Das Sterben hat sich leise aus dem Alltag zurückgezogen. Was über Jahrhunderte im familiären Umfeld stattfand, wurde im Zuge des medizinischen Fortschritts und des Ausbaus moderner Krankenhäuser zunehmend in institutionelle Räume verlagert. Heute verbringen die meisten Menschen ihre letzte Lebensphase nicht zu Hause, sondern in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen – obwohl der Wunsch nach einem Sterben im vertrauten Umfeld ungebrochen ist. Diese Verlagerung verändert nicht nur medizinische Abläufe, sondern auch unsere Vorstellung davon, was Sterben ist – und wo es stattfinden darf. Der Tod wird klinischer, entkörperlichter, tabuisierter. Diese Arbeit sucht nach einer räumlichen Antwort auf diese Entwicklung. Sie untersucht, wie ein Lebensraum für Sterbende aussehen kann, wenn man sie als Teil der Gesellschaft auch in dieser Phase sichtbar und anwesend hält. Entwickelt wird ein Hospiz als Stadtbaustein, der sich selbstverständlich in das urbane Gefüge integriert. Schwellen zwischen Innen und Außen, Öffentlichkeit und Privatheit, Intimität und Gemeinschaft prägen dabei die architektonische Haltung. Angesichts einer alternden Gesellschaft wird diese Frage immer drängender: Wie wollen wir sterben – und welchen Raum geben wir dem Sterben in unseren Städten?
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Death has quietly withdrawn from everyday life. What for centuries took place within the intimacy of the family has, through medical progress and the expansion of modern hospitals, shifted into institutional spaces. Today, most people spend their final phase of life not at home, but in hospitals or care facilities — despite the persistent wish to die in a familiar environment. This spatial displacement has not only changed how we die, but also how we imagine death itself: more clinical, less visible, increasingly taboo. This project seeks an architectural response to this condition. It explores how spaces for dying can remain part of society — how architecture can make presence possible where exclusion has become the norm. The hospice is conceived as an urban building block, seamlessly embedded in the fabric of the city. Thresholds between inside and outside, public and private, intimacy and collectivity shape its architectural language. As society ages, these questions grow more urgent: How do we want to die — and what spaces do we create for dying in our cities?
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Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers