Gritsch, M. (2026). Potenziale und Risiken einer “Rotqueren mit Nachrang für Fußgänger”-Regelung am Beispiel Wien [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.132287
Das Überqueren von Fahrbahnen bei rotem Fußgängersignal ist ein in vielen Städten verbreitetes Verhalten, obwohl es nach geltender Rechtslage untersagt ist. Insbesondere in urbanen Räumen wie Wien zeigt sich, dass FußgängerInnen häufig situationsabhängig handeln und Verkehrsregelungen eigenverantwortlich zugunsten ihrer selbst interpretieren. Anhand dieses Hintergrunds untersucht die vorliegende Diplomarbeit die Potenziale und Risiken einer möglichen Regelung, die das Queren bei Rotlicht für FußgängerInnen erlaubt, diese jedoch dem Fahrzeugverkehr dabei nachrangig unterordnet. Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, unter welchen Bedingungen eine solche Regelung verkehrlich sinnvoll und sicher umsetzbar sein könnte, wobei sowohl Auswirkungen auf den Verkehrsfluss als auch auf die Verkehrssicherheit angeführt werden. Methodisch basiert die Arbeit auf einer Literatur- und Rechtsrecherche, einem internationalen Vergleich, einer Verkehrszählung an ausgewählten Wiener Kreuzungen in Anlehnung an eine Studie aus dem Jahr 2002, welche ermöglicht das aktuelle Rotquererverhalten mit jenem vor 20 Jahren zu vergleichen. Abschließend sollen die Ergebnisse anhand von Experteninterviews kritisch hinterfragt oder bestätigt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Rotquerungen stark von standortspezifischen Faktoren wie Verkehrsstärke, Querungslänge und Signalzeiten abhängen, weswegen eine pauschale Einführung der Regelung daher nicht zielführend erscheint. Abschließend werden mögliche Umsetzungsvarianten, rechtliche Anpassungen sowie begleitende Kommunikations- und Testmaßnahmen diskutiert, um eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung fußgängerfreundlicher Verkehrsregelungen zur Steigerung der aktiven Mobilität zu schaffen.
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Crossing roadways at a red pedestrian signal is a widespread behavior in many cities, despite being prohibited under current traffic regulations. Particularly in urban environments such as Vienna, pedestrians often act in a situation-dependent manner and interpret traffic rules autonomously in their own favor. Against this background, this diploma thesis examines the potential and risks of a possible regulation that permits pedestrians to cross at red signals while remaining subordinate to vehicular traffic. The objective of this thesis is to analyze under which conditions such a regulation could be implemented in a traffic-efficient and safe manner, addressing both its impacts on traffic flow and traffic safety. Methodologically, the study is based on a review of relevant literature and legal frameworks, an international comparison, and pedestrian traffic counts conducted at selected intersections in Vienna, following the approach of a study carried out in 2002. This allows for a comparison of current red-light crossing behavior with that observed more than twenty years ago. Finally, the findings are critically examined and contextualized through expert interviews. The results indicate that red-light crossings are strongly influenced by site-specific factors such as traffic volume, crossing length, and signal timings, suggesting that a blanket implementation of such a regulation would not be appropriate. The thesis concludes by discussing possible implementation strategies, necessary legal adjustments, and accompanying communication and pilot tests, providing a well-founded basis for the further development of pedestrian- friendly traffic regulations aimed at promoting active mobility.
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