In diesem Beitrag werden die Abflusstrends in Österreich für 250 Pegel (Niederwasser und Mittelwasser) bzw. 331 Pegel (Hochwasser) im Zeitraum 1977–2020 analysiert. Während sich im Mittel über Österreich der Mittelwasserabfluss wenig verändert hat, sind regionale Verschiebungen des Wasserdargebots zu verzeichnen, mit signifikant abnehmenden Trends im Westen, Nordwesten (Innviertel, Mühlviertel) und Südosten (etwa 20 % in 43 Jahren), und leicht zunehmenden Trends im Alpenraum. Beim Hochwasser haben sich die steigenden Trends in den letzten Jahren verstärkt. Vor allem im südlichen Niederösterreich und in der Obersteiermark sowie in Gebieten entlang des Alpenhauptkamms ist eine deutliche Zunahme von bis zu über +20 % (+5 % pro Dekade) zu verzeichnen. Der Anstieg ist in kleineren Einzugsgebieten ausgeprägter als in größeren Gebieten. Im Osten Österreichs zeigt sich auch eine saisonale Verschiebung der Jahreshochwasser vom Winter und Frühjahr in den Sommer. Beim Niederwasser sind unterhalb von 900 m ü. A. fallende Trends in etwa 16 % der Einzugsgebiete zu beobachten, die mit Abflussrückgängen im Sommer von über −20 % in 43 Jahren (etwa −5 % pro Dekade) im Südosten sowie im Innviertel besonders stark ausgeprägt sind. In diesen Regionen zeichnet sich eine Verschärfung der Niederwassersituation ab, die bei der wasserwirtschaftlichen Planung berücksichtigt werden sollte.
de
This article analyses streamflow trends in Austria for 250 gauges (low flows and mean flows) and 331 gauges (floods) in the period 1977–2020. While the mean streamflow has changed little on average in Austria, regional shifts are observed, with significantly decreasing trends in the west, northwest (Innviertel, Mühlviertel) and southeast (about 20% in 43 years), and slightly increasing trends in the Alpine region. The increasing trends of floods have intensified in recent years. In particular, southern Lower Austria and Upper Styria, as well as areas along the main Alpine ridge, have experienced significant increases of up to more than +20% (+5% per decade). The increase is more pronounced in smaller catchments than in larger ones. In the East of Austria, there has also been a seasonal shift in annual floods from winter and spring to summer. With regard to low flows, decreasing trends are observed in about 16% of the catchments below 900 m a.s. l., which are particularly pronounced in the southeast and in the Innviertel region with summer runoff decreases of more than −20% in 43 years (about −5% per decade). In these regions, the low flow situation is becoming more acute, a fact that should be taken into account in water management planning.
en
Project title:
Langfristige Variabilität extremer Hochwasserereignisse: I3174-N29 (FWF - Österr. Wissenschaftsfonds) Langfristige Variabilität extremer Hochwasserereignisse 2: I 4776-N (FWF - Österr. Wissenschaftsfonds) Nature-based solutions to urban heat islands and their impacts on social equality: KR21KB0K0000 (Kommunalkredit Austria AG)
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Research Areas:
Environmental Monitoring and Climate Adaptation: 100%