Oechsner, P. (2026). „Vom Leben und Hackln im Grätzl“ - Das Ottakringer Brauereiquartier als Urbanes Mischgebiet [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.126961
E260 - Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen
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Date (published):
2026
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Number of Pages:
211
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Keywords:
Produktive Stadt; Wien Ottakring; Quartiersentwicklung
de
Productive City; Vienna Ottakring; Neighborhood development
en
Abstract:
Zeitgenössische Stadtentwicklung steht vor der Herausforderung, monofunktionale Strukturen zu überwinden und resiliente, nutzungsgemischte Quartiere zu schaffen. Die vorliegende Diplomarbeit untersucht, wie durch die gezielte Transformation innerstädtischer Industrieareale ein nachhaltiger Mehrwert für die Stadtentwicklung generiert werden kann – am konkreten Beispiel des Ottakringer Brauereiareals im 16. Wiener Gemeindebezirk.Als planerischer Ausgangspunkt dienen das Stadtentwicklungskonzept STEK 2019, welches das Brauereiareal als Potenzialraum für ein „Gewerbliches Mischgebiet“ ausgewiesen hat, sowie der Wien-Plan 2035 als aktuelles städtebauliches Leitbild Wiens. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie kann durch die Transformation des Ottakringer Brauereiareals ein Mehrwert für die Wiener Quartiersentwicklung und das Brauereigrätzl geschaffen werden? Die Arbeit gliedert sich in eine Kontextanalyse des Quartiers entlang der acht Handlungsfelder des Wien-Plans 2035, eine Konzeptfindungsphase mit vergleichender Gegenüberstellung von Akteur*innenperspektiven und typologischen Varianten sowie einen abschließenden städtebaulichen Gesamtentwurf.Die Analyse zeigt, dass die bestehende Widmungskategorie der „Rosa Zone“ in ihrer derzeitigen Ausprägung als unzureichend für die komplexen Anforderungen zeitgemäßer Quartiersentwicklung zu bewerten ist. Der entwickelte Entwurf schlägt daher eine Weiterentwicklung zur „Bunten Zone“, einem „Urbanen Mischgebiet“ vor – einem synergetisch vernetzten Produktionsquartier, das Wohnen, kleinteiliges Gewerbe, urbane Produktion, Bildung, Kultur und klimaresiliente Freiräume koexistierend verbindet. Das Konzept integriert ein symbiotisches Energie-, Mobilitäts- und Ressourcen-Sharing-System sowie innovative Baumaterialien auf Myzeliumbasis und denkt eine schrittweise Transformation unter laufendem Brauereibetrieb als realisierbares Prozessdesign mit.Der Entwurf entfaltet seinen Mehrwert über mehrere Maßstabsebenen: Im Grätzl entsteht eine alltagsnahe Infrastruktur für Reparatur, Materialvermittlung und Wissensaustausch. Auf Quartiersebene werden Stoffströme in lokale Kreisläufe überführt und quartiersinterne Wertschöpfung generiert. Auf Bezirks- und Stadtebene entstehen neue Anknüpfungspunkte für klein- und mittelständische Betriebe und ein übertragbares Modell für dezentrale, zirkuläre Stadtentwicklung.Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das „Urbane Mischgebiet“ nicht als statisches Planungsinstrument, sondern als dynamisches, sich selbst verstärkendes urbanes System zu verstehen ist – und plädiert für die Etablierung der „Bunten Zone“ als eigenständige Widmungskategorie und strategisches Entwicklungsleitbild für Wien.
de
Contemporary urban development faces the challenge of overcoming monofunctional structures and creating resilient, mixed-use neighborhoods. This diploma thesis examines how the targeted transformation of inner-city industrial sites can generate sustainable added value for urban development, using the Ottakringer Brewery site in Vienna‘s 16th district as a concrete case study.The planning point of departure is the urban development concept STEK 2019, which designated the brewery site as a potential area for a „commercial mixed-use zone“, alongside the Wien-Plan 2035 as Vienna‘s current strategic urban development framework. The central research question is: How can the transformation of the Ottakringer Brewery site create added value for Vienna‘s urban and neighborhood development?The thesis follows a multi-stage methodology: a spatial context analysis of the quarter structured along the eight action areas of the Wien-Plan 2035, a concept development phase comparatively evaluating stakeholder perspectives and typological variants, and a concluding urban design proposal.The analysis finds that the existing „Pink Zone“ zoning category is insufficient for the complex demands of contemporary neighborhood development. The proposed design therefore advances this category into a „Colourful Zone“ or „Urban Mixed-Use District“ — a synergetically networked productive quarter that brings together housing, small-scale commerce, urban production, education, culture and climate-resilient open spaces in co-existence. The concept integrates a symbiotic energy, mobility and resource-sharing system alongside innovative mycelium-based construction materials, while treating a phased transformation under continued brewery operation as a viable process design.The design generates value across multiple scales: at the neighborhood level, it establishes accessible infrastructure for repair, material exchange and knowledge sharing; at the quarter level, material flows are redirected into local cycles and internal value creation is stimulated; at the district and city level, new spatial anchors emerge for small and medium-sized enterprises, alongside a transferable model for decentralised, circular urban development.The thesis concludes that the Urban Mixed-Use District should be understood not as a static planning instrument but as a dynamic, self-reinforcing urban system — and argues for the establishment of the „Colourful Zone“ as an independent zoning category and strategic development framework for Vienna.
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