Perez y Schneider, E. (2026). Bett_Raum Eine Untersuchung von Körpern, Macht und Resistenz im privatesten Raum [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.139508
Bed; Privacy; Biopolitics; Housing; Bedroom culture; Gender studies; Non-productive spaces; Intimacy; Critical theory of space
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Abstract:
Die Arbeit untersucht den Bett_Raum als architektonischen und gesellschaftlichen Ort, in dem sich Vorstellungen von Privatheit, Geschlecht und Produktivität manifestieren. Die Feststellung, dass wir ein Drittel unseres Lebens schlafend verbringen, dient oft als Ausgangspunkt für die Rechtfertigung einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit dieser scheinbar unproduktiven Zeit. Der architekturgeschichtliche Diskurs über das Schlafen ist mir während des Studiums nur im Kontext von Adolf Loos „Schlafzimmer für meine Frau“ untergekommen. Diese Diplomarbeit widmet sich dem Raum, den wir in diesem beachtlichen Zeitfenster belegen, wo wir Kontrolle abgeben und aufhören zu performen. Oder? In 12 Portraits wird die Bett-Geschichte von archäologischen Funden bis zu Covid-Betten-Lagern analysiert. Jedes Fallbeispiel verdichtet und überlagert Nutzungen, Funktionen und gesellschaftliche Entwicklungen. Der Bett_Raum spielte eine entscheidende Rolle bei der Transformation opportunistischer Begegnungen in habitualisierte Partnerschaften und prägte so grundlegend die Entwicklung familiärer und sozialer Strukturen. Er ist die Bühne für den Erhalt der Menschheit und zugleich der intimste, schützenswerteste Raum des Individuums – ein inhärenter Interessenkonflikt. Doch die Grenzen, was ein privater Raum ist, verschwimmen parallel mit der zunehmenden Digitalität. Sind wir dabei, das erlernte Bedürfnis nach Privatsphäre wieder zu verlernen? Frauenzimmer: Für viele Frauen und Mädchen ist das Schlafzimmer der einzige eigene Raum, in dem sie den Erwartungen ihres Umfelds hinsichtlich ihres Handelns, ihrer Emotionen oder ihrer Körper entkommen können. Geschützt vor Urteilenden, können sie Autonomie über Körper und Gedanken ausüben, so zumindest die Theorie. In der Realität ziehen im schlimmsten Fall auch familiäre Kontroll- und Macht-Dynamiken und Gewalt auch in diesen Raum mit ein. Architekturgeschichtlich ist das Schlafzimmer ein weiblich konnotierter Ort. Wie beeinflusst das die Planung solcher Räume? Ist das Schlafzimmer, oder war es je, ein Ort, in dem es möglich ist, sich der von Produktivität getriebenen Gesellschaft zeitweise zu entziehen, oder hat sie diesen längst eingenommen? Und welche Räume bleiben dann noch, in denen wir uns nachhaltig ausruhen können; gibt es „außerproduktiven" Raum? Wie lässt sich dieser planen? Im Laufe der Arbeit werden drei Entwurfsansätze erarbeitet, die sich dieser Aufgabe annehmen. In dieser Arbeit dient der Bett_Raum als Ort materialisierten Wissens über Fragen des Wohnens, der Geschlechterverhältnisse, von materieller Kultur und des Widerstands. Er dient als Grundlage, alternative Planungsgedanken zu testen und so das Wissen in einen architektonischen Diskurs einbringen zu können.
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This thesis examines the bed_room as an architectural and social space in which notions of privacy, gender and productivity manifest themselves. The observation that we spend a third of our lives asleep often serves as a starting point for justifying a more in-depth exploration of this seemingly unproductive time. During my studies, I encountered the architectural-historical discourse on sleep only in the context of Adolf Loos’s ‘Schlafzimmer für meine Frau’. This thesis is dedicated to the space we occupy during this significant period of time, when we surrender control and cease to perform. Or do we? In 12 portraits, the history of the bed is analysed, ranging from archaeological finds to Covid bed camps. Each case study condenses and overlays uses, functions and social developments. The bed_space played a decisive role in the transformation of opportunistic encounters into habitualised partnerships, thereby fundamentally shaping the development of familial and social structures. It is the stage for the preservation of humanity and, at the same time, the individual’s most intimate, most vulnerable space – an inherent conflict of interest. Yet the boundaries of what constitutes a private space are blurring in parallel with increasing digitalisation. Are we in the process of unlearning the acquired need for privacy? ‚Frauenzimmer‘: For many women and girls, the bedroom is the only space of their own where they can escape the expectations of those around them regarding their actions, emotions or bodies. Shielded from judgement, they can exercise autonomy over their bodies and thoughts – at least in theory. In reality, in the worst-case scenario, familial dynamics of control and power, and even violence, can also encroach upon this space. In the history of architecture, the bedroom is a space with feminine connotations. How does this influence the design of such spaces? Is the bedroom, or has it ever been, a place where it is possible to temporarily withdraw from a society driven by productivity, or has that society long since taken it over? And what spaces then remain in which we can rest sustainably; is there such a thing as ‘outer-productive’ space? How can this be planned? In the course of this work, three design approaches are developed to address this task. In this work, the bed_room serves as a place where knowledge regarding issues of housing, gender relations, material culture and resistance is materialised. It serves as a basis for testing alternative planning concepts and thus for incorporating this knowledge into an architectural discourse.
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Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers