Gros, L. (2026). Zwischen Konzept und Realität: Temporäre Interventionen als experimenteller Zugang zur 15-Minuten-Stadt am Stadtrand Wien-Liesing [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.139448
15-minute city; Urban fringe; Peripheral area; Living lab; Intervention
en
Abstract:
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern temporäre Interventionen im öffentlichen Raum dazu beitragen können, einzelne Aspekte der 15-Minuten-Stadt in peripherem Stadtrandgebiet erlebbar zu machen. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der Wiener Bezirk Liesing, in dem im Sommer 2025 im Rahmen des Projekts DREAMS ein experimentelles Reallabor mit verschiedenen Pop-up-Maßnahmen realisiert wurde.Die Untersuchung setzt bei der die Feststellung an, dass der derzeitige Forschungsstand zum Konzept der 15-Minuten-Stadt sowie zu temporären Interventionen vorwiegend auf dicht besiedelte, innerstädtische Gebiete fokussiert ist. Empirische Erkenntnisse zu stadtrandnahen peripheren Gebieten sind hingegen bislang kaum vorhanden.In der Forschungsarbeit wurde ein Mixed-Methods-Ansatz verwendet, bei dem Befragung und Beobachtung kombiniert wurden, um die Wahrnehmung und Wirkung der durchgeführten Maßnahmen zu analysieren. Der Fokus lag dabei insbesondere auf den Bewohner:innen des 23. Wiener Bezirks. Die Analyse illustriert, dass temporäre Interventionen eine geeignete Methode darstellen, um lokale Bedürfnisse sowie fehlende Angebote sichtbar zu machen. Sie liefern zudem wertvolle Hinweise darauf, welche Angebote von den Bewohner:innen bevorzugt genutzt werden, welche demografischen Gruppen – differenziert nach Geschlecht und Altersstruktur – die Interventionen ansprechen, und in welcher Weise Menschen den öffentlichen Raum nutzen. Darüber hinaus zeigt die Untersuchung, dass sich das Mobilitätsverhalten der Bewohner:innen situativ beeinflussen lässt und dass durch die Maßnahmen aktive Mobilität gefördert wird.Jedoch offenbart die Forschung eine begrenzte Wirksamkeit dieser Interventionen. Zwar können sie einzelne Aspekte des 15-Minuten-Stadt-Konzepts zeitweise abbilden, doch bleiben sowohl langfristige strukturelle Veränderungen als auch dauerhafte Verhaltensänderungen im Bereich der Mobilität aus. Insgesamt verdeutlicht die Analyse die Rolle temporärer Interventionen als wertvolles experimentelles Instrument in der Stadtplanung. Sie ermöglichen praxisnahe Einblicke in den Alltag der Bewohner:innen und können erste Impulse für weiterführende Planungen setzen, ersetzen jedoch keine umfassende langfristige Stadtplanung. Abschließend wird deutlich, dass eine direkte Übertragbarkeit des Modells der 15-Minuten-Stadt auf stadtrandnahe periphere Gebiete nicht gegeben ist. Stattdessen bedarf es Anpassungen, die auf die spezifischen räumlichen Gegebenheiten abgestimmt sind.
de
This thesis examines the extent to which temporary interventions in public space can contribute to making selected aspects of the 15-minute city tangible in peripheral urban fringe areas. The focus is on the Viennese district of Liesing, where an experimental living lab with various pop-up measures was implemented in summer 2025 as part of the DREAMS project.The study is based on the observation that current research on the 15-minute city concept as well as on temporary interventions primarily focuses on densely populated inner-city areas. Empirical evidence for peripheral, urban fringe contexts remains limited.A mixed-methods approach was applied, combining survey and observation to analyze the perception and impact of the implemented measures. Particular attention was given to residents of Vienna’s 23rd district. The analysis shows that temporary interventions represent a suitable method for identifying local needs and highlighting gaps in existing services. They also provide valuable insights into which offers are most frequently used by residents, which demographic groups - differentiated by gender and age - are addressed, and how public space is utilized. Furthermore, the findings indicate that residents’ mobility behavior can be influenced situationally and that the interventions promote active mobility.However, the research also reveals the limited effectiveness of such interventions. While they are capable of temporarily reflecting certain aspects of the 15-minute city, they do not lead to long-term structural changes or sustained shifts in mobility behavior. Overall, the study highlights the role of temporary interventions as a valuable experimental tool in urban planning. They offer practical insights into everyday life and can provide initial impulses for further planning processes, but they cannot replace comprehensive long-term planning strategies. Finally, the results suggest that the 15-minute city model cannot be directly transferred to peripheral urban fringe areas. Instead, context-specific adaptations are required to address the unique spatial conditions of these areas.
en
Additional information:
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers