Ripka, C. (2026). Architektur abseits ihrer Funktion : Affordances als Gestaltungsprinzip körperlicher und sozialer Handlungen, eine Analyse dreier Projekte hinsichtlich ihrer räumlichen Potenziale [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.140996
Affordance Theory of; Architectural Theory; Planning; Design; Methods
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Abstract:
James J. Gibson definierte 1977 den Begriff der „Affordances“ als relationale Handlungspotenziale, die sich aus der Beziehung zwischen einem Individuum und seiner Umwelt ergeben. Dieser Ansatz lässt sich auf die gebaute Umgebung übertragen, da Architektur genauso bestimmte Handlungsmöglichkeiten nahelegt oder limitiert. Die Theory of Affordances versucht so, die Diskrepanz zwischen geplanter Nutzung von Räumen und dem tatsächlichen Nutzer:innenverhalten zu analysieren. Ziel der Diplomarbeit ist es, Wahrnehmungsprozesse und Affordances sowie ihre Auswirkungen auf architektonische Entwürfe zu untersuchen. Mithilfe der Analyse von drei Beispielprojekten wird untersucht, inwiefern sich Affordances als methodisches Element im architektonischen Entwurf anwenden lassen. Dazu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: „Wie beeinflussen architektonische Elemente wie Raumkonfigurationen, Raumgröße, Geometrie, Materialität und Belichtung körperliche, soziale und restriktive Affordances in Gebäuden und an öffentlichen Plätzen?“. Im Zuge der Arbeit wurde eine Literaturrecherche zu grundlegenden Wahrnehmungsprozessen und der Theory of Affordances durchgeführt. Außerdem wurden Affordance-basierte Studien qualitativ untersucht, um Einflussfaktoren und essenzielle Typen von Affordances für die späteren Projektanalysen zu identifizieren. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurden drei architektonische Projekte hinsichtlich ihrer körperlichen, sozialen und restriktiven Affordances analysiert. Für die Projektanalysen wurden die Projekte anhand ihrer Dichte an Affordances und ihren unterschiedlichen Projektmaßstäben ausgewählt. The End of Sitting, House NA und das MuseumsQuartier Wien weisen grundsätzlich nur wenige Gemeinsamkeiten auf, sind aber aufgrund ihrer umfangreichen Handlungspotenziale und der typologischen Unterschiede für diese Forschung relevant. The End of Sitting ist ein experimentelles Bürosetting, House NA ein Wohngebäude und das MuseumsQuartier Wien ein öffentlicher Ort im Stadtgefüge. Im Zuge der Analyse konnte gezeigt werden, dass ein Spektrum an Affordances in unterschiedlichen Projektmaßstäben eine wichtige Grundlage für gelungene architektonische Entwürfe bildet.
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In 1977, James J. Gibson defined the concept of “affordances” as relational potentials for action that arise from the relationship between an individual and their environment. This approach can be applied to the built environment, as architecture similarly promotes or limits certain possibilities for action. The Theory of Affordances attempts to analyze the discrepancy between the planned use of spaces and actual user behavior. The aim of this thesis is to investigate perceptual processes and affordances, as well as their impact on architectural designs. Through the analysis of three projects, the thesis explores how affordances can be applied as a methodological element in architectural design. The thesis addresses the following research question: "How do architectural elements such as spatial configurations, room size, geometry, materiality, and lighting influence bodily, social and restrictive affordances in buildings and public spaces?" A literature review was conducted on fundamental perceptual processes and the Theory of Affordances. In addition, affordance-based studies were qualitatively examined to identify influencing factors and essential types of affordances for the project analyses. To answer the research question, three architectural projects were analyzed regarding their bodily, social, and restrictive affordances. The projects were selected for the project analyses based on their density of affordances and their diverse project scales. The End of Sitting, House NA, and the MuseumsQuartier Wien share few fundamental similarities, but are relevant to this research due to their variety of action potentials and their typological differences. The End of Sitting is an experimental office setting, House NA a residential building, and the MuseumsQuartier Wien a public space within the city. The analysis showed that a range of affordances at different project scales forms an important basis for successful architectural designs.