Pressel, D. (2025). Das Ende der Bücherwürfel? : Konzepte für eine denkmalgerechte Weiternutzung der Magazinbibliotheken der Nachkriegsmoderne am Beispiel der alten Universitätsbibliothek in Marburg [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.130923
E251 - Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege
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Date (published):
2025
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Number of Pages:
203
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Keywords:
Bücherwürfel; Denkmalpflege
de
Library Cubes; Conservation
en
Abstract:
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Deutschland noch eine geringe Zahl von Magazinbibliotheken mit eigenem Magazinbaukörper. Viele dieser Bauten fallen nun nach 50-70 Jahren aus der Nutzung, sodass sich die Frage nach möglichen Weiternutzungen dieses gestalterisch und technisch interessanten Gebäudetyps stellt. Diese Arbeit beschreibt die Entwicklung, die Probleme und die architektonische Rezeption der nach dem zweiten Weltkrieg entstandenen Gebäude auf Grundlage der Literatur, der Berichterstattung und des Baubestands. Sie entwickelt Strategien für die Nachnutzung der Magazinbauten. Das Fallbeispiel der alten Universitätsbibliothek in Marburg (Bj. 1967) wird auf der Grundlage von Literatur, Archivmaterial und einer Begehung vor Ort analysiert. Es werden ein denkmalpflegerisches Konzept und konstruktive Lösungen für relevante Detailpunkte erstellt. Es wird gezeigt, dass fehlender Platz, ein als veraltet wahrgenommenes Bibliothekskonzept, sowie konstruktive und baurechtliche Mängel die Hauptgründe für die Aufgabe oder Veränderung dieser Bibliotheksbauten sind. Hinzu kommt eine überwiegend negative öffentliche Meinung, nur einzelne Stimmen aus Wissenschaft oder Kunst sehen die Architektur der Bauten als wertvoll an. Aufgrund der hohen Individualität der Magazinbauten kann keine allgemeine Empfehlung zur Art ihrer Nachnutzung gegeben werden. Es kann aber von den Eigenschaften der Bauten auf günstige Umgangsweisen mit Raumstruktur, thermischer Hülle und Belichtung geschlossen werden. Für das Fallbeispiel stellt sich eine Depotnutzung als günstig heraus. Die tragende Regalanlage wird teilweise demontiert und wiederverwendet, um einen öffentlichen Zugang in das Magazin zu schaffen. Eine neue innenseitige thermische Hülle und die Perforation der Magazinturmfassade lösen Belichtung und Wärmeschutz. Der Entwurfsansatz am Fallbeispiel wendet die zuvor beschriebenen Strategien an und zeigt ein Repertoire an Handlungsoptionen für weitere Bauten von Magazinbibliotheken auf.
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In post-war Germany, a small number of closed-stack libraries with a dedicated volume housing the stacks was built. Many of these buildings have now been used for 50 to 70 years and are increasingly under threat of being decommissioned, which poses the question of possible future uses for this architecturally and technologically significant building type.This thesis describes the development, the problems and the architectural reception of the post-war buildings based on literature survey, news reporting and the existing buildings. It develops strategies for future re-use of the stack buildings. The case study of the old Marburg University Library (built 1967) is analyzed through literature, archive material and an on-site survey. A preservation concept and technical solutions for significant architectural details are developed. It is shown that missing space, a library concept seen as outdated, as well as technical and building code shortcomings are the main reasons for changing or abandoning these library buildings. Additionally, public opinion is rarely positive. Only a few voices from arts or sciences view the buildings’ architecture as valuable. Because the individual stack buildings are very distinct, no definitive recommendation as to their future use can be given. However, a connection can be drawn between certain of their features and favorable approaches to spatial structure, thermal envelope and daylighting. Regarding the case study, reusing the building as a museum storage facility is found to be feasible. The load-bearing shelving is partially removed and reused in order to facilitate public entry into the stack building. A new thermal envelope on the inside of the old facade as well as perforating the existing facade panels solve insulation and daylighting, respectively. The design proposal for the case study applies the strategies that were previously described and offers a repertoire of intervention options for other post-war closed-stack library buildings.
en
Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers