Hrgovic, Z. (2026). Eine sinnliche und inklusive Bildungslandschaft für blinde und sehende Menschen [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.129433
Jeder Mensch ist immer ein Bestandteil des Raumes. Ein Grundbedürfnis des Menschen ist es, den Raum mit allen Sinnen in seiner Komplexität zu erfassen, sich darin zu orientieren und sich darin zu bewegen. Wenn ein Sinn, wie etwa der Sehsinn, ausfällt, wird der Raum durch die verbleibenden Sinne wahrgenommen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Forschungsfrage: „Wie unterscheiden sich die baulichen und gestalterischen Maßnahmen beim Bauen für Blinde vom Bauen für normalsehende Menschen?“Ein Bauwerk, das spezifisch für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen gebaut wurde, wird in dieser Arbeit näher analysiert. Das ehemalige Blindenheim „Harmonie“ wurde in den 1980er Jahren als Erholungsort für blinde und sehbehinderte Menschen genutzt. Doch im Laufe der Zeit nahm die Zahl der blinden und sehbehinderten Menschen ab. Gleichzeitig änderten sich gesellschaftliche und bauliche Standards, weshalb das Gebäude heute leersteht.Um ein neues Zwischennutzungskonzept für das Gebäude zu entwickeln, wurde eine Literaturrecherche angewendet, die sich mit verschiedenen Artikeln und Büchern mit dem Thema „blinde und sehbehinderte Menschen“ befasst. Ebenso wird eine empirische Methode verwendet, die Selbsterfahrungen im Alltag sowie Interviews mit blinden und sehbehinderten Menschen analysiert. Beide Methoden helfen dabei, die blinde und sehbeeinträchtigte Wahrnehmung und Orientierung über Raum und Architektur besser zu verstehen, um diese im Zwischennutzungskonzept anzuwenden.Als Ergebnis dieser Arbeit wird ein inklusives, räumliches und organisatorisches Zwischennutzungskonzept für das ehemalige Blindenheim dargestellt, das zur Wiederbelebung des Gebäudes beitragen soll. Eine Ausstellung für sehende sowie blinde und sehbeeinträchtigte Menschen, in der alle Sinne erlebt werden können. Somit wird verdeutlicht, dass man sich nicht nur auf einen Sinn, wie z. B. den Sehsinn, verlassen sollte, sondern auch die anderen wertschätzt, so wie es blinde und sehbeeinträchtigte Menschen tun. Mithilfe des Konzepts wird demonstriert, wie eine gezielte architektonische Gestaltung ein sinnliches Erlebnis für alle BesucherInnen ermöglicht sowie soziale Integration fördert, Begegnung erleichtert und Ausgrenzung verhindert.
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Every human being is inherently part of space. A fundamental human need is to perceive space in its full complexity through all senses, to orient oneself within it, and to move through it. When one sense, such as sight, is absent, the environment is perceived through the remaining senses. The central research question of this thesis is: “How do architectural and design approaches differ when designing for blind people compared to sighted individuals?”This thesis focuses on a building specifically designed for blind and visually impaired individuals. The former blind residence “Harmonie” served as a recreational facility for blind and visually impaired people in the 1980s. Over time, the number of users declined and changing social and construction standards have left the building vacant.In order to develop a new temporary-use concept for the building, a literature review was conducted, examining various articles and books on blindness and visual impairment. In addition, an empirical approach was employed, including analysis of everyday experiences and interviews with blind and visually impaired individuals. Both methods help to better understand how blind and visually impaired people perceive and orient themselves in relation to space and architecture, so that these insights can be applied to the temporary-use concept.The result of this thesis is an inclusive spatial and organizational temporary-use concept for the former residential facility for the blind, intended to contribute to the revitalization of the building. The concept proposes a multisensory exhibition accessible to sighted, blind, and visually impaired visitors. This approach demonstrates that we should not rely solely on vision, but also value the other senses, as blind and visually impaired people do. The concept shows how targeted architectural design can create a rich sensory experience, promote social integration, facilitate encounters, and prevent exclusion.
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