Neumayer, L. (2026). Energiegemeinschaften zur Reduktion sozialer Ungleichheiten: Der Fall Eeklo (Belgien) und seine Übertragbarkeit auf Österreich [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.139501
energy communities; energy transition; cooperatives; social inequality
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Abstract:
Die Energiekrise ab dem Jahr 2021 hat europaweit zu erheblichen Preissteigerungen im Strom- und Wärmesektor geführt und bestehende soziale Ungleichheiten im Energiesystem verstärkt. Vor diesem Hintergrund gewinnen Energiegemeinschaften zunehmend an Bedeutung, da ihnen neben klimapolitischen Zielsetzungen auch ein potenzieller Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit zugeschrieben wird. Es bleibt jedoch unklar, in welchem Umfang sie tatsächlich zur Reduktion sozialer Ungleichheiten beitragen können und inwiefern dies ihre Aufgabe ist. Die vorliegende Arbeit analysiert daher, unter welchen institutionellen und organisatorischen Bedingungen Energiegemeinschaften soziale Ungleichheiten mindern können und welche Rolle ihnen im Kontext der Energiearmutsbekämpfung zukommt.Besonderes Augenmerk liegt auf der Übertragbarkeit eines sozial-inklusiven Modells aus Eeklo (Belgien) auf den österreichischen Kontext.Methodisch basiert die Untersuchung auf einem mehrstufigen qualitativen Forschungsdesign, das Literatur- und Policy-Analyse, eine fallstudienbasierte Untersuchung sowie leitfadengestützte Expert:inneninterviews kombiniert. Die Ergebnisse zeigen, dass Energiegemeinschaften unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere bei klarer institutioneller Verankerung, ausreichenden Ressourcen und gezielter Einbindung vulnerabler Haushalte, ergänzende positive soziale Effekte entfalten können. Sie stellen jedoch kein eigenständiges Instrument zur Bekämpfung struktureller Energiearmut dar, sondern sind als Teil eines umfassenderen Maßnahmenmixes zu verstehen. Auf Basis der Analyse werden praxisorientierte Bedingungen zur sozial gerechteren Ausgestaltung von Energiegemeinschaften in Österreich abgeleitet.
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The energy crisis starting in 2021 led to significant price increases in the electricity and heating sectors across Europe and intensified existing social inequalities within the energy system. In this context, energy communities have received growing attention, as they are associated with climate policy objectives and with potential contributions to social justice. However, it remains unclear to what extent they can actually help reduce social inequalities and whether this should be considered one of their roles. This thesis, therefore, examines the institutional and organisational conditions under which energy communities can mitigate social inequalities and analyses the role they can play in addressing energy poverty. Particular attention is given to the transferability of a socially inclusive model from Eeklo in Belgium to the Austrian context. Methodologically, the study follows a multi-stage qualitative research design, combining literature and policy analysis, a case study and expert interviews.The results demonstrate that, under certain conditions, energy communities can generate complementary social benefits, particularly when supported by clear institutional frameworks, sufficient resources, and the targeted inclusion of vulnerable households. However, they should not be seen as a standalone solution for addressing structural energy poverty but rather as a component of a broader policy mix. Based on these findings, the thesis provides practical guidelines to make energy communities in Austria more socially equitable.
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