Psenner, A. (2026, May 20). Räume am Rand der Straße. Sonderformen der Wiener Erdgeschoßzone [Presentation]. 8. Runder Tisch Erdgeschosszone Wien, Austria. http://hdl.handle.net/20.500.12708/228437
Der Vortrag beleuchtet die wechselseitige Beziehung von Souterrain, Hochparterre und Erdgeschoßzone als entscheidender Schnittstelle zwischen privatem Innen und öffentlichem Außen. Das Stadtparterre wird als porösen Stadtsockel verstanden, dessen räumliche Durchlässigkeit und kleinteilige Nutzungsvielfalt maßgeblich zur urbanen Lebendigkeit, sozialen Inklusion und Klimaanpassung beiträgt. In der Wiener Gründerzeitstruktur bilden Souterrains und Hochparterres ein fein austariertes Höhenrelief, das Sichtbezüge, Zugänglichkeit und Adressbildung organisiert—historisch oft als Laden-, Werkstatt- oder Wohnräume genutzt, heute jedoch vielfach unteraktiviert. Die Reaktivierung dieser Niveaus erfordert ein Zusammenspiel aus gestalterischen und regulatorischen Eingriffen: barrierearme Erschließungen, Adaptierung von Belichtung und Belüftung, flexible Grundrisse, Mischnutzungen und Öffnung der Parterrezonen zum Straßenraum und vor allem der Sicherstellung einer entsprechend geräumigen Vorzone (Verbreiterung der Gehsteige und Auflockerung in den dichten Parkierstreifen). Dies bedeutet Stadtparterre, Souterrain und Hochparterre als zusammenhängendes System zu begreifen, das mit präzisen, ortssensiblen Maßnahmen neue Alltagsqualitäten schafft und die Resilienz des Bestands stärkt.