Walter, C. (2026). Inclusion of the 15-Minute City Concept: An analysis of different demographic scenarios using the example of Vienna [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.140747
Seit der COVID-19-Pandemie hat sich das Konzept der 15-Minuten Stadt (15MC) als menschenzentrierter Ansatz für die Stadtplanung etabliert. Das Konzept zielt darauf ab, einen gerechten Zugang zu wichtigen täglichen Dienstleistungen und Einrichtungen innerhalb von 15 Minuten aktiver Mobilität zu gewährleisten.Bestehende Studien gehen jedoch überwiegend von einheitlichen Mobilitätsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsgruppen aus und berücksichtigen dabei systematische Ungleichheiten nicht. Diese Studie untersuchte die räumliche Inklusion des 15MC-Konzepts anhand einer szenariobasierten Analyse für fünf Bevölkerungsgruppen in Wien.Der methodische Rahmen umfasste vier Zugänglichkeitsszenarien, in denen unterschiedliche Inklusionsparameter getestet wurden: Szenario 1 (Reisezeiten) untersuchte verschiedene Geh- und Fahrradgeschwindigkeiten; Szenario 2 (POI-Gewichte) wandte demografiespezifische Präferenzen für Points-of-Interest (POI) durch gewichtete Reisezeiten an; Szenario 3 (Energieaufwand) bewertete die körperliche Anstrengung, die erforderlich ist, um Einrichtungen zu erreichen; und Szenario 4 (Willingness-to-Walk) wurde durch eine motivationale Entfernungsschwelle definiert. Zusätzlich wurden die Unterschiede zwischen den Gruppen durch eine Equity-Gap-Analyse quantifiziert.Die Ergebnisse zeigen, dass Bewohner mit eingeschränkter Mobilität (MR) die am stärksten benachteiligte Gruppe sind und eine deutlich geringere Erfüllung der 15MC erreichen als andere Bevölkerungsgruppen. Das Szenario „Energieaufwand” verstärkt diese Ungleichheiten noch weiter und zeigt, dass MR-Bevölkerungsgruppen einen höheren körperlichen Aufwand betreiben müssen.Eine räumliche Analyse in ganz Wien identifiziert drei unterschiedliche Inklusionszonen: zentrale Bezirke und angrenzende Regionen mit inklusiver Barrierefreiheit für alle Gruppen, Übergangsbereiche, in denen die Barrierefreiheit zwischen den Bevölkerungsgruppen variiert, und Randgebiete, in denen das 15MC-Konzept für alle Bevölkerungsgruppen versagt. In diesen schlecht versorgten Gebieten verschlechtert sich die Barrierefreiheit für MR-Bewohner am stärksten, was darauf hindeutet, dass räumliche Benachteiligungen bestehende demografische Ungleichheiten verstärken.Das 15MC-Konzept in Wien erreicht nur in einem dicht bebauten Kontext, in dem wichtige Einrichtungen eine ausreichende Dichte und Verteilung aufweisen, Inklusivität für alle getesteten Gruppen. Die zeitliche Schwelle (Reisezeit) des Konzepts schließt mobilitätseingeschränkte Bevölkerungsgruppen in Gebieten mit geringerer Dichte systematisch aus. Dieser szenariobasierte Rahmen ermöglichte eine mehrdimensionale Identifizierung von Interventionsprioritäten und zeigte, dass Übergangszonen die am besten geeigneten Gebiete für gezielte zukünftige Verbesserungen darstellen.Diese Forschung hat gezeigt, dass die Inklusivität von 15MC nicht allein auf zeitlichen Schwellenwerten beruhen kann. Um eine gerechte Zugänglichkeit zu erreichen, ist eine mehrdimensionale Bewertung erforderlich, die demografische Unterschiede in Bezug auf Mobilitätsfähigkeiten und Dienstleistungsbedürfnisse berücksichtigt.
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Since the COVID-19 pandemic, the 15-minute city (15MC) concept has emerged as a human-centered approach to urban design. The concept aims to provide equitable accessibility to essential daily services and amenities within 15 minutes of active mobility.However, existing studies predominantly assume uniform mobility capabilities across all demographic groups, failing to account for systematic inequalities. This research investigated the spatial inclusion of the 15MC concept through scenario-based analysis across five demographic groups in Vienna.The methodological framework developed four accessibility scenarios testing distinct inclusion parameters: Scenario 1 (Travel Times) examining different walking and cycling speeds; Scenario 2 (POI-Weights) applying demographic-specific point-of-interest (POI) preferences through weighted travel times; Scenario 3 (Energy Expenditure) assessing the physical effort required to reach amenities; and Scenario 4 (Willingness-to-Walk) defined by a motivational distance threshold. Additionally, Equity Gap analysis quantified inter-group disparities.Results show that Mobility-Restricted (MR) residents are the most disadvantaged group, achieving significantly lower 15MC compliance than other demographic groups. The Energy Expenditure scenario further increases these disparities, showing higher physical effort required for MR populations. Spatial analysis across Vienna identifies three distinct inclusion zones: central districts and surrounding areas with inclusive accessibility for all groups, transitional areas where accessibility varies between demographic groups, and peripheral areas where the 15MC concept fails for all populations. In these poorly served areas, accessibility declines most severely for MR residents, indicating that spatial disadvantages amplify existing demographic inequalities.The 15MC concept in Vienna achieves inclusivity for all tested groups only in a densely built context where essential amenities demonstrate sufficient density and distribution. The concept's temporal threshold (travel time) systematically excludes Mobility-Restricted populations in lower-density areas. This scenario-based framework enabled multi-dimensional identification of intervention priorities, revealing that transitional zones represent the most feasible areas for targeted future improvements.This research demonstrated that 15MC inclusivity cannot rely solely on temporal thresholds. Achieving equitable accessibility requires multi-dimensional assessment that accounts for demographic differences in mobility capabilities and service needs.
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