Radermacher, H. (2026). Gender Housing im Bestand – Gendersensible Sanierung der Nachkriegs-Zeilenbauten (1945–1979) in Wien [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.129300
Wachsende Herausforderungen wie Klimakrise und Urbanisierung rücken die Frage nach ausreichendem und leistbarem Wohnraum in Wien und anderen europäischen Städten in den Fokus. Dabei gewinnt der bestehende Wohnbau zunehmend an Bedeutung. Rund 30% des Wiener Wohnungsbestands stammen aus der Nachkriegszeit (1945–1979) und stellen eine zentrale Ressource des Wiener Wohn- und Gemeindebaus dar. Auch Sanierungsbedarf, Generationenwechsel und demografische Alterung rücken insbesondere die Wohnsiedlungen der 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahre in den Fokus. Diese Phase verstand Wohnen als rational planbare, funktionale Aufgabe, geprägt von effizienter Wohnraumschaffung, wirtschaftlichen, meist in Zeilenbauweise errichteten Strukturen sowie standardisierten Grundrissen.Die Transformation dieses Bestands muss neben technischen und ökologischen Aspekten auch die Bedürfnisse einer sich wandelnden Gesellschaft berücksichtigen. Wohnen als alltäglichste Form des Umgangs mit der gebauten Umwelt prägt die Lebensrealitäten der Menschen maßgeblich und berührt grundlegende Fragen von Raum, Gesellschaft und Macht. Vor diesem Hintergrund kommt gendersensibler Planung bei der Weiterentwicklung bestehender Wohnbauten eine zentrale Bedeutung zu, um räumlich eingeschriebene, patriarchal geprägte Strukturen sichtbar zu machen und abzubauen.Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit sich heutige Anforderungen an gendersensible Planung auch im Bestand umsetzen lassen. Hierfür werden jeweils zwei repräsentative Zeilenbauten aus den Jahrzehnten der Nachkriegszeit ausgewählt und anhand von Bestandsplänen sowie auf Grundlage der baulich orientierten gendersensiblen Planungskriterien der Stadt Wien analysiert. Darauf aufbauend wird geprüft, inwiefern sich nicht-invasive Eingriffsmöglichkeiten und Anpassungspotenziale im Hinblick auf Gendersensibilität umsetzen lassen.
de
Growing challenges such as the climate crisis and urbanization are bringing the question of sufficient and affordable housing in Vienna and other European cities into focus. For this reason, the existing housing stock is becoming more and more important. Around 30% of Vienna’s housing stock was built in the post-war period (1945–1979) and today represents a main resource for the city’s housing sector and its municipal housing system. The need for renovation, generational change, and demographic ageing are drawing attention to housing estates from the 1950s, 1960s, and 1970s. Housing from this period was conceived as a rational and efficient task, characterized by economical structures that were mostly built in linear housing blocks and standardized floor plans.The transformation of this housing stock has to not only consider technical and ecological aspects, but also the needs of a constantly changing society. Housing is the most everyday form of engagement with our built environment, significantly shapes people’s lived realities and thereby touches fundamental questions of space, society, and power. Therefore, gender-sensitive planning plays an important role to address and resolve spatial inequalities rooted in patriarchal structures.This thesis examines how current gender-sensitive planning requirements can be applied to existing buildings. For this purpose, two representative linear housing blocks from each post-war decade were selected and analysed using existing plans and the architectural oriented gender-sensitive planning criteria of the City of Vienna. Based on this analysis, this research explores how non-invasive interventions and adaptation strategies can enhance gender sensitivity.
en
Additional information:
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers