Pankarter, R. (2026). Wildnis. Räumliche Qualitäten der Wildnis und ihr Potenzial für resiliente Lebensformen. [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.138710
Ausgehend von der zentralen Forschungsfrage nach spezifischen räumlichen Qualitäten der Wildnis und deren Potenziale für resiliente Lebensformen, wird mit dieser Diplomarbeit ein architektonisches Denken und Handeln thematisiert, das nicht an der konventionellen Entwurfs- und Baupraxis orientiert ist. Denn inmitten dystopischer Zukunftsaussichten und einer Bauindustrie, die seit langem größtenteils negativ dazu beiträgt, ist es für Architektinnen und Architekten unabdingbar, neue Wege in der Planung unserer Lebensräume zu bestreiten. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit wächst, doch geht es bei den meisten Bauprojekten weiterhin vor allem um Gewinnmaximierung auf Kosten anderer Lebensqualitäten. Die Wildnis ist aus evolutionärer Sicht unsere Heimat. Wir haben „Heimweh“. Doch gleichzeitig schrumpfen die Räume der Wildnis auf unserem Planeten rapide durch menschliche Eingriffe. Die Natur sind wir. Wir Menschen sind Teil des Kreislaufs. Die Abspaltung unseres Lebens und Lebensraums von der Natur ganz allgemein und von der Wildnis im Besonderen, führt vermehrt zu psychischen und physischen Erkrankungen, was durch viele Studien belegt ist. (Vgl. Antonelli et. al. 2019). Daher ist es notwenig, auch im architektonischen Bereich, grundsätzlich drüber nachzudenken, wie und wodurch wir resilient Leben können. Mit der Methodik der Literaturrecherche, der Vor-Ort-Recherche, der teilnehmenden Beobachtung und der künstlerischen Dokumentation werden verschiedene architekturrelevante Szenarien und Praktiken untersucht und dargestellt, um räumliche Qualitäten der Wildnis herauszuarbeiten und zu verdeutlichen, welche Denk- und Handlungsansätze wir Planerinnen und Planer in die Architektur integrieren können, um Resilienz zu ermöglichen.Das Herstellen eines unmittelbaren Praxisbezugs und das Einbinden eigener Erfahrungen, Erlebnisse und Empfindungen in den Forschungsprozess ist ein wesentlicher Teil der Arbeit. Als Referenzbeispiele wurden drei verschiedene Orte, die für mich wichtige Lebensbereiche widerspiegeln, vor Ort untersucht und künstlerisch-fotografisch dokumentiert: Die Kita im Wald bietet besondere Bildungsräume, die „Kleine Stadt Farm“ mit der ökosozialen Landwirtschaft „Land in Sicht“ macht erlebbar, dass die Kooperation mit dem Lebendigen der Schlüssel für eine bessere Arbeitswelt sein könnte. Im buddhistischen Zentrum in Scheibbs habe ich in einem Schweige- und Meditationsseminar erfahren, was Gewahrsein bedeutet. Durch das Leben von Achtsamkeit können Architektinnen und Architekten eine bessere Umwelt mitgestalten. Diese untersuchten Räume und Praktiken bieten die Möglichkeit uns verbunden und lebendig zu fühlen, Resilienz fähig zu sein. Diese Lebendigkeit und Verbundenheit ist es was die Wildnis ausmacht. Solche wilden Räume zu stärken und zugänglich zu machen bietet großes Potenzial für alle Lebensformen.
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Based on the central research question of specific spatial qualities of wilderness and their potential for resilient ways of life, this thesis addresses architectural thinking and action that is not oriented toward conventional design and construction practices. Amid dystopian prospects for the future and a construction industry that has long had a largely negative impact, it is essential for architects to explore new approaches to planning our living spaces. Awareness of sustainability is growing, but most construction projects continue to focus primarily on maximizing profits at the expense of other qualities of life. From an evolutionary perspective, the wilderness is our home. We are “homesick.” But at the same time, the wilderness areas on our planet are rapidly shrinking due to human intervention. We are nature. We humans are part of the cycle. The separation of our lives and habitats from nature in general and from the wilderness in particular is leading to an increase in mental and physical illnesses, as evidenced by many studies. (Vgl. Antonelli et. al. 2019). It is therefore necessary, also in the field of architecture, to fundamentally consider how and by what means we can live resiliently. Using methods such as literature research, on-site research, participatory observation, and artistic documentation, various architecture-related scenarios and practices are examined and presented in order to highlight the spatial qualities of wilderness and illustrate the approaches to thinking and acting that we planners can integrate into architecture to enable resilience.Establishing a direct practical connection and incorporating one's own experiences, adventures, and feelings into the research process is an essential part of the work. As reference examples, three different locations that reflect important areas of life were examined on site and documented artistically and photographically: The kindergarden in the forest offers special educational spaces, while the “Kleine Stadt Farm” with its eco-social agriculture project “Land in Sicht” demonstrates that cooperation with living entities could be the key to a better working world. At the Buddhist center in Scheibbs, I experienced what mindfulness means in a silence and meditation seminar. By living mindfully, architects can help create a better environment. These examined spaces and practices offer us the opportunity to feel connected and alive, to be resilient. This liveliness and connectedness makes wilderness. Strengthening such wild spaces and making them accessible offers great potential for all forms of life.
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