Zöldhegyi, A. L. (2026). Vom Altar zum Alltag - Umgang mit dem Nachkriegssystembau Seelsorgezentrum St. Franziskus [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.138941
Die Nachkriegszeit war geprägt von tiefgreifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und räumlichen Veränderungen. Sie ging mit einem Wachstum einher, das neue bauliche Losungen mit sich brachte. In diesem Kontext entstanden zahlreiche Systembauten, die durch standardisierte Bauweisen, serielle Elemente und den Einsatz neuer Konstruktionsmethoden und Materialien gekennzeichnet sind. Diese Bauweise ist besonders relevant, da sie das sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Wachstum und die Transformation der Boomjahre exemplarisch darstellt.Diese Faktoren hatten auch einen maßgeblichen Einfluss auf die Typologie des Kirchenbaus. Das zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) und die nachfolgende liturgische Bewegung führten in der römisch-katholischen Kirche zu einem veränderten sakralen Verständnis, das neue Anforderungen an die religiöse Architektur und Kunst stellte. Die Kirchenarchitektur versuchte, auf die vielseitigen Bedürfnisse der Nachkriegszeit zu reagieren, und spiegelte dabei gleichzeitig den tiefgreifenden Wertewandel der Gesellschaft wider. Heute stehen viele Kirchenbauten vor erheblichen Herausforderungen. Demografischer Wandel, veränderte gesellschaftliche Bedürfnisse, der Rückgang aktiver Pfarrgemeinden sowie Priestermangel fuhren zunehmend dazu, dass Gebäude ungenutzt bleiben und es somit letztendlich zu Leerstanden und sogar zu Abrissen kommt. Wenn es um die Priorisierung bezüglich Erhaltung geht, haben Nachkriegskirchen aufgrund ihrer oft wenig akzeptierten Ästhetik geringere Chancen.1Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Gebäudekomplex des Seelsorgezentrums St. Franziskus in Braunau am Inn die in diese Kategorie fallt und mit diesen Problemen zu kämpfen hat. Das als Systembau konzipierte Gebäude wurde 1976 nach Plänen von Eberhard Jodlbauer, Franco Fonatti und Wolfdietrich Ziesel fertiggestellt. Aufgrund eines angekündigten Managementplans zur städtebaulichen Aufwertung des Umfeldes sowie des sanierungs- und transformationsbedürftigen Zustands des Gebäudes gewinnt der Fall besondere Aktualität. Ziel ist es, auf Grundlage einer denkmalpflegerischen Analyse und unter Respektierung des bauzeitlichen Bestands, der angewandten Planungsprinzipien und der vorhandenen Bauaufgabe nachhaltige und zukunftsfähige Perspektiven und ein behutsames Weiterentwicklungskonzept zu erarbeiten.Diese Diplomarbeit entstand im Rahmen des interdisziplinaren Themendiploms Erhalten & Fortschreiben - Umgang mit Systembauten der 1960er und 1970er Jahre. Den Arbeiten ist ein Sammelband mit Beitragen aller Teilnehmer:innen des Diplomseminars vorangestellt. Dieser behandelt allgemeine und für alle Arbeiten relevante Aspekte im Zusammenhang mit Systembauten der spaten Nachkriegsmoderne.Zwischen sakral und profan: Umnutzung von Kirchen der Nachkriegsmoderne (Weimar: Bauhaus Universitätsverlag, 2023), 9.
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The post-war period was marked by significant social, economic and spatial changes. This was accompanied by growth, that brought new construction solutions. In this context, numerous system-built designs were developed, characterised by standardised construction methods and serial elements and often the use of new techniques and materials. This type of construction is particularly relevant as it exemplifies the socio-economic growth and transformation that occurred during those boom years.These factors also had a significant influence on the typology of church buildings. The Second Vatican Council (1962-1965) and the subsequent liturgical movement led to an altered understanding of the ideology of the Roman Catholic Church, placing new demands on religious art and architecture. The latter attempted to respond to the diverse needs of the post-war period, while at the same time reflecting the profound change of values in society. Today, many church buildings face considerable challenges. Demographic change, evolving social needs, the decline in the number of active parishes and a shortage of priests have increasingly been leading to unused church buildings which ultimately result in churches being abandoned and even demolished. When it comes to prioritising preservation, post-war churches have less chance of survival given that their aesthetic appearance is often less appreciated.1This thesis deals with the building complex of the St. Franziskus parish church in Braunau am Inn, which falls into this category and is struggling with similar problems. The building, designed as a system-built construction, was completed in 1976 according to the plans of Eberhard Jodlbauer, Franco Fonatti and Wolfdietrich Ziesel. The case is particularly illustrative due to an announced development plan of the surrounding area and the current condition of the building, which is in need of renovation and conversion. The aim is to develop sustainable options for a cautious redevelopment concept based on a heritage conservation analysis, while respecting the existing structure, the applied planning principles and the building typology.This diploma thesis was written as part of the interdisciplinary thematic diploma course Preservation & Updating - Dealing with system buildings of the 1960s and 1970s. The theses are preceded by an anthology containing contributions from all participants in the diploma seminar. This anthology addresses general aspects relevant to all the theses in relation to system buildings of the late post-war modernist period.1Hanna Weber, Zwischen sakral und profan: Umnutzung von Kirchen der Nachkriegsmoderne (Weimar: Bauhaus Universitätsverlag, 2023), 9.
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Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers