Schwencke, C. (2026). Die Implikationen der Oberfläche – Taktilität und Raumwahrnehmung [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.125800
Architektur entfaltet ihre Wirkung dort, wo Material, Oberfläche und Atmosphäre zu einem sinnlich erfahrbaren Zusammenhang werden. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, wie sich räumliche Stimmung aus der Beziehung zwischen Nah- und Fernsinnen, aus Polaritäten der Oberfläche und aus der Lesbarkeit von Absicht und Bearbeitung bildet. Ausgehend von einer theoretischen Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, materiellen Spuren und dem Begriff architektonischer Glaubwürdigkeit entwickelt die Arbeit einen Entwurfsansatz, der Atmosphäre nicht abbildet, sondern räumlich hervorbringt.Der Entwurf von Bistro, Küche und Bar setzt diesen Ansatz in drei unterschiedlichen, aber inhaltlich verwandten Räumen um. Jeder Raum formuliert eine eigene Gewichtung von Sinnlichkeit, Funktion und Verdichtung: das Bistro als Ort konzentrierter Wahrnehmung und Wohnlichkeit, die Küche als hellster und am stärksten ablauf- und arbeitsorientierter Raum, die Bar als kleinster und intensivster Schauplatz, in dem räumliche Dichte und Polaritäten am deutlichsten zugespitzt werden. Die drei Räume sind inhaltlich verwandt, unterscheiden sich aber in ihren atmosphärischen Anforderungen und bilden gemeinsam eine Abfolge unterschiedlicher Zustände. Zusammenfassend zeigt die Arbeit, wie Atmosphäre aus der Kohärenz von Material, Nutzung und Zeit entsteht. Oberflächen erscheinen dabei nicht als nachträgliche Hülle, sondern als Träger von Absicht, Arbeit und Gebrauch, in denen sich die Beziehung zwischen Mensch und Raum in ihrer ganzen Tiefe einschreibt.
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Architecture unfolds its effect where material, surface, and atmosphere become a sensually perceptible context. This thesis addresses the question of how spatial mood is formed from the relationship between near and distant senses, from polarities of surface, and from the legibility of intention and treatment. Based on a theoretical examination of perception, material traces, and the concept of architectural credibility, the thesis develops a design approach that does not depict atmosphere, but rather produces it spatially. The design of the bistro, kitchen, and bar implements this approach in three different but thematically related spaces. Each space formulates its own emphasis on sensuality, function, and density: the bistro as a place of concentrated perception and comfort, the kitchen as the brightest and most process- and work-oriented space, and the bar as the smallest and most intense setting, where spatial density and polarities are most clearly accentuated. The three spaces are related in terms of content, but differ in their atmospheric requirements and together form a sequence of different states. In summary, the work shows how atmosphere arises from the coherence of material, use, and time. Surfaces do not appear as an afterthought, but as carriers of intention, work, and use, in which the relationship between people and space is inscribed in all its depth.
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