Goldlücke, A. (2026). Arbeitendes Haus : suffiziente Transformation eines Bremer Kleinsthauses [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.136543
Weiterbauen im Bestand; Transformation; Suffiziente Architektur; Soziale Nachhaltigkeit; Anpassungsfähigkeit; Multifunktionalität; Mixed-Use; Wohnen im Erdgeschoss; Einfamilienhaus; Arbeiterhaus; Bremer Haus
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Adaptive Reuse; Transformation; Sufficient Architecture; Social Sustainability; Adaptability; Multifunctionality; Mixed-Use; Ground-Floor Living; Single-Family Housing; Workers’ Housing; Bremer Haus
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Abstract:
Angesichts der Klimakrise und wachsender Ressourcenknappheit gerät das Paradigma des Ersatzneubaus zunehmend unter Druck. Gebäude müssen künftig stärker als materielle und räumliche Ressource verstanden werden. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit das Weiterbauen im Bestand am Beispiel des Bremer Kleinsthauses – einer unscheinbaren, aber sozial und städtebaulich bedeutenden Wohnform des 19. Jahrhunderts. Im Fokus steht das Heimatviertel im Bremer Stadtteil Walle, eine ehemalige Arbeitersiedlung der Jute-Spinnerei, deren kleinteilige Häuser einst als Modell für leistbares Eigentum entstanden.Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Frage, wie sich diese historisch gewachsenen Häuser unter heutigen Bedingungen weiterdenken lassen: Wie kann räumliche Transformation gelingen, ohne die soziale und atmosphärische Qualität des Bestands zu verlieren? Wie lässt sich Nachbarschaft stärken, ohne sie zu verordnen? Und welche architektonischen Strategien ermöglichen es, mit begrenzten Ressourcen eine hohe räumliche und soziale Qualität zu erreichen?Die Arbeit verfolgt eine synchrone Methode, indem städtebauliche Analysen, historische Aufarbeitung des Bestands und die präzise Analyse theoretischer sowie entwerferisch-konstruktiver Referenzen in enger Verbindung mit dem architektonischen Entwurf stehen. Referenzprojekte aus Architektur und Stadtentwicklung dienen dabei als Werkzeuge, um Suffizienz nicht als Verzicht, sondern als räumliche und soziale Strategie zu begreifen.Der daraus entwickelte Entwurf versteht Transformation als fortlaufenden Prozess statt als einmaligen Eingriff. Ausgehend von einem bestehenden Kleinsthaus entsteht ein Modell, das räumliche Erweiterung, gemeinschaftliche Nutzung und konstruktive Einfachheit miteinander verbindet. Ziel ist es, aus dem kleinen Bestand ein großzügiges Haus zu entwickeln, das den sich wandelnden Lebenssituationen seiner Bewohner:innen über die Zeit gerecht werden kann. Ergänzt wird dieser Ansatz durch einen Bedingungskatalog, der Möglichkeiten zukünftiger Anpassungen im Heimatviertel formuliert.Die Arbeit argumentiert, dass gerade im Kleinen ein großes Potenzial für die Bauwende liegt. Das Kleinsthaus wird dabei zum Medium, um Fragen von Suffizienz, Nachbarschaft und langfristiger Transformation neu zu verhandeln – als Architektur, die nicht abgeschlossen ist, sondern Teil einer fortlaufenden Geschichte bleibt.
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In the context of the climate crisis and increasing resource scarcity, the paradigm of replacement construction is coming under growing pressure. Buildings must increasingly be understood as material and spatial resources. Against this background, this thesis investigates the practice of building within the existing fabric through the example of the Bremer Kleinsthaus–an inconspicuous yet socially and urbanistically significant housing type of the nineteenth century. The focus lies on the Heimatviertel in the Bremen district of Walle, a former workers’ settlement of the jute spinning mill, where small-scale houses originally emerged as a model for affordable ownership.The study begins with the question of how these small, historically evolved houses can be rethought under contemporary conditions: How can spatial transformation take place without losing the social and atmospheric qualities of the existing fabric? How can neighborhood life be strengthened without prescribing it? And which architectural strategies make it possible to achieve high spatial and social quality with limited resources?The thesis follows a synchronous methodology in which urban analysis, the historical examination of the existing fabric, and a precise analysis of theoretical as well as design and construction-related references are closely interwoven with the architectural design process. Reference projects from architecture and urban development serve as tools to frame sufficiency not as renunciation, but as a spatial and social strategy.The resulting design proposal understands transformation as an ongoing process rather than a single intervention. Based on an existing Kleinsthaus, a model is developed that combines spatial extension, shared use, and constructive simplicity. The aim is to transform the small existing structure into a generous house capable of accommodating the changing living situations of its residents over time. This approach is complemented by a catalogue of conditions outlining possibilities for future adaptations within the Heimatviertel.The thesis argues that the small scale holds significant potential for the transformation of building practices. The Kleinsthaus thus becomes a medium through which questions of sufficiency, neighborhood, and long-term transformation can be renegotiated–as an architecture that is not complete, but understood as part of an ongoing story.
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Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers