Teschke, E. (2026). Ein Badehaus an der Limmat : Eine neue Form des Badens - Wie können Wasser, Körper und Gemeinschaft neu zusammenfinden? [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.134123
Die vorliegende Diplomarbeit behandelt den Entwurf eines Badehauses an der Limmat in Zürich als Ort der gemeinschaftlichen Begegnung, Regeneration und Rückbindung an das Wasser im zentralen Stadtraum. Inspiriert von historischen Beispielen gemeinschaftlicher Badekultur, wie den Wiener Tröpferlbädern oder japani- schen Sentōs, wird das bestehende Provisorium am Papierwerd-Areal umgenutzt, ohne dessen architektonische Identität zu verlieren. Der theoretische Teil der Arbeit widmet sich der langen Transformation des Areals – von der Papiermühle des 16. Jahrhunderts über das Globus-Warenhaus bis zum heutigen Provisorium – und beleuchtet die sich wandelnde Beziehung zwischen Mensch, Architektur und Wasser. Die Analyse dieser Entwicklungen sowie die Betrachtung der gesellschaft- lichen Bedeutungsverschiebung von Wasser bilden die Grundlage für den Entwurf.Im Zentrum steht die Frage, wie durch Architektur eine neue Symbiose mit dem Mensch und Wasser entstehen kann. Das massive Untergeschoss mit seinen charakteris- tischen Pilzstützen wird zum Ort des gemeinsamen Badens mit direkter Anbindung an das Flusswasser der Limmat. Der filigrane, oberirdische Teil widmet sich dem Thema der kollektiven sozialen Praxis des Waschens und der Suche nach neuen Formen von kollektiven Handlun- gen und Intimität in einer individualisierten Welt. Wie lassen sich aus bestehenden, alltäglichen und privaten Routinen etablierte Formen lösen und in neue räumliche und soziale Strukturen überführen? Ausgangspunkt bildet dabei das intime Baden und Reinigen als eine Praxis, die traditionell im privaten, häuslichen Kontext verankert ist. Der Entwurf untersucht, wie daraus eine alternative Form des Waschens entstehen kann: eine Handlung, die sich bewusst aus der vertrauten Privatheit löst und als kollektive soziale Praxis neu organisiert wird. Diese Fragestellung wird im Entwurf in das bestehende Globus-Provisorium eingeschrieben, indem es durch ein neu formuliertes Badehaus räumlich, programmatisch und atmosphärisch weiterentwickelt wird. So entsteht ein hybrider Ort zwischen Öffentlichkeit und Rückzug, zwischen Stadt und Fluss, zwischen Geschichte und zeitgenössischer Nutzung.
de
This diploma thesis addresses the design of a bathhou- se along the Limmat River in Zurich as a place of com- munal encounter, regeneration, and reconnection with water within the central urban context. Inspired by historical examples of collective bathing culture, such as the Viennese Tröpferlbäder or Japanese sentōs, the existing temporary structure on the Papierwerd site is repurposed without losing its architectural identity. The theoretical part of the thesis is dedicated to the long transformation of the site – from the paper mill of the 16th century, through the Globus department store, to the present-day temporary structure – and examines the changing relationship between humans, architectu- re, and water. The analysis of these developments, together with an exploration of the shifting social significance of water, forms the foundation for the design.At the core of the project lies the question of how architecture can create a new symbiosis between humans and water. The massive underground level, with its characteristic mushroom columns, becomes a place for shared bathing with direct access to the river water of the Limmat. The delicate above-ground structure addresses the theme of washing as a collective social practice and the search for new forms of collective action and intimacy in an increasingly individualized world. How can established forms derived from ever- yday and private routines be detached and transferred into new structures? The point of departure is intimate bathing and cleansing as a practice that typically takes place within the private domestic sphere. The project explores how an alternative form of washing and clean- sing might emerge: an act that deliberately detaches itself from the familiar domestic setting and is reorgani- zed as a collective social practice. This question is inscribed into the design within the existing Globus temporary structure by further developing it spatially, programmatically, and atmospherically through a newly formulated bathhouse. Thus, a hybrid place emerges between publicness and retreat, between city and river, between history and contemporary use.
en
Additional information:
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers