Sandner, V. A. (2025). GIS-basierte Verträglichkeitsanalyse des ruhenden Verkehrs im Straßenraum : Entwicklung eines Bewertungsansatzes und Anwendung am Fallbeispiel Wien [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.136121
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der straßenräumlichen Verträglichkeit des ruhenden Verkehrs und deren Operationalisierung sowie Quantifizierung in einem eigens entwickelten Bewertungsansatz. Während bestehende Verträglichkeitsanalysen überwiegend den fließenden Verkehr in den Mittelpunkt stellen, bleibt die Wirkung des ruhenden Verkehrs bisher weitgehend unberücksichtigt. Dabei beeinträchtigt er maßgeblich die Nutzungsmöglichkeiten, die Sicherheit und die Aufenthaltsqualität für Fußgänger:innen, Radfahrer:innen, Personen, die sich im Straßenraum aufhalten, um zu spielen, sich auszuruhen, zu kommunizieren oder anderen Tätigkeiten nachzugehen, sowie das Umfeld. Verträglichkeit versteht sich in diesem Zusammenhang als Maß für die Belastbarkeit eines Straßenraumes durch den ruhenden Verkehr, in Abhängigkeit von den Ansprüchen der Betroffenen.Ausgehend von einer umfassenden Literaturrecherche zu bestehenden Verträglichkeitsanalysen sowie zu Einflussfaktoren und Wirkungen des ruhenden Verkehrs wird ein Bewertungsansatz konzipiert, welcher sich methodisch am Kompensatorischen Ansatz von Mörner et al. (1984) orientiert. Grundlegend ist dabei die Bestimmung eines verträglichen Anteils an Parkflächen an der Gesamtfläche eines Straßenabschnittes sowie dessen Korrektur durch sogenannte Kompensationsglieder, die wesentliche Einflussfaktoren des ruhenden Verkehrs abbilden. Zu den Kompensationsgliedern zählen die Bereiche Verkehrssicherheit, Trennwirkung, Flächenverteilung, Fußgänger:innen und Radfahrer:innen, Klimatische Anpassungen und Beeinträchtigung des Stadtbilds. Diese werden über jeweils ein bis zwei Indikatoren und die zugehörigen Messgrößen operationalisiert. Am Fallbeispiel Wien erfolgt anschließend die Anwendung des Bewertungsansatzes als GIS-basierte Verträglichkeitsanalyse des Straßennetzes. Ziel ist vor allem die grundsätzliche Umsetzbarkeit des Bewertungsansatzes nachzuweisen. Die Ergebnisse werden in Form von Karten visualisiert und kurz interpretiert, wobei die Indikatoren sowie Gesamtauswertung grundsätzlich plausibel erscheinen. Eine Weiterentwicklung und Validierung, insbesondere hinsichtlich der einzelnen Messgrößen und Verträglichkeitsstufen, ist Gegenstand zukünftiger Forschung.
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This thesis examines the compatibility of stationary traffic in street spaces and develops an approach for its operationalization and quantification. Whereas existing compatibility assessments primarily focus on moving traffic, the effects of stationary traffic on the street space have so far received little attention. Yet parked vehicles significantly influence the usability, safety, and quality of stay for pedestrians, cyclists, and people who use the street space to play, rest, socialize, or engage in other activities, as well as the broader urban environment. In this context, compatibility is understood as the extent to which a street space can accommodate stationary traffic without compromising the needs of affected users and uses.Based on an extensive literature review of existing compatibility analyses and of the influencing factors and impacts of stationary traffic, an assessment approach is developed. Methodologically, it draws on the compensatory approach introduced by Mörner et al. (1984). The core element is determining a compatible share of parking areas relative to the total area of a street segment, which is then adjusted through a set of compensatory components capturing key factors influencing the effects of stationary traffic. These include traffic safety, barrier effects, distribution of space, use by pedestrians and cyclists, climatic adaptation, and visual blight. Each compensatory component is operationalized by one or two indicators and corresponding measures. Using Vienna as a case study, the approach is applied in a GIS-based compatibility assessment of the street network. The principal aim is to demonstrate the feasibility of the proposed method. The results are visualized through maps and briefly interpreted, with both the individual indicators and the overall assessment appearing fundamentally plausible. Further development and validation - particularly regarding the definition of measurement parameters and compatibility levels - are identified as tasks for future research.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers