Malinowski, S. (2026). Malerische Land(wirt)schaft - Umnutzung einer historischen Scheune auf Gut Lebenau [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.130280
Adaptive Reuse; Building with Existing Structures; Agricultural Vacancy; Barn Conversion; Vacancy; Barn; Continuation of Existing Architecture
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Abstract:
Der Strukturwandel der Landwirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten in ganz Deutschland einen Umbruch im ländlichen Raum ausgelöst. Kleinere Betriebe, die nicht mehr konkurrenzfähig waren, wurden aufgegeben und ihre Flächen auf größere Betriebe aufgeteilt. Zurück bleiben Gebäude, die einst den Kern des Hoflebens bildeten, heute aber nur noch Hüllen ihrer Nutzungen sind. Die Diplomarbeit nimmt sich eines dieser Gebäude an: der historischen Scheune auf Gut Lebenau in Ehndorf - Schleswig- Holstein.Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mit einem Bestand und seinen Spuren umgegangen werden kann, wenn eine neue Nutzung eingeführt wird. Welche Nutzungen sind an einem spezifischen Ort denkbar? Welche Eingriffe sind notwendig, welche Faktoren beeinflussen diese Entscheidungen? Und wie lässt sich eine Geschichte der Umnutzung weiterschreiben, ohne sie zu überschreiben?Um diese Fragen zu beantworten, nähert sich die Arbeit dem Ort auf mehreren Ebenen. Die Auseinandersetzung mit dem Kontext der Landwirtschaft in der Region, dem Dorf mit seiner Geschichte, seinen Menschen und Traditionen sowie die genaue Untersuchung der Hof- und Familiengeschichte bilden dabei ebenso wichtige Bestandteile wie die eingehende Analyse des Bauplatzes in seiner baulichen, landschaftlichen und sozialen Dimension. Vegetation, Mikroklima und die Gemeinschaft des Dorfes werden nicht als Nebensache, sondern als gleichwertige Bestandteile des Bestandes verstanden. Die Rekonstruktion früherer Grundrisse anhand von Spuren im Bestand macht unterschiedliche Zeitschichten sichtbar und liefert die Grundlage für die spätere Entwurfshaltung. Aus dieser Analyse heraus werden vier Nutzungsszenarien entwickelt und gegenübergestellt, bevor der Entwurf einen konkreten Vorschlag formuliert: eine Künstler:innenresidenz mit Veranstaltungsfläche, die einen Mehrwert nicht nur für die Künstler:innen selbst schafft, sondern als Impuls für die gesamte Dorfgemeinschaft und Umgebung wirkt. In allen Entwurfsentscheidungen steht der Bezug zum Bestand stets im Kontext seiner Umgebung. Die Landschaft, in die der Bauplatz eingebettet ist, erzeugt durch ihre vielfältige Vegetation, ob landwirtschaftlich genutzte Felder, gezielt gepflanzte Strukturen oder wild wachsende Sträucher, Bäume und Blumen, eine ganz eigene Architektur, deren Raumwirkung sich mit jeder Jahreszeit und jedem vergangenen Jahr verändert und weiterentwickelt.Bestand ist keine Einschränkung, sondern Ausgangspunkt, kein Problem, das gelöst werden muss, sondern eine Ressource, die es verdient, weitergedacht zu werden.
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The structural transformation of agriculture has triggered a profound shift in rural areas across Germany over the past decades. Smaller farms that could no longer compete were abandoned, their land absorbed by larger operations. What remains are buildings that once formed the heart of farm life, today little more than shells of former use. This thesis takes on one of these buildings: the historic barn on Gut Lebenau in Ehndorf, Schleswig-Holstein.At its core lies the question of how existing fabric and its traces can be approached when a new use is introduced. Which uses are conceivable for a specific place? Which interventions are necessary, and which factors shape these decisions? And how can a history of adaptation be continued without being overwritten?To address these questions, the work approaches the site on multiple levels. Engaging with the agricultural context of the region, the village with its history, people and traditions, and the detailed study of the farm and its family history are as integral to the work as the close analysis of the site in its built, landscape and social dimensions. Vegetation, microclimate and the village community are understood not as background, but as equal components of the existing fabric. Tracing earlier floor plans through material evidence within the building reveals distinct layers of time and provides the foundation for the subsequent design approach.From this analysis, four scenarios for potential use are developed and compared, before the design puts forward a concrete proposal: an artist residency with event space, creating value not only for the artists themselves, but acting as an impulse for the wider village community and its surroundings.In all design decisions, the relationship to the exist-ing fabric is always understood in the context of its surroundings. The landscape in which the site is embedded generates, through its diverse vegetation, whether cultivated fields, deliberately planted structures or wild growing shrubs, trees and flowers, an architecture of its own, whose spatial quality shifts and evolves with every season and every passing year.The existing is not a constraint but a starting point, not a problem to be solved but a resource that deserves to be thought further.
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