Heßmann, M. (2026). Ein Handwerkshof in der Zeillergasse. Schaffung von Produktiven Orten als Retrofit-Strategie im Wiener Gemeindebau [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.133010
E260 - Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen
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Date (published):
2026
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Number of Pages:
243
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Keywords:
Wien; Gemeindebau; Nachkriegsmoderne; Retrofit
de
Vienna; Municipal Housing; post-war modernism; Retrofit
en
Abstract:
Die Gemeindebauten der Stadt Wien stellen als größter Anbieter des sozialen Wohnbaus ein prägendes Beispiel im europäischen sozialen Wohnungsbau dar. Mit über 220 000 Wohnungen ist der Wiener Gemeindebau nicht mehr von der Stadt Wien selbst zu trennen. Besonders die Gemeindebauten aus den baustarken Jahren der Nachkriegszeit bis in die 1970er-Jahre sind häufig im Stadtbild vorhanden und im Gebrauch. Durch ähnliche Gestaltungen in Freiraum, Fassade, und Grundrissen, geschuldet aus der damals vorherrschenden Wohnungsnot und der Erfindung von Fertigbauteilen, bieten sich besonders in Bauten aus dieser Zeitspanne projektübergreifende Lösungsansätze an. Da diese Bauten mit der Zeit sanierungsbedürftig geworden sind, können verschiedene Retrofit-Strategien eine ganzheitliche und zukunftsfitte Transformation bieten.Am Beispiel des Gemeindebaus in der Zeillergasse 39-43 untersucht diese Arbeit inwiefern Retrofit-Strategien, mit einem besonderen Augenmerk auf der Schaffung Produktiven Orten, diese Transformation möglich machen könnte. Dabei liegt der Fokus auf den drei übergeordneten Zielen: Wohnqualität steigern, Grünraum verbessern und Gemeinschaft stärken.Zunächst wird in einem theoretischen Teil der Begriff Retrofit und was dieser umfasst und in einem zweiten Teil die Entwurfsgrundlagen für die Transformation von Gemeindebauten erläutert. Besonders das Konzept der sogenannten „Alte-Leute-Stiege“ soll erläutert, analysiert und weitergedacht werden.Durch den Entwurf „Handwerkshof“ wird deutlich, dass eine gleichzeitige Anwendung von Maßnahmen wie die Schaffen von Produktiven Orten, die Aktivierung der Erdgeschosszonen und Freiräume, eine sensible Nachverdichtung für die Schaffung von mehr Wohnraum, das Schaffen von inklusiven Freiräumen und das Schaffen von Gemeinschaft und Identität im Gemeindebau zu einem zeitgemäßen und zukunftsfitten Umbau führen kann. Durch die Nachverdichtung wird nicht nur neuer Wohnraum, sondern auch Raum für Produktive Orte und Gemeinschaftsräume geschaffen, die die Identität im Gemeindebau stärken sollen. Es wurde versucht mit einer möglichst egalitären Gestaltung die Wohnqualität im Bestand und Neubau zu stärken. Aufgrund von geringen Grünflächen im Grätzel wurde versucht der Hof als gemeinsam nutzbarer Grünraum für Bewohner und Nachbarn aus dem Grätzel zu gestalten werden. Mit der Planung eines Laubengang-Systems wird ein barrierefreier Zugang zu den Wohnungen in den Obergeschossen gewährleistet und eröffnet den ganzen Gemeindebau für die Bewohner der ehemaligen Alte-Leute-Stiege.Die Arbeit soll mit diesen Strategien die Potenziale der Wiener Gemeindebauten der Nachkriegsmoderne aufzeigen und welche Vorteile diese Bauten gegenüber einem Abriss und Neubau haben. Ein erhalt der Bausubstanzen ist umweltfreundlicher und kann durch eine sensible Umgestaltung und verschiedene Retrofit-Konzepte für weitere Gemeindebauten oder Bauten aus der Nachkriegsmoderne eine Grundlage bieten.
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Vienna‘s municipal housing complexes, as the largest provider of social housing, represent a defining example of social housing across Europe. With over 220,000 apartments, Vienna‘s municipal housing is inextricably linked to the city itself. The municipal housing complexes built during the post-war construction boom up to the 1970s are particularly prominent in the cityscape and remain in use. Similar designs in open spaces, facades, and floor plans, resulting from the prevailing housing shortage at the time and the invention of prefabricated building components, offer particularly promising solutions for cross-project projects in buildings from this period. As these buildings have become in need of renovation over time, various Retrofit strategies can offer a holistic and future-proof transformation.Using the municipal housing complex at Zeillergasse 39-43 as a case study, this thesis tries to investigates to what extent Retrofit strategies, with a particular focus on creating productive spaces, could facilitate this transformation. The focus is on three overarching goals: improving the quality of living, enhancing green spaces, and strengthening community.First, a theoretical section explains the concept of Retrofit and its scope, followed by a second section outlining the design principles for transforming municipal housing. The concept of the so-called „Alte-Leute-Stiege“ will be specifically explained, analysed, and further developed.The „Handwerkshof“ demonstrates that simultaneously implementing measures such as creating productive spaces, activating ground-floor zones and open spaces, sensitive addition to the existing buildings to create more living space, establishing inclusive open spaces, and fostering community and identity within municipal housing can lead to a contemporary and future-proof renovation. Adding housing creates new living space and provides room for productive spaces and communal areas, which are intended to strengthen the identity of the municipal housing complex. The design is as egalitarian as possible to strengthen the quality of living in both existing and new buildings. Due to the limited green space in the neighbourhood, the courtyard was transformed into a shared green space for residents and neighbours. The planned arcade system ensures barrier-free access to the apartments on the upper floors and opens up the entire municipal housing complex to the residents of the former „Alte-Leute-Stiege“.This thesis aims to demonstrate the potential of Vienna‘s post-war modernist municipal housing complexes and highlight the advantages they offer compared to demolition and new construction. Preserving the existing building fabric is more environmentally friendly and, through sensitive redesign and various Retrofit strategies, can provide a foundation for the transformation of other municipal housing complexes or post-war modernist buildings.
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