Gerhalter, M. (2026). Multi-level Governance bei grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastrukturprojekten : Herausforderungen und Chancen am Beispiel des Brenner Basistunnels [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.132283
transport infrastructure; governance; cross-border planning
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Abstract:
Verkehrsinfrastruktur formt Räume und rahmt Handlungsoptionen auf viele Arten. Es verbindet Orte, beeinflusst die Räume, die sie durchquert und hat einen bedeutenden Einfluss darauf, wie viel Schadstoffbelastung durch Verkehr entsteht. Das Verkehrssystem berührt daher viele Interessen und liegt im Zuständigkeitsbereich verschiedenster Akteur:innen. Dies wird noch einmal verstärkt, wenn die Verkehrsinfrastruktur staatliche Grenzen überquert. Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Zusammenarbeit rund um eines der größten Bauprojekte in Europa: Dem Brenner Basistunnel (BBT), der Tirol in Österreich mit Südtirol in Italien verbindet. Der Tunnel und seine nördlichen und südlichen Zuläufe werden dafür aus einem multi-level Governance Ansatz heraus untersucht, um herauszufinden, welche Akteur:innen beteiligt sind und wie sie zusammenarbeiten. Der Schwerpunkt liegt darauf, welche Zukunftsvorstellungen die Akteur:innen haben, welche Ziele durch den Tunnel erreicht werden sollen und inwieweit diese Ziele die Zusammenarbeit beeinflussen. Um diese Themen zu untersuchen, wird zuerst aufgezeigt, in welche Strukturen der BBT eingebettet ist, und anschließend wird die Governance basierend auf neun Interviews und drei Planungsdokumenten analysiert. Der BBT ist in vieler Hinsicht ein Pilotprojekt für den europäischen grenzüberschreitenden Schienenverkehr. Er benötigt nicht nur physische Bauarbeiten, sondern eine Homogenisierung der nationalen Regulierung von Schienenverkehr. Diese Aushandlungsprozesse finden auf verschiedenen Ebenen statt. Besonders wichtig sind grenzüberschreitende Institutionen, in denen sich die Stakeholder:innen treffen und gemeinsame Lösungen finden können. Die Ziele, die durch den Tunnel erreicht werden sollen, sind überwiegend ähnlich oder zumindest kompatibel: Die Fertigstellung der Bauarbeiten und die Harmonisierung der Vorschriften sollen eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schienen ermöglichen, um die lokale Lärm- und Schadstoffbelastung zu senken sowie um die Klimabilanz des europäischen Verkehrs zu verbessern. Verschiedene Akteur:innen legen dabei unterschiedliche Prioritäten, die grundsätzlich geteilten Erwartungen an das Projekt helfen jedoch deutlich dabei, dass das Projekt über diverse Ebenen und grenzüberschreitend koordiniert werden kann.
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Transportation infrastructure shapes spaces and frames how people can act in many ways. It connects towns, influences the regions it passes through and has a significant impact on the amount of pollution caused by traffic. The transport system affects many interests and falls within the responsibility of a wide range of actors. This is further exacerbated when transport infrastructure crosses national borders. This diploma thesis examines the cooperation around one of the largest construction projects in Europe: The Brenner Base Tunnel (BBT), which connects Tyrol in Austria with South Tyrol in Italy.The tunnel and its northern and southern access routes are examined from a multi-level governance perspective to identify the actors involved and how they cooperate. The focus is on the actors ́ vision for the future, the goals to be achieved through the tunnel, and the extent to which these goals influence cooperation. To investigate these topics, the structures in which the BBT is embedded are first outlined, and then the governance is analysed based on nine interviews and three planning documents. In many respects, the BBT is a pilot project for European cross-border rail transport. It requires not only physical construction work, but also the harmonisation of national trail transport regulation. These negotiation processes take place at various levels, with cross-border institutions in which stakeholders can meet and find common solutions being particularly important. The objectives to be achieved by the tunnel are for the most parts similar or at least compatible: The completion of construction work and the harmonisation of regulations should enable a shift of traffic from road to rail in order to reduce local noise and pollution levels as well as to reduce the carbon footprint of European transport. Different actors have different priorities, but the fundamentally shared expectations of the project clearly help to coordinate it across various levels and across borders.
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Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers