Kriegner, D. (2026). Anforderungen der Fahrgäste an Nachtzugwagons [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.116287
Europa erlebt eine neue Wertschätzung für das Reisen über Nacht auf der Schiene. Steigende Ansprüche an Klimaschutz, der Wunsch nach zeiteffizienten Verbindungen und das Bedürfnis nach Ruhe und Sicherheit lenken Aufmerksamkeit auf Züge, in denen die Reisezeit zur Schlafenszeit wird. Entscheidend für die Akzeptanz des Verkehrsmittels sind nicht nur Fahrzeit und Preis, sondern vor allem das unmittelbare Erlebnis an Bord. Dazu zählen eine gut nutzbare Innenausstattung mit ausreichend Stauraum für Gepäck, bequemen Sitz- und Liegebereichen,stabiler Stromversorgung und Konnektivität sowie Serviceleistungen mit verlässlicher Betreuung und einem geeigneten Verpflegungsangebot.Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit in Kapitel 2 zuerst die Bedeutung einer bedürfnisgerechten Wagengestaltung anhand einer Literaturrecherche, ordnet die objektiven und subjektiven Determinanten der Verkehrsmittelwahl ein und leitet den theoretischen Rahmen ab. Darauf aufbauend bildet eine Onlinebefragung die Hauptgrundlage der empirischen Untersuchung für die Kapitel 3 und 4. Diese wurde sowohl über Flyer mit QRCodes in Nacht- und Tageszügen als auch digital auf einschlägigen Internetplattformen verbreitet. Insgesamt wurden in einem Zeitraum von August 2024 bis März 2025 1.883 Fragebögen vollständig ausgefüllt. Erfasst wurden in der Umfrage unter anderem soziodemografische Merkmale, soziale Strukturen, Motive der Verkehrsmittelwahl,Reisezwecke und Reisedauern sowie positive und negative Erfahrungen entlang der Reisephase. Ergänzend dazu fand am 03. April 2025 ein moderiertes Fokusgruppengespräch an der Technischen Universität Wien statt. Darin wurden die unterschiedlichen Aspekte der Nachtzugfahrt qualitativ diskutiert und die Erkenntnisse aus der Umfrage erweitert.Die Ergebnisse zeigen, dass die Gestaltung von Nachtzugwagons neben objektive auch subjektive Bedürfnisse der Fahrgäste berücksichtigen muss, da diese maßgeblich zur Wahrnehmung von Komfort und Zufriedenheit beitragen und dadurch die Entscheidung der Verkehrsmittelwahl beeinflussen. Aus den Befragungen geht hervor, dass der Großteil der Nutzerinnen und Nutzer 20- bis 50-jährige Personen sind und mehrheitlich angeben, im Freizeitkontext für eine kurze bis mittlere Dauer zu reisen (bis zu sieben Tage). Die meistgenannten Motive sind Umweltorientierung, Zeitgewinn und der Wunsch nach stressärmeren Reisen. Als häufigste negative Faktoren im Kontext der Schlafqualität und des allgemeinen Reiseerlebnisses im Nachtzug werden starke Bewegungen des Zuges, Geräusche von Mitreisenden und von außen, unbequeme Schlafplätze, fehlender Gepäckstauraum sowie ungünstige Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverhältnisse genannt. Positiv hervorgehoben werden dagegen die empfundene Sicherheit im Zug, sicher verstautes Gepäck, das Reiseerlebnis und das freundliche Zugpersonal. Für zukünftige Nachtzugwagons wird in Kapitel 4.8 eine umfassende Liste an Handlungsempfehlungen für die Elemente der Nachtzugausstattung dargestellt. Die darin enthaltenen Maßnahmen beschreiben die Anforderungen der Befragten an Funktions- und Komfortelemente, technische Elemente sowie Informations- und Serviceelemente.
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Europe is experiencing a renewed appreciation for overnight rail travel. Growing demands forclimate protection, the desire for efficient connections, and the need for peace and security are drawing attention to trains that allow passengers to sleep while they travel. Decisive factors in the acceptance of this mode of transport include not only travel time and price, but also the actual on-board experience. This includes practical interior design with ample luggage storage,comfortable seating and sleeping areas, a reliable power supply and connectivity, as well as services offering dependable support and a suitable range of catering options.Against this backdrop, Chapter 2 of this thesis first examines the importance of needs-based carriage design through a literature review. It then classifies the objective and subjective determinants of transport mode choice and derives the theoretical framework. Building on this,an online survey forms the basis of the empirical study in Chapters 3 and 4. It was distributed via flyers with QR-codes on night and day trains, as well as digitally on relevant internet platforms. A total of 1,883 questionnaires were completed between August 2024 and March 2025. The survey recorded respondents’ sociodemographic characteristics, social structure,motives for choosing a mode of transport, travel purpose and durations, as well as positive and negative experiences during the journey. Additionally, a moderated focus group discussion washeld at the Vienna University of Technology on 3rd April 2025. This qualitative discussion addressed various aspects of night train travel and expanded on the survey findings.The results indicate that the design of night train carriages should consider both the objectiveand subjective needs of passengers, as these significantly impact their perception of comfortand satisfaction, thus influencing their choice of transport. The surveys show that most users are between 20 and 50 years old and travel for short to medium durations (up to seven days) for leisure purposes. The most frequently cited motives are environmental awareness, time savings and less stressful travel. The most frequently cited negative factors in the context of sleep quality and overall travel experience on night trains are strong train movements, noise from fellow passengers and from outside, uncomfortable sleeping accommodations, lack of luggagestorage facilities, and unfavorable temperature and humidity conditions. On the other hand,perceived safety on the train, securely stowed luggage, travel experience, and friendly train staffare highlighted as positive factors. For future train carriages, Chapter 4.8 presents acomprehensive list of recommendations for action regarding night train equipment. The measures contained therein reflect the respondents’ requirements for functional and comfort elements, technical elements, as well as information and service elements.