Hummel, M. (2026). Brücken schlagen : partizipative Strategien und räumliche Impulse zur inklusiven Transformation des Nordwestbahnhof-Areals [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.128688
urban planning; public space; participatory planning; appropriation; participation; integration; self-design; social design
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Abstract:
Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels, des hohen Zuwanderungs- und Entwicklungsdrucks auf die Großstädte, sowie des sozialdemographischen Wandels, stehen unsere heutigen Städte vor großen Planungsherausforderungen. Mit dem Umdenken von einer Top-Down orientierten Planung hin zu mehr Mitbestimmung durch die Bevölkerung, wird versucht, der zunehmenden sozialen Ungerechtigkeit im städtischen Raum entgegenzuwirken. Es wird verstärkt zur gängigen Praxis, Menschen in Form von Bürger:innenbeteiligungen an der Stadtgestaltung teilhaben zu lassen. Allerdings führt mangelnde Inklusivität und Zugänglichkeit klassischer Beteiligungspraktiken oft zum Ausschluss von Personengruppen, die besonders von sozialen Ungerechtigkeiten betroffen sind. Dementsprechend wird in dieser Arbeit ein besonderer Fokus auf die Mitsprache schwer erreichbarer Gruppen mit niedrigen Partizipationschancen gelegt, da ihre Mitsprache wichtiger denn je für die soziale Gerechtigkeit in der Stadt ist. Auf Grundlage einer Analyse heutiger Partizipationspraxis vor dem Hintergrund der sozial-gerechten Stadtentwicklung, wird eine partizipative Strategie für den Transformationsprozess am Nordwestbahnhof in Wien entwickelt. Dafür wird der Status quo der aktuell laufenden Stadtentwicklung und des Beteiligungsprozesses analysiert und um bisher nicht gehörte Stimmen marginalisierter Gruppen erweitert. Mit dem grundsätzlichen Anliegen, sensibel mit dem Bestand umzugehen, werden die gewonnenen Erkenntnisse räumlich in einen experimentellen Planungsansatz übersetzt, der untersucht, wie Stadträume über den Entwicklungszeitraum flexibel anpassbar bleiben können. So wird, die sich aktuell im Umsetzung befindende Masterplanung, durch den Vorschlag einer Entwicklungsstrategie ergänzt, die eine schrittweise Aktivierung des Areals unter Mitsprache der Bevölkerung ermöglicht. Da die Bebauung des letzten großen innerstädtischen Stadtentwicklungsgebietes in Wien maßgeblich bestimmt, wie zukünftig im Bezirk (zusammen)gelebt wird, orientiert sich die entworfene Strategie an einer verstärkten Einbeziehung der bestehenden Nachbarschaft in den Entwicklungsprozess. Dabei funktionieren Pioniernutzungen als Brücken zwischen Altem und Neuem, um kurz- mittel- und langfristig einen Mehrwert, nicht nur für die neuen Bewohner:innen des Stadtteils, sondern auch für die bestehende Nachbarschaft zu generieren. Die niederschwellige, gemeinschaftliche Nutzung der vorhandenen Raumressourcen ist impulsgebend für eine identitätsstiftende und sozial-gerechte Weiterentwicklung der Nachbarschaft. Die entstandene räumliche Übersetzung eines experimentellen Gestaltungsansatzes wird als konkrete Alternative für die Entwicklung des Nordwestbahnhofs vorgeschlagen - das strategische Vorgehen kann aber auch auf andere Stadträume übertragen werden.
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In light of the challenges posed by climate change, high immigration, development pressure on major cities, and socio-demographic shifts, today's cities face significant planning challenges. By shifting from top-down planning toward increased public participation, planners seek to counteract growing social inequality in urban spaces. While involving citizens in urban design has become common practice, a lack of inclusivity and accessibility in traditional participation methods often leads to the exclusion of groups most affected by social injustice. Accordingly, this thesis places a special focus on the involvement of "hard-to-reach" groups with limited opportunities for participation, as their voice is more crucial than ever for social justice within the city. Based on an analysis of current participation practices within the context of socially-just urban development, a participatory strategy for the transformation process of the Nordwestbahnhof in Vienna is developed. To this end, the status quo of the ongoing urban development and its participation process is analyzed and expanded to include previously unheard voices from marginalized groups. With a fundamental commitment to treating the existing environment with sensitivity, the resulting insights are spatially translated into an experimental planning approach. This approach investigates how urban spaces can remain flexibly adaptable throughout the development period. Consequently, the urban development plan currently being implemented is supplemented by a proposed development strategy that enables a step-by-step activation of the site through public participation. Since the development of Vienna's last major inner-city urban development site significantly determines how people will live (together) in the district, the designed strategy focuses on greater involvement of the existing neighborhood. In this process, pioneer uses bridge the gap between old and new, creating sustainable value for both the incoming population and the established neighborhood. The easy-accessed, communal use of available spatial resources serves as an impulse for an identity-forming and socially just evolution of the neighborhood. The resulting spatial translation of this experimental design approach is proposed as a concrete alternative for the development of the Nordwestbahnhof. However, the strategic framework can also be applied to other urban spaces.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers