Pertlik, M. (2026). Anforderungen mobilitätseingeschränkter Personen an Nachtreisezüge [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.135721
Barrierefreiheit stellt einen zentralen Bestandteil einer inklusiven Verkehrspolitik dar und ist sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene gesetzlich verankert. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung gewinnt die barrierefreie Gestaltung von Verkehrssystemen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig profitieren von barrierefreien Lösungen auch andere Personengruppen wie ältere Menschen, Personen mit temporären Einschränkungen sowie Reisende mit Gepäck, Kinderwagen oder Kleinkindern.Ziel der Arbeit ist die Analyse der Anforderungen an barrierefreie Nachtzüge sowie die Bewertung des aktuellen Stands der Barrierefreiheit im österreichischen Nachtzugverkehr. Dazu werden zunächst nationale und europäische gesetzliche Grundlagen, Normen und Richtlinien untersucht. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität für Personen mit eingeschränkter Mobilität (TSI PRM). Aufbauend darauf werden Anforderungen an Einstiegsbereiche, Durchgangssysteme, Aufenthaltssysteme, Informationssysteme sowie visuelle, akustische und taktile Gestaltungselemente definiert.Im praktischen Teil der Arbeit erfolgt eine Bestandsaufnahme verschiedener Nachtzugfahrzeuge, wobei sowohl ältere Liegewagen als auch die neue Nightjet-Generation untersucht werden. Der Fokus liegt insbesondere auf der Analyse von Abteilen, Sanitärbereichen, Bedienelementen und Informationssystemen im Hinblick auf ihre Nutzbarkeit für unterschiedliche Personengruppen. Dabei werden bestehende Defizite identifiziert und mit den zuvor definierten Anforderungen verglichen. Abschließend werden mögliche Verbesserungsmaßnahmen zur Weiterentwicklung barrierefreier Nachtzugangebote aufgezeigt.Insgesamt zeigt sich, dass die neue Nightjet-Generation in mehreren Bereichen bereits über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehende Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit berücksichtigt. Weiterhin bestehen jedoch Entwicklungspotenziale, insbesondere im Bereich taktiler Informations- und Orientierungssysteme sowie der selbstständigen Nutzbarkeit einzelner Funktionen. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch im bestehenden Fahrzeugbestand durch kleinere Anpassungen und Nachrüstungen Verbesserungen der Barrierefreiheit erreicht werden können.
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Accessibility is a central component of inclusive transport policy and is legally anchored at both national and European level. Against the background of demographic change and an increasingly ageing population, the accessible design of transport systems is becoming increasingly important. At the same time, accessible solutions also benefit other groups of people, such as elderly persons, people with temporary impairments, and travellers with luggage, strollers, or small children.The aim of this thesis is to analyse the requirements for accessible night trains and to evaluate the current state of accessibility in Austrian night train transport. For this purpose, national and European legal frameworks, standards, and guidelines are examined. Particular focus is placed on the Technical Specifications for Interoperability relating to accessibility for persons with reduced mobility (TSI PRM). Based on these requirements, criteria for boarding systems, circulation systems, accommodation systems, information systems, as well as visual, acoustic, and tactile design elements are defined.The practical part of the thesis consists of an assessment of various night train vehicles, including both older couchette cars and the new generation of Nightjet trains. The focus lies particularly on the analysis of compartments, sanitary facilities, operating elements, and information systems with regard to their usability for different user groups. Existing shortcomings are identified and compared with the previously defined requirements. Finally, potential measures for the further development of accessible night train services are presented.Overall, the analysis shows that the new Nightjet generation already incorporates measures to improve accessibility that go beyond the legal minimum requirements in several areas. Nevertheless, there is still potential for further development, particularly in the field of tactile information and orientation systems as well as the independent usability of individual functions. At the same time, it becomes evident that accessibility in existing rolling stock can also be improved through smaller adaptations and retrofit measure.
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