Kladensky, K. (2026). Potenziale und Perspektiven der Nachnutzung von Silotürmen [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.124569
Die vorliegende Diplomarbeit mit dem Titel “Potenziale und Perspektiven der Nachnutzung von Silotürmen in Niederösterreich“ untersucht den Umgang mit bestehenden Silobauten in ländlichen Räumen und setzt sich mit ihrer künftigen Rolle auseinander. Im Zentrum der Betrachtung stehen dabei sowohl vollständig leerstehende Silos als auch Bauwerke, die bereits nach- und nebengenutzt werden, wie zum Beispiel durch PV-Anlagen oder gestalterische Interventionen. Die Silos prägen vielerorts das Landschaftsbild und werden oft als identitätsstiftende „Landmarks“ agrarischer Kulturlandschaften eingeordnet. Der strukturelle Wandel in der Landwirtschaft, veränderte Logistikwege und zunehmende Zentralisierung haben dazu geführt, dass einige Silos ihre ursprüngliche Funktion verloren haben. Damit rückt die Frage nach ihrer Weiterentwicklung und ihrem Potenzial für neue Nutzungen in den Fokus raumplanerischer Überlegungen. Ziel der Arbeit ist es, Einblicke in die Herausforderungen, Entscheidungsprozesse und Erfolgsfaktoren bei Nach- und Zusatznutzungsprojekten von Silotürmen zu geben. Es soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten diese Bauten für neue Funktionen bieten und weshalb dadurch ein starker lokaler Mehrwert geschaffen werden kann. Die gewonnen Erkenntnisse verdeutlichen, welche Nutzungsansätze sich als besonders tragfähig erweisen, wo zentrale Hürden bestehen und in welchen Bereichen Potenziale bislang ungenutzt bleiben. Dadurch leistet die Arbeit einen Beitrag zum Verständnis von Entwicklungsoptionen und Grenzen im Umgang mit diesen besonderen Bauwerken. Methodisch basiert die Arbeit auf einer umfassenden Literaturrecherche, ergänzt durch eine Fallstudienanalyse, bei der bereits realisierte, geplante und nicht umgesetzte Projekte systematisch untersucht wurden. Qualitative Hintergrund-gespräche mit Expert:innen, Projektbeteiligten sowie Vertreter:innen aus der Politik dienen dazu Entscheidungsprozesse, Rahmenbedingungen und Hemmnisse besser zu verstehen. Die Ergebnisse zeigen, dass die architektonische und räumliche Qualität der Silos in Verbindung mit ihrer landwirtschaftlichen Präsenz ein breites Spektrum an Nach- und Nebennutzungen, von kulturellen, künstlerischen bis hin zu energetischen Nutzungen, ermöglicht. Darüber hinaus verdeutlichen die untersuchten Beispiele, dass auch vollständige Umnutzungen im Sinne von Mischnutzungskonzepten realisierbar sind, etwa durch die Kombination von unterschiedlichen Verwendungen eines Gebäudes. Projekte mit künstlerischer oder gestalterischer Intervention zeigen, dass schon vergleichsweise kleine Eingriffe, etwa durch Fassadengestaltung, eine hohe Wirkung entfalten können. Sie tragen zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung bei, stärken die lokale Identität und regen Diskussionen über den Wert und die Zukunft solcher Bauwerke an. Solche Maßnahmen fungieren häufig als Impulsgeber:in für weiterführende Nachnutzungsinitiativen und machen sichtbar, dass nicht jede Transformation zwingend eine vollständige Umnutzung erfordert, um einen Mehrwert für eine Gemeinde zu schaffen. Zentral ist die Rolle der Gemeinden als Schlüsselakteur:innen im Prozess der Nachnutzung. Selbst wenn die Gemeinde den Silo nicht selber entwickelt, sind sie entscheidend bei der Initiierung, Moderation und Unterstützung solcher Projekte. Förderprogramme können dabei wichtige Impulse geben und wirtschaftliche Hürden abmildern, besonders in Fällen, bei denen die Rentabilität nicht das alleinige Entscheidungskriterium ist. Insgesamt wird deutlich, dass Silotürme weit mehr als reine Funktionsbauten der Agrarwirtschaft sind. Sie verkörpern ein Stück regionaler Geschichte und Identität, das durch kreative Nach- und Nebennutzungen neu interpretiert werden kann. Die Arbeit zeigt auf, welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Transformation förderlich sind, zugleich aber auch welche technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen sie mit sich bringt. Damit leistet sie einen Beitrag zum besseren Verständnis des planerischen als auch gesellschaftlichen Umgangs mit diesen Bauwerken und eröffnet Perspektiven für eine nachhaltige Weiterentwicklung des ländlichen Raums.
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This thesis investigates the potentials and perspectives of the silo landscape in Austria, with particular focus on Lower Austria. Given the regional distribution of projects and the historical density of silos, the analysis extends selectively to neighboring areas such as Burgenland and Vienna, where considering the broader context proves meaningful. Agricultural silos have long represented central infrastructures for grain storage and continue to fulfill this role in many locations. Nevertheless, structural changes in agriculture and shifting storage capacities have led to a growing number of unused or underutilized silos. These striking towers remain highly visible landmarks within peri-urban landscapes, raising the question of how they might be adapted for future purposes.To date, no comprehensive analysis has examined which reuse projects have already been implemented in Austria, which are in planning, or which have been conceived but ultimately not realized. This thesis addresses that gap through a case study-based approach, supported by literature review and backround interviews with stakeholders. By systematically comparing a diverse set of projects, it identifies recurring processes, challenges, and strategies that shape silo reuse.The findings demonstrate that a broad spectrum of potential uses exists. However,the realization of complete conversions often fails, mainly due to a shortage of investment or other funding sources. Projects involving artistic transformation have the highest success rate. These projects reveal a strong capacity to enhance local identity and act as catalysts for further community engagement and future reuse initiatives.Ultimately, this work shows that silos are not merely remnants of an agrarian past but rather special buildings that bring specific challenges while offering a wide range of opportunities for reuse and complementary functions. The results provide practical recommendations supporting both the preservation of rural cultural heritage and the development of resilient, multifunctional spaces.
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