Bierich, F. (2026). Von der Masse in die Struktur. Narrative einer konstruierten Landschaft [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.131786
Inmitten der Hügel des Piemonts liegen landwirtschaftliche Nebengebäude aus Stein verstreut - stille Zeugen einer längst vergangenen bäuerlichen Baukultur. Sie wurden vom Wandel der Zeit überlagert und in ihrer ursprünglichen Nutzung zurückgedrängt. Während viele von ihnen leer stehen und langsam verfallen, bergen sie ein bedeutendes architektonisches und kulturelles Potenzial. Es gilt, sie als eine Art lebendiges Archiv zu betrachten.Diese Arbeit ist kein linearer Bericht, sondern ein Pfad, der durch Landschaften, steinerne Fragmente und Gedankenräume führt. Sie folgt keinem klassischen Aufbau, sondern gliedert sich in Momente, Haltungen und Handlungen der Reflexion. Jedes Kapitel markiert einen Schritt in einem Prozess, in dem Beobachtung, Gespräch und Gestaltung miteinander verwoben werden. Dabei wird die Frage gestellt, wie die (vernakulären) Strukturen nicht nur bewahrt, sondern durch kollektive und praktische Ansätze in eine zeitgenössische Erzählung überführt werden können.Es geht um Steine, die nicht nur Baumaterial, sondern auch Gedächtnisträger sind. Es geht um Häuser, die zu schweigen schienen und nun wieder sprechen dürfen. Es geht um Dörfer, die aus dem Raster fielen und genau darin neue Relevanz entfalten. Das Buch versteht sich als dokumentierte Spurensuche: architektonisch, atmosphärisch, politisch.Im Zentrum steht die Sammlung und Weitergabe von Wissen durch eine kollektive Praxis. Entlang des Fernwanderwegs GTL werden verlassene Wege und steinerne Kleinststrukturen, genannt Ciabòts, durch gezielte Interventionen und gemeinschaftliche Prozesse neu betrachtet, bearbeitet und aktiviert. Der Arbeitsprozess verbindet die eigenständige Erkundung des Ortes, die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren sowie das handwerkliche Experimentieren mit regionalen Materialien und Techniken. Der Entwurf spannt einen Bogen zwischen Masse und Struktur, Geschichte und Gegenwart sowie Erinnerung und Transformation. In diesem Kontext manifestieren sich Räume und Entwürfe, die das Vergangene bewahren und zugleich neue Nutzungen ermöglichen. Die Arbeit versteht sich als offene Sammlung von Erfahrungen, Wissen und Methoden, die im Rahmen eines Workshops gemeinsam reflektiert und weitergegeben werden. Auf diese Weise wird das Vergessene nicht nur konserviert, sondern auch als Ressource für die Zukunft verstanden: als stille, behutsame Praxis gegen das Vergessen und als Einladung, den Bestand neu zu entdecken. Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil dokumentiert die Erfahrungen mit Landschaft, Gemeinde und Material. Der zweite Teil zeigt einen gemeinsam mit einer lokalen Organisation vor Ort durchgeführten Workshop sowie die Entwicklung eines Entwurfs als Vorschlag für die Gemeinde. Die Arbeit ist eng mit dem Ort und seinen Akteur*innen verbunden. Viele Entscheidungen sind im gemeinsamen Tun entstanden. So wurde sie selbst zu einem sozialen und materiellen Prozess, der auch nach der Abgabe fortgeführt wird.
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Scattered across the hills of Piedmont are stone farm buildings - silent witnesses to a long-gone rural building culture. They have been overtaken by the changing times and pushed back from their original use. While many of them stand empty and slowly decay, they harbour significant architectural and cultural potential. They should be viewed as a kind of living archive.This work is not a linear report, but a path that leads through landscapes, stone fragments and spaces for thought. It does not follow a classical structure, but is divided into moments, attitudes and acts of reflection. Each chapter marks a step in a process in which observation, conversation and design are interwoven. The question is raised as to how (vernacular) structures can not only be preserved, but also transformed into a contemporary narrative through collective and practical approaches.It is about stones that are not only building materials but also carriers of memory. It is about houses that seemed to be silent and are now allowed to speak again. It is about villages that fell out of the grid and are now developing new relevance precisely because of this. The book sees itself as a documented search for traces: architectural, atmospheric, political.The focus is on the collection and transfer of knowledge through collective practice. Along the GTL long-distance hiking trail, abandoned paths and small stone structures called ciabòts are being re-examined, reworked and reactivated through targeted interventions and collaborative processes. The work process combines independent exploration of the site, collaboration with local actors, and experimental craftsmanship using regional materials and techniques. The design bridges the gap between mass and structure, history and the present, and memory and transformation. In this context, spaces and designs emerge that preserve the past while enabling new uses. The work is intended as an open collection of experiences, knowledge and methods that are jointly reflected upon and passed on in a workshop. In this way, what has been forgotten is not only preserved, but also understood as a resource for the future: as a quiet, gentle practice against forgetting and as an invitation to rediscover what exists. The work is divided into two parts: the first part documents experiences with landscape, community and material. The second part shows a workshop conducted on site in collaboration with a local organisation and the development of a draft proposal for the community. The work is closely connected to the place and its actors. Many decisions were made through joint action. In this way, it became a social and material process that will continue even after its completion.
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Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers