicherheit sein können. Das Fachkonzept „Produktive Stadt“, das 2017 von der Stadt Wien vorgestellt wurde, zielt darauf ab, die verbliebenen produktiven Nutzungen im Stadtgebiet zu erhalten und neue Mischformen von Wohnen und Arbeiten zu fördern. Es sieht insbesondere drei Zonierungen vor: industriell-gewerbliche Gebiete, gewerbliche Mischgebiete sowie integrierte Einzelstandorte. Besonders gewerbliche Mischgebiete (die „rosa Zonen“) bieten ein hohes Potenzial, da sie zentrale Lagen aufweisen und eine Kombination unterschiedlicher Nutzungen ermöglichen. Dabei gilt es jedoch Nutzungskonflikte, wie beispielsweise durch Lärm oder Emissionen, baulich und planerisch zu vermeiden. Die Arbeit analysiert anhand konkreter Beispiele wie der Tabakfabrik Linz oder der Lokstadt Winterthur (CH), wie erfolgreiche Umsetzung produktiver Quartiere gelingen kann. In einem eigenen Planungsbeispiel wird ein Standort in Wien ausgewählt und hinsichtlich seiner Eignung für eine gemischte Nutzung nach den Kriterien des Fachkonzepts untersucht. Dabei werden Aspekte wie städtebauliche Einbindung, Infrastruktur, Nutzungshistorie, baurechtliche Rahmenbedingungen und architektonische Potenziale analysiert. Zentral ist dabei die Erkenntnis, dass eine erfolgreiche Umsetzung produktiver Stadtstrukturen hohe Anforderungen an Immobilienentwickler stellt – sowohl in rechtlicher als auch planerischer Hinsicht. Gleichzeitig ist eine enge Kooperation mit der Stadtplanung notwendig, um geeignete Flächen zu sichern und flexible Nutzungsmodelle zu ermöglichen. In der Conclusio wird betont, dass das Fachkonzept an aktuelle Entwicklungen angepasst werden sollte. Dies insbesondere im Hinblick auf neue Betriebsformen, Digitalisierung, veränderte Arbeitswelten und veränderte Wohnbedürfnisse. Eine integrative, multifunktionale und nachhaltige Stadtentwicklung könne nur gelingen, wenn Nutzungsmischungen bewusst geplant, rechtlich ermöglicht und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden.
de
Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers