Ogris-Kaltenhauser, S. (2026). How to Ensure Financial Systemic Stability: An Empirical Analysis of Ukrainian Liability Volumes During Wartime [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.135627
Diese Arbeit untersucht die Stabilität des Finanzsystems während militärischer Konflikte anhand einer empirischen Analyse von Daten des ukrainischen Bankensektors für den Zeitraum von Januar 2019 bis August 2025. Die Arbeit behandelt drei Forschungsfragen: (1) Welche geeigneten Mittel gibt es zur Sicherung der Finanzstabilität in Zeiten militärischer Konflikte? (2) Welche Bankentypen sind anfälliger für systemische Instabilität? (3) Welche Einlagenarten reagieren am stärksten auf verschiedene Kriegsphasen? Im Rahmen des hypothetisch-deduktiven Ansatzes wurden auf Basis einer systematischen Literaturrecherche zu Bankenregulierungen, Vertrauen in den Finanzmarket und krisenbedingtem Einlegerverhalten sowie Eigenheiten des ukrainischen Bankenmarktes fünf Hypothesen entwickelt. Diese betreffen Stabilitätsunterschiede zwischen Kundentypen, Produkttypen, Auswirkungen von Einlagensicherungssystemen, Bankeigentümerstrukturen sowie negative öffentliche Verbindungen zum Krieg. Die empirische Analyse verwendet- je nach Hypothese und verfügbaren Daten - Bayes’sche Modellierung, frequentistische statistische Tests und Regressionsanalysen, teilweise auf mehreren Aggregationsebenen und immer in den definierten Kriegsphasen. Zentrale Ergebnisse zeigen, dass Privatpersonen über den gesamten Nachkriegszeitraum niedrigere Abflusswahrscheinlichkeiten als juristische Personen aufweisen, gleichzeitig sind allerdings Unterschiede bei Wachstumsraten unbedeutend. Entgegen des unmittelbaren Verhaltens nach Kriegsausbruch weisen gebundene Einlagen in späteren Kriegsphasen niedrigere Abflusswahrscheinlichkeiten auf. Die erweiterte Einlagensicherung in der Ukraine hatte keinen Einfluss auf Wachstumsraten oder Abflusswahrscheinlichkeiten. Entgegen der Erwartungen aus der Literaturrecherche erwiesen sich privat geführte inländische Banken als am anfälligsten in Krisenzeiten, während staatseigene Banken am stabilsten blieben. Banken mit starker negativer öffentlicher Verbindung zum Krieg verzeichneten signifikant niedrigere Wachstumsraten als nicht verbundene Wettbewerber, während schwach verbundene Banken keine solchen Effekte zeigten. Basierend auf den datengestützten Erkenntnissen und den Ergebnissen der Literaturrecherche liefert die Arbeit konkrete Empfehlungen für Regulatoren und Finanzinstitutionen zum Liquiditätsmanagement für Krisensituationen. Besondere Bedeutung kommt hierbei ausgewogenen Verbindlichkeitsstrukturen, der Reputationsrisikobewertung und der öffentlichen Wahrnehmung des Finanzsektors in dem jeweiligen Land zu.
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This thesis examines financial systemic stability during military conflict through anempirical analysis of Ukrainian banking sector data from the National Bank of Ukraine covering the period from January 2019 to August 2025. The research addresses three main questions: (1) What are appropriate means to ensure financial systemic stability in times of military conflict? (2) Which types of banks are more vulnerable to systemic instability? (3) Which types of deposits react strongest to different war phases?Following a hypothetico-deductive approach, five hypotheses are developed based on a systematic literature review examining banking regulations, trust in financial institutions, and crisis-related depositor behaviour as well as specifics of the Ukrainian market. The hypotheses concern stability differences between customer types (individual and legal entities), deposit types (term and demand deposits), effects of deposit guarantee scheme extensions, bank ownership types, and negative public connections to war. The empirical analysis employs - depending on the hypothesis and the available data - Bayesian modeling, frequentist statistical tests, and regression analysis.Key findings reveal that individuals show lower outflow probabilities than legal entities over the full post-war period, though growth rate differences are insignificant. Term deposits demonstrate lower outflow probabilities in later war phases, contradicting immediate post-outbreak behaviour. The extended deposit guarantee scheme (Law No. 2180-IX) had no effect on outflow probabilities or growth rates. Contrary to literature expectations, privately-owned domestic banks proved most vulnerable, while state-owned banks remained most stable. Banks with strong negative public connections to the war experienced significantly lower growth rates than their non-connected peers, though weakly-connected banks showed no such effects.Based on the data-driven insights and the findings from the literature review, the thesis provides concrete recommendations for regulators and financial institutions to prepare liquidity management for crisis situations, emphasizing the importance of balanced liability structures, reputational risk assessment and awareness of the public sentiment in the respective country towards the financial sector
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