Ziel dieser Arbeit war die Entwicklung und Validierung eines parametrisierten, generischen Simulationsmodells einer Lagervorzone unter Verwendung der diskreten Ereignissimulation. Auf Basis dieses Modells wurden unterschiedliche Systemkonfigurationen hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit untersucht. Der Fokus lag dabei insbesondere auf dem Einfluss der Serveranzahl, der Pufferdimensionierung, unterschiedlicher Lastszenarien sowie verschiedener Steuerungslogiken auf zentrale Kennzahlen wie Durchsatz, Auslastung, Wartezeiten und Pufferbeladung.Im ersten Schritt wurde ein Standardmodell ohne zusätzliche Transportmittel analysiert. Die Ergebnisse zeigten, dass mit zunehmender Serveranzahl der Durchsatz steigt, jedoch nicht linear. Insbesondere bei hoher Last kam es zu deutlichen Sättigungseffekten. Die Puffer spielten hierbei eine zentrale Rolle als Entkopplungselement zwischen Ankunfts- und Bedienprozessen. Bei unzureichender Pufferdimensionierung traten frühzeitig Engpässe auf, die zu steigenden Wartezeiten und reduzierter Systemleistung führten.\\Das Standardmodell mit Vehicle verdeutlichte zusätzlich den Einfluss fahrzeugbasierter Transporte. Hier zeigte sich, dass bei bestimmten Konfigurationen nicht ausschließlich die Server, sondern auch die Transportkapazitäten einen begrenzenden Faktor darstellen können. Besonders unter Hochlastbedingungen konnte beobachtet werden, dass sich Transportengpässe direkt auf die Serverauslastung und den Gesamtdurchsatz auswirkten.Ein zentraler Bestandteil der Arbeit war die Untersuchung des sequenzierten Modells. Im Vergleich zum Standardmodell zeigte sich hier eine deutlich höhere Durchsatzleistung pro Server. Die sequenzielle Abarbeitung führte zu einer effizienteren Nutzung der Bedienressourcen und reduzierte Leerlaufzeiten. Gleichzeitig wurde jedoch deutlich, dass die Leistungssteigerung stark von der Pufferkapazität abhängt. In mehreren Szenarien konnte nachgewiesen werden, dass die Puffer der primäre Engpass waren, da diese bereits bei mittleren Lasten ihre maximale Auslastung erreichten.Die Analyse der Lastszenarien (Low, Middle, High) lieferte zusätzliche Erkenntnisse über das Systemverhalten unter variierenden Belastungen. Während im Low-Last-Szenario eine S-Kurven-artige Entwicklung des Durchsatzes zu beobachten war, zeigte sich im High-Last-Szenario häufig eine frühzeitige Sättigung. Besonders auffällig war, dass sich im sequenzierten Modell mit Vehicle ab bestimmten Konfigurationen kaum Unterschiede zwischen Middle- und High-Last erkennen ließen. Dies deutet darauf hin, dass das System bereits im Middle-Szenario seine Leistungsgrenze erreicht.Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Leistungsfähigkeit einer Lagervorzone nicht ausschließlich von der Anzahl der Server abhängt. Vielmehr ist das Zusammenspiel aus Serverkapazität, Pufferdimensionierung, Transportlogik und Lastszenario entscheidend. Die Simulationsergebnisse zeigen deutlich, dass Engpässe je nach Konfiguration entweder im Puffer, in der Bearbeitungsgeschwindigkeit der Server oder in der Transportlogik liegen können.Die diskrete Ereignissimulation erwies sich dabei als geeignetes Werkzeug, um komplexe Wechselwirkungen realitätsnah abzubilden und unterschiedliche Konfigurationsvarianten systematisch zu vergleichen.
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The objective of this thesis was the development and validation of a parameterized, generic simulation model of a warehouse pre-zone using discrete event simulation. Based on this model, different system configurations were analyzed with regard to their performance. The focus was placed in particular on the influence of the number of servers, buffer sizing, different load scenarios, and various control strategies on key performance indicators such as throughput, utilization, waiting times, and buffer occupancy.In a first step, a standard model without additional transport resources was analyzed. The results showed that throughput increases with a growing number of servers, but not linearly. Especially under high load conditions, significant saturation effects occurred. Buffers played a central role as decoupling elements between arrival and service processes. Insufficient buffer capacity led to early bottlenecks, resulting in increasing waiting times and reduced system performance.The standard model including vehicles further illustrated the impact of transport processes. It became evident that, depending on the configuration, not only the servers but also the transport capacity can represent a limiting factor. Particularly under high load conditions, transport bottlenecks directly affected server utilization and overall system throughput.A central part of the thesis was the analysis of the sequenced model. Compared to the standard model, a significantly higher throughput per server was observed. The sequential processing led to a more efficient utilization of service resources and reduced idle times. However, it also became clear that this performance improvement strongly depends on buffer capacity. In several scenarios, buffers were identified as the primary bottleneck, as they reached their maximum capacity already at moderate load levels.The analysis of different load scenarios (low, medium, high) provided further insights into system behavior under varying conditions. While a characteristic S-shaped throughput curve was observed under low load, early saturation effects occurred under high load conditions. Notably, in the sequenced model with vehicles, only minor differences between medium and high load scenarios were observed in certain configurations. This indicates that the system already reaches its performance limit under medium load conditions.In conclusion, the performance of a warehouse pre-zone is not determined solely by the number of servers. Instead, it is the interaction between server capacity, buffer sizing, transport logic, and load conditions that defines overall system performance. The simulation results clearly demonstrate that bottlenecks can arise in buffers, service processes, or transport mechanisms, depending on the configuration.Discrete event simulation proved to be a suitable tool for realistically representing complex system interactions and for systematically comparing different configuration variants.
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