Siebmacher, J. M. (2026). Spurensuche – Über die Schönheit der Zeit [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.131508
E251 - Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege
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Date (published):
2026
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Number of Pages:
182
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Keywords:
Gebrauchspatina
de
patina of use
en
Abstract:
Spuren sind überall. Sie entstehen durch Berührung, Nutzung und Zeit. Sie sind flüchtig, fragmentarisch und unvollständig. Sie können ästhetisch oder störend wirken, als Zeichen von Wert oder Verfall gelesen werden. Sie sind Hinweise und bilden in ihrer gegenwärtigen Existenz die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, wie Alters- und Nutzungsspuren den Raum mit Bedeutung und Ästhetik aufladen können, anstatt als Zeichen des Verfalls gelesen zu werden. Ziel ist es, ihr ästhetisches, kulturelles und atmosphärisches Potenzial sichtbar zu machen und zu zeigen, wie Spuren zu einem bewusst eingesetzten Gestaltungsmittel werden können. Die Arbeit untersucht dafür, welche Rolle sie für die Wahrnehmung, Erinnerung und Authentizität von Räumen spielen und wie sie das Verständnis von Vergänglichkeit prägen. Ausgehend von alltäglichen, materiellen Erscheinungen werden theoretische Positionen zu Wahrnehmung, Atmosphäre und Ästhetik einbezogen. Texte von Hannah Arendt, Juhani Pallasmaa, Gaston Bachelard, Walter Benjamin und Jacques Derrida bilden die Grundlage für das Verständnis der Spur als Bedeutungsträger. Die theoretischen Überlegungen werden durch drei Fallbeispiele aus Kunst, Kuration und Architektur ergänzt: Heidi Buchers Hauträume, das Sigmund Freud Museum nach dem kuratorischen Konzept von Monika Pessler und Peter Zumthors Therme Vals. Sie zeigen, wie Spuren in unterschiedlichen Kontexten als Ausdruck von Erinnerung, Abwesenheit und Prozesshaftigkeit wirken können. Als Ausblick wird zudem der Umgang mit Spuren in einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Baukultur reflektiert.In der Arbeit wird Architektur als ein Medium verstanden, in dem Dauer und Wandel gleichermaßen präsent sind. Spuren werden nicht als Mangel, sondern als sichtbares Gedächtnis des Gebauten erkannt.
de
Traces are everywhere. They emerge through touch, use, and time. They are fleeting, fragmentary, and incomplete. They can appear aesthetic or disturbing, be read as signs of value or decay. They serve as clues and, in their present existence, form a bridge between past and future. At the center of this thesis lies the question of how traces of age and use can infuse space with meaning and aesthetic quality, rather than being read solely as signs of deterioration. The aim is to reveal their aesthetic, cultural, and atmospheric potential and to show how traces can become a consciously employed design tool. The work examines the role they play in the perception, memory, and authenticity of spaces, and how they shape our understanding of transience. Drawing on everyday material phenomena, theoretical positions on perception, atmosphere, and aesthetics are incorporated. Texts by Hannah Arendt, Juhani Pallasmaa, Gaston Bachelard, Walter Benjamin, and Jacques Derrida form the theoretical foundation for understanding traces as carriers of meaning. These reflections are complemented by three case studies from art, curation, and architecture: Heidi Bucher’s skin rooms, the Sigmund Freud Museum following the curatorial concept by Monika Pessler, and Peter Zumthor’s Therme Vals. Together, they illustrate how traces can function in different contexts as expressions of memory, absence, and ongoing process. As a concluding perspective, the work also reflects on the role of traces within a sustainable and resource-conscious building culture.Architecture is understood here as a medium in which permanence and change coexist. Traces are not regarded as defects, but as the visible memory of the built environment.
en
Additional information:
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers