Kohnke, K. (2026). Zwischen Kunst und Kontemplation – Museale Architektur als Resonanzraum [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.135182
Was bedeutet es, in einem Museum zu sein?Bauten der Kultur waren seit jeher Metaphern für etwas, was zu definieren schwer erscheint. Etwas Ungreifbares, Höheres, scheint ihnen zu unterliegen. Architektur ist damit mehr Allegorie als Materie. Architektur ist nie eine bloße Äußerung von Lastabtragung, sondern immer Trägerin stimmungsmäßiger Inhalte des menschlichen Lebens. Sie ist eine Frage der Erscheinung, Empfindung, nicht nur der Schwere der Last von einem Element auf das Nächste. Die Arbeit „Zwischen Kunst und Kontemplation – Museale Architektur als Resonanzraum“ untersucht diese Gestimmtheit des Raumes sowie den sakralen Eindruck von Bauten. Ziel ist es, diese auf eine leibliche Verortung des Seins zu beziehen, die im säkularisierten Zeitalter zunehmend in Museumsbauten Heimat findet. Das Beziehungsgefüge von Materiellem und Immateriellem, Mensch und Anorganischem, Kunst und Raum, wird untersucht und als Bedeutungstäger definiert. Die Untersuchung der ästhetischen Einbeziehung des Menschen durch Kunstwerke – gesteigert durch den musealen Raum – mündet schlussendlich in einem Entwurf, der einen Erweiterungsbau für das Dom Museum in Wien vorsieht. Die bestehende Struktur eines vollautomatischen Parkregallagers am Stephansplatz in Wien wird dabei als Schaudepot umgenutzt. Wechselausstellungsflächen, Werkstätten und ein automatisiertes Depotlager machen den gesamten Prozess sichtbar, der notwendig ist, damit ein Kunstwerk in resonanter Weise erfahrbar wird.Die Vielschichtigkeit des Bestehenden wird in dieser Umnutzung mit architektonischer Zurückhaltung und zugleich räumlicher Intensität weitergeführt. Sie zeigt, was Architektur sein kann, auch wenn sich ihr Kontext verändert. Zugleich wird sichtbar, wie der Mensch stets in Beziehung zum Vorhandenen steht – ob sich nun menschliche Typologien überlagern oder automatisierte Systeme. Architektur vermag diese vorscheinigen Kontrapunkte zu vereinen um sich dann im Gefüge auf resonanter Weise zu verorten.
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What does it mean to be in a museum?Cultural buildings have always served as metaphors for something that seems difficult to define. They appear to be imbued with something intangible, something higher. Architecture is thus more allegory than matter. Architecture is never merely an expression of load-bearing, but always a vehicle for the atmospheric aspects of human life. It is a matter of appearance and sensation, not the weight of the load transferred from one element to the next. The work “Between Art and Contemplation – Museum Architecture as a Resonance Space” examines this atmosphere of space as well as the sacred impression of buildings. The aim is to relate this to a physical localization of being, which in the secularized age increasingly finds a home in museum buildings. The network of relationships is being examined – between the material and the immaterial, the human and the inorganic, art and space. The investigation of the aesthetic inclusion of humans through works of art – enhanced by the museum space – ultimately culminates in a design that envisions an extension for the Dom Museum in Vienna. The existing structure of an automated parking garage at Vienna‘s Stephansplatz is being repurposed as a display storage facility. Temporary exhibition spaces, conservation workshops, and a fully automated storage facility make visible the entire process required to ensure that a work of art can be experienced in a resonant way.The complexity of the existing structure is carried forward in this conversion with architectural restraint and, at the same time, spatial intensity. It demonstrates what architecture can be, even when its context changes. At the same time, it reveals how humans are always in relation to what already exists – whether human typologies overlap or automated systems are at play. Architecture is capable of uniting these apparent counterpoints to then find its resonant place within the structure.
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