Nhan, T.-M. (2026). Offenes Lernen. Neubau einer Sportmittelschule in Wien [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.141900
„Vieles wird Offener Unterricht genannt, was gar keiner ist“, sagt Agnieszka Czejkowska, Bildungswissenschaftlerin aus Graz. Aus architektonischer Sicht benötigt es einen durchdachten und durchgängigen Raum, in der die Form des Offenen Lernens überhaupt erst seine Entfaltung finden kann. Eine weitere wesentliche Voraussetzung stellen personelle Ressourcen für die Vorbereitung und Umsetzung spezifischer Lehrmethoden und -inhalten des Offenen Lernens dar. In traditionellen Gangschulen ist eine Umsetzung bzw. Umwidmung von Frontalunterricht zu Offenem Lernen nicht möglich. Die statische Anordnung von Klassenzimmern verhindert die Schaffung eines kreativen Raumes. Lernräume müssen unterschiedliche Anforderungen an Ganztag, Inklusion, aber auch Digitalisierung erfüllen, welche durch veraltete Raumkonstellationen wie bspw. der „Klassenraum-Flur-Schule“ erschwert wird. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen ergibt sich die Notwendigkeit, sowohl die pädagogischen als auch die räumlich-architektonische Ausgestaltung des Offenen Lernens systematisch zu untersuchen. Die methodische Untersuchung basiert auf der Analyse reformpädagogischer Konzepte sowie internationaler Referenzbeispiele, um Parameter für eine moderne Schularchitektur zu definieren. Dabei wird der Raum als aktives pädagogisches Werkzeug verstanden, das flexible Lernlandschaften und die Integration von Freiräumen ermöglicht. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse wird ein architektonischer Entwurf für den Standort Wien, im 14. Bezirk, entwickelt. Dieser umfasst den Neubau einer Sportmittelschule sowie deren Verbindung mit der bestehenden Offenen Volksschule Hadersdorf. Der Entwurf demonstriert durch flexible Raumorganisation, die Auflösung starrer Erschließungsstrukturen und die nahtlose Anbindung der Außenräume als pädagogisch nutzbare Lernlandschaften, wie eine Architektur entsteht, die selbstgesteuertes Lernen aktiv unterstützt und als kohärenter Bildungsstandort modernen Anforderungen gerecht wird.
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“A lot of things are called Open Learning that aren’t actually Open Learning at all,” says Agnieszka Czejkowska, an educational scientist from Graz. From an architectural perspective, a well-designed and cohesive space is required in which the concept of Open Learning can be developed. Another key requirement is the availability of human resources for the preparation and implementation of specific teaching methods and content associated with Open Learning. In traditional school buildings, a methodological transition from frontal teaching to Open learning is not possible due to the static layout of classrooms, which prevents the creation of creative learning environments. Learning spaces must meet a range of requirements relating to all-day schooling, inclusion and digitalisation, which is made more difficult by outdated spatial configurations such as the “classroom-corridor school.” Based on these challenges, there is a need to systematically examine both the pedagogical and the spatial-architectural aspects of Open Learning. This methodological study is based on an analysis of progressive educational concepts and international case studies, with the aim of defining requirements for modern school architecture. In this context, architectural space represents an active educational tool that supports flexible learning environments and the integration of open spaces. Based on the findings of the study, an architectural design is developed for a site in Vienna’s 14th district. The concept includes the construction of a new building for a sports middle school and its connection to the existing Open Primary School Hadersdorf. The design demonstrates how architecture can actively support self-directed learning and fulfill the contemporary requirements of a modern educational site through its flexible spatial concept, the dissolution of rigid circulation structures, and the seamless integration of outdoor areas as pedagogically usable learning landscapes.
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