Pommer, M. J. (2026). Vom Arbeiterwohnhaus zum Denkmal: Die Entwicklung und energetische Zukunft der Meyer‘schen Häuser in Leipzig [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.131751
Meyer'sche Häuser; Energetische Sanierung; Sozialwohnungen; städtebauliche Entwicklung; Dekarbonisierung des Bestands
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Meyer'sche Häuser; Thermo-energetic refurbishment; Social Housing; urban development; decarbonizing the building stock
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Abstract:
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung sowie die energetischen Zukunftspotenziale der Meyer’schen Häuser in Leipzig. Die Wohnanlagen entstanden ab dem späten 19. Jahrhundert im Kontext der sozialen Wohnungsfrage und stellen ein frühes Beispiel für institutionell organisiertem sozialem Wohnungsbau dar. Mit der Gründung des „Vereins zur Erbauung billiger Wohnungen“ reagierte Hermann Julius Meyer auf prekäre Wohnverhältnisse schuf ein Modell, das hygienische, soziale und wirtschaftliche Aspekte miteinander verbindet. Die Meyer’schen Häuser sind heute denkmalgeschützt und stehen exemplarisch für die langfristige Wirksamkeit gemeinnütziger Wohnbaukonzepte.Vor dem Hintergrund der aktuellen klimapolitischen Herausforderungen stellt sich die Frage, inwiefern der historisch gewachsene Bestand energetisch weiterentwickelt werden kann, ohne denkmalpflegerische Qualitäten zu beeinträchtigen. Die Arbeit verbindet bauhistorische Analyse, Bestandserhebung und energetische Potenzialbewertung.Im ersten Teil werden die regulatorischen und sozialen Rahmenbedingungen des europäischen Wohnungsbaus des 19. Jahrhunderts untersucht und in Beziehung zur Entstehung der Meyer’schen Häuser gesetzt. Der zweite Teil analysiert die bauliche Entwicklung der Fallstudie in Leipzig-Kleinzschocher, einschließlich der Sanierung nach der politischen Wende in der ehemaligen DDR. Der dritte Teil bewertet quantitativ energetische Optimierungsmöglichkeiten, insbesondere thermische Maßnahmen und erneuerbare Energiepotenziale.Die Ergebnisse zeigen, dass trotz Denkmalschutz substanzschonende thermische Verbesserungen möglich sind und erneuerbare Energien einen relevanten Beitrag zur zukünftigen Energieversorgung leisten können. Gleichzeitig erfordert die energetische Transformation historischer Wohnanlagen eine Abwägung zwischen Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Erhalt baulicher Identität.Die Arbeit versteht die energetische Weiterentwicklung der Meyer’schen Häuser als zeitgemäße Fortführung ihrer ursprünglichen sozialen Zielsetzung im Sinne einer nachhaltigen Bestandsentwicklung.
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This thesis examines the historical development and future energy-related potential of the Meyer’sche Häuser in Leipzig. Built in the late 19th century in response to the social housing question, these residential complexes represent an early example of institutionally organized social housing. With the founding of the “Verein zur Erbauung billiger Wohnungen,” Hermann Julius Meyer responded to precarious living conditions and developed a model that integrates hygienic, social, and economic aspects. Today, the Meyer’sche Häuser are protected as cultural heritage and exemplify the long-term effectiveness of non-profit housing concepts.Against the backdrop of current climate policy challenges, this study investigates how the historically developed building stock can be energetically improved without compromising its heritage value. The research combines historical analysis, building survey, and evaluation of energy optimization potential.The first part analyzes the regulatory and social framework of 19th-century European housing and relates it to the development of the Meyer’sche Häuser. The second part examines the structural development of the case study in Leipzig-Kleinzschocher, including its post-reunification renovation. The third part provides a quantitative evaluation of energy optimization strategies, particularly thermal improvements and renewable energy potentials.The results show that, despite heritage protection constraints, careful thermal improvements are feasible and renewable energy sources can make a significant contribution to future energy supply. At the same time, the energy transformation of historic housing requires a careful balance between climate protection, economic feasibility and the preservation of architectural identity.This thesis interprets the energetic development of the Meyer’sche Häuser as a contemporary continuation of their original social objective in the context of sustainable building stock development.
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