Poncelet, J. (2025). Prozesse des Unfertigen : weiterbauen am Globusprovisorium in Zürich [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.134122
Im Zuge des Sanierungsbedarfs des Globusprovisoriums in Zürich entstand eine Debatte über die Zukunft von Ort und Gebäude innerhalb der Stadt. Das Provisorium ist eines der letzten verbleibenden Zeitzeugen der Zürcher Flussbauten, was den diskutierten Abriss äußerst kritisch zu hinterfragen lässt. Es liegt prominent im Herzen der Stadt, am hochfrequentierten Gelenk zwischen Bahnhof und Central, direkt an der Limmat. Diese Diplomarbeit untersucht das Unfertige als architektonisches Prinzip und versteht zukunftsfähige Architektur als offenen Prozess, der lebendig auf temporäre und saisonal wandelnde Bedürfnisse reagiert. Auf dieser Grundlage werden die bestehenden Stahlprofile des Bestandes katalogisiert, neu zusammengefügt und als Neuinterpretation des Provisoriums gelesen. Es wird nicht als vollendet gelesen, sondern als unfertiger Baustein in der Stadt. Ziel ist es, durch gezielte Eingriffe ein zukunftsfähiges Gebäude zu entwerfen, welches seinen vollendeten Zustand bewusst nicht erreicht hat und wandelbar bleibt. Der Entwurf entwickelt eine Reihe von Strategien des Weiterbauens, ohne sich als vollendeten Zustand zu verstehen. Unterschiedliche Ansätze greifen ineinander und eröffnen punktuelle Synergien. Es geht um das Verstehen der vorhandenen Struktur als wertvolle Ressource. Der Entwurf wird nicht als vollendet angesehen, sondern als weiterer Abschnitt im Leben des Provisoriums.
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The need to renovate the Globus Provisorium in Zurich sparked a debate about the future of the location and the building within the city. The Provisorium is one of the last remaining witnesses to Zurich‘s river construction projects, which makes the proposed demolition highly controversial. It is prominently located in the heart of the city at the busy junction between the railway station and Central, directly on the Limmat River.This thesis examines the unfinished as an architectural principle and understands sustainable architecture as an open process that responds dynamically to temporary and seasonally changing needs.On this basis, the existing steel profiles of the structure are catalogued, reassembled and interpreted as a reinterpretation of the temporary structure. It is not seen as complete, but as an unfinished building block in the city. The aim is to use targeted interventions to design a sustainable building that has deliberately not reached its finished state and remains changeable.The design develops a series of strategies for further construction without seeing itself as a finished state. Different approaches interlock and open up selective synergies. It is about understanding the existing structure as a valuable resource. The design is not seen as complete, but as another stage in the life of the Globusprovisorium.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers