Schiestl, I. (2025). „Produktive Stadt“ - Handlungsperspektiven zur erfolgreichen Umsetzung des Fachkonzepts im gewerblichen Mischgebiet [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.136388
Als eines der zentralen Instrumente für die Wiener Stadtentwicklung zielt das Fachkonzept „Produktive Stadt“ darauf ab, produktive Nutzungen langfristig in den urbanen Raum zu integrieren und mit anderen Nutzungsformen, insbesondere dem Wohnen, in Einklang zu bringen. Die Masterarbeit beschäftigt sich mit den Chancen und Herausforderungen des Konzepts unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen, städtebaulichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Untersuchungen dieser Masterthese werden anhand einer umfassenden Literaturrecherche in Kombination mit empirischen Analysen durchgeführt. Es wurden Experteninterviews geführt, Studienverglichen und bestehende und geplante Projekte der „Produktiven Stadt“ genau beleuchtet. Dabei zeigt sich, dass das Konzept grundsätzlich weiterhin eine hohe Relevanz für die Zukunft des produzierenden Sektors Wien hat. In der Praxis ist die „Produktive Stadt“ jedoch mit erheblichen Hürden konfrontiert, die eine Umsetzung von Projekten kaum möglich machen. Zu den Herausforderungen zählen unter anderem die regulatorischen Unsicherheiten, die langwierigen und komplexen Abstimmungsprozesse und die Frage der wirtschaftlichen Tragfähigkeit von Projekten, die eine Mischung aus produktiver Nutzung und gefördertem Wohnbau erfordern. Zudem hat die Analyse verdeutlicht, dass sich die wirtschaftliche Struktur Wiens zunehmend von den klassischen industriellen Produktionsformen hin zu wissensbasierten und servoindustriellen Tätigkeiten verschiebt. Aufgrund dieser Tertiärisierung muss die Definition des produktiven Sektors modernisiert und ausgeweitet werden, um auf die veränderten wirtschaftlichen Gegebenheiten zu reagieren. Weiters ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand, Projektentwicklern und Wirtschaftsakteuren erforderlich, um die Planungssicherheit zu gewährleisten und innovative Nutzungskonzepte zu ermöglichen. Abschließend wurde ein Handlungskatalog mit strategischen Maßnahmen erstellt, damit die „Produktiven Stadt“ als nachhaltige Integration von Wohnen und Arbeiten in Zukunft nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis umgesetzt werden kann. Es bleibt abzuwarten, wie das Konzept im neuen Wiener Stadtplan 2035 umgesetzt wird – die Thematik bleibt jedenfalls weiterhin spannend.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers