Winkler, P. F. (2026). Brettldorf 2.0 oder Selbstbau für den Wiener Westen [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.131482
„Indem ich baute, warf er lächelnd hin, habe ich mich glaube ich selbst erbaut.“Phaidros zu Sokrates„Brettldorf 2.0“ befasst sich mit Selbstbau - einer Idee bei der, dem Baugewerbe ferne Menschen selbst Gebäude errichten können. Dabei müssen Einfachheit und Handhabung immer im Vordergrund stehen. Mit dem Namen wird Bezug auf die Anfänge der Wiener Siedlerbewegung in der Zwischenkriegszeit genommen. Anfangs aus der Not heraus entstandene Selbstversorger-Häuser entwickelten sich schnell zu einer Bewegung deren Gebäude heute noch die Außenbezirke Wiens prägen. An diese Idee der Selbsthilfe durch Selbstbau wird angeschlossen. Die hier verfasste Diplomarbeit ist im Gesamten als Anleitung anzusehen. Es wird eine Möglichkeit aufgezeigt, wie bereits bestehende, kleinmaßstäbliche Stadtstrukturen mit einem partizipativ-sozialen Wohnbaumodell verdichtet werden können. Dieses soll im Selbstbau errichtet werden. Die Struktur basiert auf einfachen, verschraubbaren Holzrahmen, die sowohl leicht zusammenzusetzen als auch auseinanderzunehmen sind. Es war dabei nicht das Ziel möglichst große, eindrucksvolle Bauwerke zu planen, sondern kleine, funktionale, wohnliche Häuser im Sinne der Siedlerbewegung. Wohnen am absoluten Minimum (Tiny-House) oder temporäres Wohnen ist dabei nicht das Vorbild.Die Arbeit ist in insgesamt fünf Teile gegliedert: Die Einleitung, bei der mein Zugang zum Selbstbau erläutert und eine mögliche Definition des Begriffs gegeben wird. Es folgt Kapitel 2, „Erfahrung“, das die Analysebasis dieser Arbeit bildet. Hier werden verschiedenste Referenzprojekte aufgezeigt die mit den Thematiken Siedlungsbau, Selbstbau und einfachem Bauen in Verbindung stehen. Alle dort aufgeführten Projekte wurden vor Ort studiert. Die Referenzen befinden sich in Österreich, Deutschland, England und in Japan. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen sind in Kapitel 3 verschiedene Anleitungen erarbeitet worden. Es soll Laien möglich sein, selbst ein „Brettldorf“ zu entwerfen. Dies beginnt im größten Maßstab mit der städtebaulichen Anordnung einer Siedlung. Darauf folgt eine Schritt-für-Schritt Erklärung zum Entwurf eines einzelnen Wohnhauses. Dabei werden die Anleitungen jeweils mit Anwendungsbeispielen veranschaulicht. Zuletzt wird das Bausystem, bei dem auch die modular einsetzbaren Bauteile erläutert werden, erklärt. Die Grundzüge der System wurden dabei maßgeblich aus den Selbstbau-Ideen Walter Segals heraus entwickelt.Kapitel 4 zeigt die Anwendung der vorgestellten Anleitungen. Hier wird ein konkreter Bauplatz im Westen Wiens hergenommen und auf Basis der zuvor erläuterten Punkte beplant. Exemplarisch werden zwei Häuser im Detail gezeigt. Um die einfache Baubarkeit des Systems zu beweisen wurde ein Prototyp gebaut. Kapitel 5 zeigt das 1:1 Mock-Up das das Endprodukt dieser Diplomarbeit ist.Methodisch basiert diese Abhandlung auf vor Ort Analysen, persönlichen Gesprächen mit Architekten, Erbauern und Bewohner, sowie ergänzender Sekundärliteratur. Da die Kommunikation mit Nicht-Architekten bei dieser Arbeit im Vordergrund stand wurde versucht die Sprache als auch die grafische Darstellung leicht verständlich und optisch ansprechend zu gestalten. Einfachheit und Praktikabilität waren dabei immer im Vordergrund.
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„By dint of constructing,“ he put it with a smile, „I truly believe that I have constructed myself.”Phaedros to Socrates“Brettldorf 2.0” (engl. “plank village 2.0“) deals with self-build – an idea that allows people with no prior experience in the construction industry to build their own house. Simplicity and manageability are of utmost importance for that. The name references the beginnings of the Viennese settlement movement in the interwar period. Initially born out of necessity, these self-sufficient houses quickly developed into a movement whose buildings still characterize the outer districts of Vienna today. This project builds upon this idea of self-help through self-build. The diploma thesis presented here can be seen as a guide demonstrating how existing, small-scale urban structures can be densified with a participatory, social housing model. This model is intended to be built by the residents themselves. The structure is based on simple, screw-together wooden frames that are easy to assemble and disassemble. The goal was not to plan the largest, most impressive buildings possible, but rather small, functional, and comfortable houses in the spirit of the settler movement. Living at the absolute minimum (tiny houses) or temporary housing were specifically not the model to follow .The work is divided into five parts: The introduction explains my approach to self-build construction and provides a possible definition of the term. Chapter 2, „Experience,“ forms the basis of this work‘s analysis. Here, various reference projects related to settlement construction, self-build, and simple building methods are presented. All of the listed projects were studied on-site. The references are located in Austria, Germany, England, and Japan.Based on the insights gained, Chapter 3 develops various manuals that should enable untrained people to design their own „plank village.“ This begins on the largest scale with the urban layout of a settlement. This is followed by a step-by-step explanation of how to design a single house. The instructions are illustrated with examples. Finally the building system is explained, including its modular components. The system‘s basic principles were largely developed from Walter Segal‘s self-build ideas.Chapter 4 demonstrates the application of the presented instructions. A specific building site in western Vienna is used as a model and planned based on the points explained previously. Two houses are shown in detail as examples. To demonstrate the system‘s ease of construction, a prototype was built. Chapter 5 presents the 1:1 mock-up that emerged as the final product of this thesis.Methodologically, this work is based on on-site analyses, personal interviews with architects, builders, and residents, as well as supplementary secondary literature. Since communication with non-architects was a primary focus of this work, every effort was made to ensure that the language and graphic representation were easily understandable and visually appealing. Simplicity and practicality were always of utmost importance.
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