Engl, B. (2026). Vernakuläre Architektur im oberbayrischen Voralpenraum im Wandel seit 1945 : Heiz- und Herdsysteme, Heizinfrastruktur und thermischer Komfort [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.122986
Vernacular architecture; building history; circular economy; craftsmanship; sustainability; building ecology
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Abstract:
Die gegenständliche Masterarbeit beschäftigt sich mit regionstypischer Architektur in den Alpen und dem Voralpenraum Oberbayerns mit Blick einerseits auf bau- und regionstypologische Charakteristika und andererseits auf ihre Veränderungen, mit Bezugnahme auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Einflussfaktoren. Vor allem ein Wandel in den Heiz- und Herdsystemen, der Heizinfrastruktur und dem thermischen Komfort vor dem erwähnten Hintergrund steht dabei im Fokus. Dies gilt, beispielsweise in Bezug auf bestimmte umweltbezogene und naturräumliche Einflüsse wie das Klima oder die Verfügbarkeit von natürlichen Materialressourcen, mit der Frage nach deren Einfluss auf die Genese und Veränderung der betreffenden Architekturen – letztere mit einem zeitlichen Schwerpunkt seit der Nachkriegszeit bis heute. Der bauliche Fokus liegt dabei auf für Wohnzwecke genutzten Gebäudeteilen ländlich-bäuerlicher Bauten, die ergänzend einem vernakulär-bürgerlich geprägten Referenzobjekt gegenübergestellt werden, um Parallelen und Kontraste in der Entwicklung und Veränderung wirtschaftlich und sozial unterschiedlich geprägter Architekturen herauszuarbeiten. Anhand von sieben Fallstudien und mittels vier für diese Aufgabenstellung standardisierter Interview-Fragenkataloge sollen aktuelle bautechnische und soziale Tendenzen der Veränderung erkannt werden – beispielsweise bezogen auf die Veränderung im thermischen Komfort der Bewohner:innen, auf den Wandel im Umgang mit Architektur und der Bedeutung von regionsspezifischen Handwerkstechniken. Neben Bewohner:innen wurden ebenfalls mittels standardisierte Fragen-Katalogen die Personengruppen der regional vertretenen Handwerker:innen, Architekt:innen und Planern:innen sowie Personen aus öffentlichen Ämtern befragt und die Erkenntnisse aus diesen Interviews in die Auswertung der Daten mitaufgenommen. Um einen breiten Überblick über die Rahmenbedingungen zu erhalten wurden darüber hinaus verschiedene Gespräche mit Expert: innen geführt. Aufgrund zuvor gewonnener Erkenntnisse werden bauliche Veränderungsmaßnahmen analysiert und bestimmte Tendenzen der Veränderung sichtbar gemacht. Ziel der Arbeit ist es, aus diesen Beobachtungen Kriterien für die Bewertung vernakulärer, bäuerlicher Wohngebäude als potenziell zirkuläre und klimaresiliente Architekturen abzuleiten und Ansatzpunkte für zukunftsfähige Sanierungsstrategien im bayerischen Voralpenraum aufzuzeigen. Die Masterarbeit wird inhaltlich durch das ERC-Forschungsprojekt CLIMATE-Arch (Climate and Contemporary Transformations of Vernacular Architecture - Interaction, Effects and Perspectives) unterstützt.
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This master’s thesis examines regionally characteristic architecture in the Alps and the Alpine foreland of Upper Bavaria, focusing both on building and regional-typological characteristics and on how these have changed under ecological, social, and economic influences. Attention is given to the transformation of heating and cooking systems, heating infrastructure, and everyday thermal comfort. In this context, the study considers environmental and physical-geographic factors such as climate and the availability of natural building resources, asking how these shape the genesis and ongoing Transformation of the architectures in question, with a temporal focus from the post-war periodto the present. The architectural focus is on residential parts of rural farm buildings, which are set against a vernacular middle-class house in order to identify parallels and tensions in the development of architectures shaped by different social and economicconditions. Drawing on seven case studies and four standardized interview guides, the thesis identifies current technical and social trajectories of change, for example shifts in residents’ thermal comfort, changing patterns of architectural consumption, and therole of region-specific craft techniques. In addition to residents, regionally active craftspeople, architects and planners, and public officials were interviewed using standardized questionnaires, and the findings were incorporated into the data analysis. To broaden the view of the wider conditions, further expert conversations were conducted. Building on these insights, the thesis analyses measures of building alteration and makes key trends of change visible.The aim of the thesis is to derive criteria for assessing vernacular rural dwellings as potentially circular and climate-resilient architectures, and to outline points of departure for future-oriented renovation strategies in the Bavarian Alpine foreland. The thesis is supported in content by the ERC research project CLIMATE-Arch (Climate and Contemporary Transformations of Vernacular Architecture - Interaction, Effects and Perspectives).
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers