Schatz, P. (2025). Nachhaltigkeit als Potentialträger europäischer Dienstleistungen für die Entwicklung von elektrifizierten Antrieben [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.135789
Business Models; Sustainability; Electrified Powertrains; Engineering; ESG
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Abstract:
Die Transformation in der Automobilindustrie hin zu elektrifizierten oder vollelektrischen Antrieben ist begleitet vom Bedarf zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitszielen und davon abgeleiteten regulatorischen Anforderungen, insbesondere in Europa. Gleichzeitig befinden sich OEM (Original Equipment Manufacturer) und ihre Zulieferer einem immensen Wettbewerb und Umschichtungen im Industriegefüge ausgesetzt, der auch zu Veränderungen von Leistungsbedarfen von Entwicklungsdienstleistern und anderen Geschäftsmodellen für sie führt. Die Arbeit untersucht die Rolle von Nachhaltigkeit in der Entwicklungsphase elektrischer Antriebseinheiten (EDU) im Automobilsektor. Ziel ist es herauszufinden, ob durch die gezielte Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in Entwicklungsdienstleistungen neue Geschäftspotenziale entstehen können. Die Literatur zur Einflussbetrachtung von Produkten im weiteren Sinne der Nachhaltigkeit hat die Phase der Produktentwicklung bislang primär dahingehend betrachtet, wie die Entwicklung auf den Gesamteinfluss des Produktes (im Sinne eines Life Cycle Assessments LCA) einwirken kann. Es wurde nicht hinterfragt, ob die Entwicklungsphase selbst einen nennenswerten oder größeren Einfluss auf die Nachhaltigkeitsziele haben kann, auch ist das Produkt der Elektrischen Antriebseinheit von Kraftfahrzeugen (EDU Electric Drive Unit) nicht im Fokus der Untersuchungen gestanden.Inhalt dieser Arbeit ist die strukturierte Betrachtung einer Kopplung von Nachhaltigkeitsaspekten mit den Entwicklungsdienstleistungen im Kontext von EDU, um daraus ableiten zu können, ob durch diese Kopplung erweiterte oder neue Geschäftspotentiale für Entwicklungsdienstleister entstehen können. Diese Arbeit verknüpft zu Beginn bestehende Literatur zum Kontext der EDU mit dem Kontext der globalen und europäischen Nachhaltigkeitsziele und Regulatorien. Daneben nutzt die Arbeit einige neue oder abgewandelte Dienstleistungsansätze, die in Verbindung mit den Argumenten und Säulen der Nachhaltigkeit an B2B-Kunden offeriert werden könnten. Diese Serviceansätze werden im Zuge einer qualitativen Befragung (Fragebogen und Interview) mit Experten/-innen hinsichtlich mehrerer Kriterien zu Nachhaltigkeits- und auch Wirtschaftlichkeitspotential bewertet, sowie mit Geschäftsmodelltypen nach Frankenberger et al. (2015) verknüpft. Die Bewertung der Ansätze erfolgt anhand von Kriterien wie Nachhaltigkeitseinfluss, wirtschaftliches Potenzial, ideelle Wirkung, Realisierbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz. Virtualisierung, höhere Integrationstiefe und Hocheffizienzkonzepte schneiden dabei besonders gut ab. Second-Life-Modelle zeigen hohe ideelle und soziale Wirkung, sind jedoch technisch und wirtschaftlich schwer umsetzbar. Im Zuge der Interviews wird auch die Fragestellung behandelt, wie hoch der Einfluss der Phase der Entwicklung von EDU auf Nachhaltigkeitsziele einzuschätzen ist. Ergebnis der Untersuchung ist, dass sie elementar für den gesamten Produktlebenszyklus und seine Nachhaltigkeitsauswirkungen ist, dass der spezifische Einfluss aber bei typischen Serienproduktionen eher gering ist. Es ergeben sich auf Basis der Studie aber diverse neue Möglichkeiten für Dienstleistungsangebote im Kontext, die in einzelnen Fällen auch mit ganz neuen Geschäftsmodellen in Verbindung gebracht werden können. Die Arbeit ist in ihrem Umfang auf OEMs und Tier-X-Zulieferer im mitteleuropäischen Raum beschränkt. Die Methodik ist qualitativ, eine breite quantitative Datenbasis fehlt. Die Auswahl der exemplarischen Dienstleistungsansätze erfolgte durch den Autor und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für zukünftige Forschung werden quantitative LCA-Analysen der Entwicklungsphase von EDU, eine vertiefte Betrachtung von Ticketverträgen sowie die detaillierte Bewertung der Integrationstiefeauswirkungen empfohlen.Zusammenfassend zeigt die Arbeit, dass die Entwicklungsphase elektrischer Antriebseinheiten ein strategischer Hebel für nachhaltige Innovationen ist, insbesondere im wirtschaftlichen Kontext.
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The current transformation in automotive industry towards electrified and fully electric powertrain is accompanied by the need to consider sustainability goals and resulting regulatory requirements, particularly in Europe. At the same time, OEMs (Original Equipment Manufacturers) and their suppliers are exposed to intense competition and structural shifts within the industry. This also leads to changes in service demands and value propositions for engineering service providers, further other business models have come into place. This research investigates the role of sustainability in the development phase of auomotiveelectrical drive units EDU, with the target to evaluate whether integration of sustainability aspects into service propositions of service providers could lead to new business potential. So far, existing literature on the impact of products in the broader context of sustainability has examined the development phase of products in terms of how it can influence the overall impact of the product (following Life Cycle Assessment LCA). These studies further not questioned whether the separated development phase can have a significant or greater impact on sustainability goals. On the other hand, the Electric Drive Unit EDU as main powertrain component of vehicles has not been in the focus of these investigations.The aim of this research is to systematically examine the integration of sustainability aspects into engineering services in the sector of automotive EDU, in order to determine whether this step can lead to expanded or even new business opportunities for engineering service providers. This research: (1) initially links existing literature on the context of EDU with the context of global and European sustainability goals and regulations, such as the act on corporate due diligence obligations in supply chain (2) utilizes several new or adapted service approaches that could be offered to B2B customers, as a combination with arguments and elements of sustainability. These service approaches are evaluated through a qualitative survey (by questionnaire and interviews) with experts, based on several criteria related to sustainability and economic potential. (3) uses interviews, that also address the question of how significant the impact of the EDU development phase on sustainability goals is seen.Results of the research show that the development phase of EDU is fundamental for the entire product life cycle and its sustainability impacts, although the specific influence is relatively low in typical high volume series production projects. However, the study identifies various new opportunities for service offerings in this context, some of which may even be associated with entirely new business models.
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