Seitz, M. (2026). Termine und der gestörte Bauablauf: Analyse unterschiedlicher Begriffsnutzungen und Verständnisse der verschiedenen Stakeholder [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.132725
disrupted construction process; construction disruption; construction schedule planning; construction schedule updating; documentation; work intensity
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Abstract:
Jedes Bauprojekt ist einzigartig. Wechselnde Standorte, verschiedene Arten der Errichtung, externe Risiken wie Witterung sowie unterschiedliche Projektbeteiligte sind nur einige wenige Merkmale dieser Einzigartigkeit. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es daher wenig überraschend, dass ein Bauprojekt im Laufe seiner Erstellung Leistungsabweichungen erfährt. Ein Teil dieser Leistungsabweichungen sind sogenannte Bauablaufstörungen bzw. gestörte Bauabläufe. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass es beim Umgang mit gestörten Bauabläufen zu unterschiedlichen Auffassungen zwischen den Projektbeteiligten kommt. Nicht selten äußert sich dies in teils hitzigen Diskussionen darüber, welchen Einfluss eine Bauablaufstörung tatsächlich auf den Bauablauf hat. Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich damit, wie einzelne Stakeholder den Umgang mit gestörten Bauabläufen wahrnehmen. Zu Beginn werden die theoretischen Grundlagen dargestellt. Es wird ermittelt, welche Themenbereiche für die Bearbeitung von gestörten Bauabläufen relevant sind und wie die Meinungen in der Literatur hierzu ausfallen. Wesentliche Themenbereiche sind: Bauzeitplanung, Ursachen, Auswirkungen und Folgen von Bauablaufstörungen sowie die Dokumentation und Fortschreibung der Bauzeit. Auf dieser Grundlage wurden leitfadengestützte Interviews mit Auftraggebern, Auftragnehmern, örtlichen Bauaufsichten und bauwirtschaftlichen Beratern durchgeführt. Ziel ist es, die (unterschiedlichen) Sichtweisen beim Umgang mit gestörten Bauabläufen aufzuzeigen, die Bedeutung der Leistungsintensität einzuordnen und Verbesserungsvorschläge aus der Praxis zu sammeln. Die Ergebnisse der Interviews verdeutlichen, dass die befragten Personen im Hinblick auf die Vorgehensweise weitgehend übereinstimmende Sichtweisen haben. Zu den wesentlichen Bestandteilen zählen die Störungserkennung, die Anmeldung dem Grunde nach, die Sphärenzuordnung sowie die Dokumentation und Fortschreibung der Bauzeit. Dabei zeigt sich, dass die Probleme weniger in der Reihenfolge der einzelnen Schritte liegen als vielmehr in ihrer tatsächlichen Umsetzung in der täglichen Baupraxis. Exemplarisch die Dokumentation: Diese hat nach Auffassung aller Befragten baubegleitend, gemeinsam und zeitnah zu erfolgen. Ein Zustand, der in der Praxis jedoch selten erreicht wird. Als wesentliche Gründe hierfür lassen sich personelle und zeitliche Ressourcen, fehlendes Wissen, mangelhafte Projektstrukturen sowie die fehlende Bereitschaft, partnerschaftlich und transparent zu arbeiten, anführen. Letztlich sind alle Projektbeteiligten zu sehr darauf bedacht, ihren eigenen Vorteil zu maximieren. Insgesamt verdeutlichen diese Ergebnisse, dass der Umgang mit gestörten Bauabläufen neu gedacht werden muss. Die aktuelle Situation stellt für alle Projektbeteiligten eine Belastung dar. Die Entwicklung einheitlicher Regelwerke ist anzustreben. Ebenso gilt es gemeinsame Anreizsysteme zu schaffen, um einen partnerschaftlichen und transparenten Umgang sicherzustellen. Ein Vorbild hierfür sind die kooperativen Vertragsmodelle. Darüber hinaus gilt es, vorhandene Wissenslücken bestmöglich zu schließen, etwa durch eine verstärkte Ausbildung an den Universitäten/Fachhochschulen und durch regelmäßigen interne/externe Fortbildungen in den Firmen.
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Changing sites, different types of construction, external risks such as weather conditions and varying project stakeholders are just a few of the characteristics that make each project unique. Given these characteristics, it is therefore hardly surprising that a construction project experiences deviations in work performance during its execution. Part of these performance deviations are socalled construction process disruptions or disrupted construction processes. Practical experience shows that differing views arise among project stakeholders when dealingwith disrupted construction processes. This often manifests itself in sometimes heated discussions about the actual impact a disruption to the construction process has on the construction schedule. This is why this thesis examines how individual stakeholders perceive the handling of disrupted construction processes. The study begins by outlining the theoretical foundations. It identifies which areas are relevant to addressing disruptions in construction processes and examines the views expressed in the literature on this subject. Key areas include: construction scheduling, causes, effects and consequences of construction disruptions, as well as the documentation and updating of the construction schedule. On this basis, guided interviews were conducted with clients, contractors, local building authorities and construction industry consultants. The aim is to highlight the (varying) perspectives on dealing with disrupted construction processes, to assess the significance of service intensity, and to gather practical suggestions for improvement. The results of the interviews show that the respondents largely share the same views regarding generel approach. Key elements include fault detection, reporting the cause of the fault, assigning responsibility, and documenting and updating the construction schedule. It is apparent that the problems lie less in the sequence of the individual steps and more in their actual implementation in day-to-day construction practice. Take documentation, for example: in the opinion of allrespondents, this should be carried out concurrently with the construction work, collaboratively and in a timely manner. However, this is a state of affairs that is rarely achieved in practice. The main reasons cited for this include a lack of personnel and time, a lack of knowledge, inadequate project structures, and a lack of willingness to work in a spirit of partnership and transparency. Ultimately, all project participants are focused on maximising their own advantage. Overall, these findings highlight the need to rethink how we deal with disrupted construction processes. The current situation places a strain on all those involved in the project. The development of standardised sets of rules should be a priority. It is also essential to establish joint incentive schemes to ensure a collaborative and transparent approach. Cooperative contract models serve as a model for this. Furthermore, existing knowledge gaps must be closed as effectively as possible, for example through enhanced education at universities and universities ofapplied sciences and regular professional training and/or awareness session.
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