Kropik, G. (2026). Nachhaltigkeitspraktiken im Industrie- und Dienstleistungssektor: Eine vergleichende Fallstudienanalyse [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.127191
sustainability; industry; service; case study research
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Abstract:
Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sind zentral für den Übergang von einem linearen "Take–Make–Waste"-Modell zu einer Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig fehlt es an sektorübergreifendem Lernen zu konkreten Werterhaltungsmaßnahmen. Diese Arbeit untersucht, inwieweit sich die 10R-Werterhaltungsmaßnahmen vom Industriesektor auf den Dienstleistungssektor übertragen lassen, welche Best-Practice-Strategien sich herausbilden und welche Faktoren die Umsetzung begünstigen oder hemmen.Dazu werden Fallstudien mit acht Organisationen aus Branchen des Industrie- und Dienstleistungssektors im deutschsprachigen Raum durchgeführt. Die empirische Basis bilden Sekundärdaten aus Nachhaltigkeits- und Geschäftsberichten sowie Interviews mit Vertreter:innen aus drei der untersuchten Unternehmen. Sämtliche Fälle werden entlang der 10R-Werterhaltungshierarchie kodiert und in strukturierten Within-Case-Analysen sowie einer anschließenden Cross-Case-Analyse ausgewertet.Die Ergebnisse zeigen, dass sich der 10R-Rahmen grundsätzlich sektorübergreifend anwenden lässt, jedoch unterschiedlich operationalisiert wird. Industrieunternehmen setzen R-Maßnahmen vor allem über technische und prozessuale Innovationen um, während Dienstleistungsunternehmen stärker über Sortiment, Nutzungsmodelle und Geschäftsmodellentwicklung wirken. Sektorübergreifend bilden Reduce (R1) und Recycle (R7) das Rückgrat der aktuellen Praxis. Wiederverwendungs-, Reparatur- und Refurbish-Strategien (R2–R4) sind in dienstleistungsintensiven Modellen häufiger verankert und werden in der Industrie meist indirekt über Partner adressiert.Als zentrale Enabler erweisen sich Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette, regulatorischer Druck, Messsysteme und Governance-Strukturen. Dem stehen Investitionsrisiken, Geschäftsmodellunsicherheit, Messlücken insbesondere bei niedrigen R-Stufen sowie ein politischer Schwerpunkt auf R1 und R7 gegenüber, die eine breitere Umsetzung bremsen.Der 10R-Ansatz eignet sich als gemeinsame Sprache von Industrie und Dienstleistungen, muss jedoch im Kontext von Governance und Messbarkeit betrachtet werden, um seine Wirkung voll entfalten zu können.
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Industrial and service companies are central to the transition from a linear "take–make–waste" model to a Circular Economy. However, cross-sectoral learning on concrete value-retention practices remains limited. This thesis examines to what extent the 10R value-retention strategies can be transferred from the industrial to the service sector, which best practices emerge, and which factors facilitate or hinder implementation.Case studies of eight organisations from industrial and service sectors in the German-speaking region were conducted. The empirical basis consists of secondary data from sustainability and annual reports as well as expert interviews with representatives from three of the examined companies. All cases were coded along the 10R value-retention hierarchy and analysed through structured within-case analyses followed by a cross-case comparison.The results show that the 10R framework can be applied across sectors but is operationalised differently. Industrial companies primarily implement R-strategies through technical and process innovations, while service companies focus on assortment, usage models, and business model design. Across all cases, Reduce (R1) and Recycle (R7) form the backbone of current practice. Reuse-, repair-, and refurbish-oriented strategies (R2–R4) are more common in service-intensive models and are often addressed indirectly by industrial firms through partners.Key enablers include cooperation along the value chain, regulatory pressure, measurement systems, and governance structures. In contrast, investment risks, business model uncertainty, measurement gaps particularly at lower R-levels and a policy focus on R1 and R7 constrain broader implementation.The 10R framework serves as a common language for industry and services but needs to be viewed in the context of governance and measurability to support its effective application.
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