Firat, S. (2026). House of Invisible Workers: A reimagined labour archive in Vienna [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.126002
Arbeit; Sichtbarkeit; Architektur; Arbeiter:innen; Wien
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Labour; Visibility; Architecture; Workers; Vienna
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Abstract:
Gebäude sind nie das Werk einer einzelnen Person, sondern werden in jeder Phase ihrer Existenz von unzähligen Menschen und vielfältigen Geschichten geprägt. Das Erscheinungsbild eines Gebäudes – sein Design, seine Materialien und Technologien – ist leicht wahrnehmbar. Die körperliche Arbeit, die zu seiner Entstehung beigetragen hat, bleibt jedoch oft unsichtbar. Bis heute zählt das Bauwesen zu den arbeitsintensivsten Bereichen überhaupt: Eine Vielzahl von Fachkräften – von Planer:innen bis zu Bauarbeiter:innen – ist erforderlich, um ein Gebäude zu errichten. Auch nach der Fertigstellung sind Gebäude Arbeitsorte, die Instandhaltung, Reinigung und Reparaturen erfordern. Doch wer führt diese Arbeiten aus? Welche Arbeiter:innen würden niemals öffentlich die Autor:innenschaft an einem Gebäude beanspruchen, obwohl sie maßgeblich dazu beitragen, Ideen Wirklichkeit werden zu lassen? Viele dieser Geschichten bleiben ungehört und unsichtbar, verborgen hinter den Fassaden von Gebäuden und in traditionellen Archivierungspraktiken. Die physische Arbeit, die Gebäude erst ermöglicht und erhält, wird im architektonischen Diskurs oft übersehen. Zwar lassen sich Spuren dieser Arbeit in der fertigen Struktur erkennen, doch die Arbeiter:innen selbst verschwinden häufig aus den historischen Erzählungen, sobald die Bauarbeiten oder andere Tätigkeiten abgeschlossen sind. Vor diesem Hintergrund versteht diese Arbeit Architektur als kollektiven und prozessualen Akt und richtet den Fokus auf die Produktionsgeschichten von Gebäuden und ihre Beteiligten. Dabei werden gängige Formen der architektonischen Dokumentation und Autorschaft hinterfragt und nach alternativen Wegen gesucht, um Arbeit im Bauprozess sichtbar zu machen. Der Karl-Marx-Hof in Wien dient dabei als Fallstudie, um die Spuren seines Baus zu untersuchen und die Arbeiter:innen sowie ihre Geschichten in der historischen Erzählung hervorzuheben. Diese Arbeit zielt darauf ab, unsere Rolle als Architekturschaffende zu schärfen, indem Arbeitsrealitäten in der gebauten Umwelt sichtbar gemacht und Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Arbeiter:innen und ihre Leistungen in Architekturarchiven integriert werden können.
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Buildings are never the work of a single individual; they are shaped by countless people and diverse stories at every stage of their existence. The appearance of a building — including its design, materials, and technologies — is easily perceived. However, the physical labour that shaped and enabled its creation often disappears from view. To this day, construction remains one of the most labour-intensive activities, requiring a wide range of professionals, from designers to builders, to bring a building to life. Once construction is complete, buildings remain workplaces that require maintenance, cleaning and repairs. But who is actually carrying out these tasks? Which workers would never publicly claim authorship of a building, even though they play a decisive role in bringing ideas to life? Many of these stories remain unheard and invisible, hidden behind the facades of buildings and traditional archiving methods. The physical labour that makes buildings possible and maintains them is often overlooked within architectural discourse. Although traces of this labour can be seen in the finished structure, the workers themselves often disappear from historical narratives once the construction work is complete. Based on this background, this thesis examines architecture as a collective and processual act, focusing on the production stories of buildings and the people who worked on them. The aim is to challenge the common forms of architectural record-keeping and storytelling, which are primarily based on individual authorship, and to explore alternative ways of documenting the labour and authorship. Adopting the idea that a building is an ongoing process shaped by many hands rather than a static object, the Karl-Marx-Hof in Vienna has been selected as a case study to explore and interpret the archival traces of its construction. This thesis seeks to define our roles as architectural practitioners by highlighting the labour struggles surrounding our built environment and imagining ways to include workers and their efforts in our architectural archives.
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