Leutzendorff, S. (2025). Taxonomiekonforme Bestandsentwicklung : Die EU-Taxonomie als Leitfaden für nachhaltige Wohnbauentwicklung im Bestand [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.136894
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Thematik der Implementierung nachhaltiger Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand unter Berücksichtigung der EU-Taxonomie-Verordnung. Die vorliegende Untersuchung nimmt als Ausgangspunkt die Tatsache, dass Gebäude innerhalb der Europäischen Union mehr als 40 % der energiebezogenen Treibhausgasemissionen verursachen und damit ein zentrales Handlungsfeld für die europäische Klimapolitik darstellen. Die vorliegende Arbeit untersucht die regulatorischen, normativen und technischen Rahmenbedingungen für eine taxonomiekonforme Renovierung von Bestandsimmobilien. Dabei wird der Einfluss des Europäischen Green Deal, der EU-Taxonomie (VO EU 2020/852), der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) sowie relevanter Normen wie EN 15978, EN 17680 und ÖNORM B 3151 analysiert. Im Fokus der Analyse steht die Fragestellung, auf welche Weise bestehende Wohngebäude – insbesondere im urbanen Raum Österreichs – an die Anforderungen einer nachhaltigen Wirtschaftsweise angepasst werden können. Im Rahmen der Analyse werden die technischen Bewertungskriterien, die Grundprinzipien der Kreislaufwirtschaft, Klimarisikobewertungen sowie Anforderungen an Energieeffizienz und soziale Mindeststandards behandelt. Die Arbeit demonstriert, dass erhöhten Investitionskosten, komplexen Nachweispflichten, unsicheren Förderkulissen und noch nicht vollständig ausgereifte Bewertungsinstrumenten, langfristig ökologische und ökonomische Vorteile wie auch geringere Betriebskosten, regulatorische Konformität und ein positiver Einfluss auf die Bewertung von Immobilien gegenüberstehen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der praktischen Anwendung der Taxonomie. Hier zeigt sich, dass die Regulierung derzeit primär auf Neubauten und Spitzenobjekte ausgelegt ist, wodurch eine Vielzahl von Bestandsimmobilien als nicht konform gelten. Gleichzeitig steigt der Druck auf Eigentümer und Investoren, den Gebäudebestand klimafit zu machen. Dieser Druck wird unter anderem durch die verschärfte EPBD-Richtlinie, die Green Deal-Ziele 2030/2050 sowie veränderte Anforderungen von Finanzmärkten und Investoren hervorgerufen. In einem abschließenden Ausblick thematisiert die Arbeit aktuelle politische Entwicklungen und zeigt auf, wie diese Maßnahmen Chancen, aber auch neue Unsicherheiten mit sich bringen. Die vorliegende Masterarbeit leistet einen praxisorientierten Beitrag zur Diskussion um eine operativ umsetzbare, rechtssichere und wirtschaftlich tragfähige nachhaltige Entwicklung des Gebäudebestands in Europa.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers