Marold, A. A. (2026). Licht - Raum - Aktion. Ein Ausstellungsgebäude für performative Künste [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.123706
Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen von Licht, Raum und Aktion als grundlegende Entwurfsparameter und kontextualisiert diese in einem Entwurf eines Ausstellungsgebäudes für performative Künste, welches sich zwischen den Arealen Nordwest- und Nordbahnhof verortet. Ausgangspunkt dieser Arbeit bildet die Annahme, dass Architektur nicht lediglich als ein statisches oder räumliches Konzept verstanden werden kann, sondern als ein Gefüge aus zu Grunde liegenden, miteinander in Wechselwirkung tretenden Bedingungen wie Lichtverhältnissen, räumlichen Dimensionen und der Beziehung zwischen Performance und Publikum (welche durch Wahrnehmung und Handlung gleichermaßen beeinflusst wird) entwickelt werden kann. Tageslicht fungiert in der Entwurfsarbeit als raumbildender Parameter, welcher Räume entstehen lässt, ordnet und durch unterschiedliche Lichtstimmungen atmosphärisch auflädt. Unterschiedliche Lichtverhältnisse und Betrachtungsebenen lassen so differenzierte Raumtypen für Ausstellungs- und Performanceräume entstehen. Aus der vorangegangenen theoretischen Auseinandersetzung und den daraus abgeleiteten Erkenntnissen und Entwurfskriterien ergeben sich konkrete räumliche Anforderungen in Bezug auf Raumhöhen, -dimensionen sowie Öffnungs-, Belichtungs- und Anordnungsarten.Die Auseinandersetzung mit der Aktionskunst erweitert diese Überlegungen um die Dimension der Handlung. Daraus leiten sich Anforderungen an Raumstrukturen und räumliche Konfigurationen ab, die sowohl die Durchführung künstlerischer Aktionen als auch deren Rezeption ermöglichen. Architektur bildet dabei den räumlichen Rahmen dieser Inhalte, welcher Blickbeziehungen steuert und unterschiedliche Formen der Interaktion zwischen Akteur:innen, Betrachtenden und Teilnehmenden zulässt und transformiert so den klassischen Ausstellungsraum in einen aktiven Handlungs- und Erlebnisraum. In der theoretischen Auseinandersetzung dieser Arbeit wird der Umgang mit Tageslicht zunächst in seinen physikalischen sowie wahrnehmungsbezogenen Eigenschaften aufgearbeitet, um etwaige Auswirkungen auf die räumliche Erfahrung zu verstehen. Darauf aufbauend erfolgt eine Untersuchung ausgewählter Referenzobjekte in denen besonders die räumliche Struktur und Organisation sowie die Wegführung und der Umgang mit der Belichtung durch Tageslicht in einem musealen Kontext aufgezeigt werden. Diese Beispiele sollen verdeutlichen wie stark die Erfahrbarkeit von Architektur mittels Strategien wie Lichtinszenierung geprägt und durch deren gezielte Setzung räumlich ablesbar gemacht werden kann. Parallel dazu werden diese Erkenntnisse ausgewählten Arbeiten der Aktionskunst entgegengestellt, insbesondere im Hinblick auf die Verschiebung der reinen Betrachtung hin zur aktiven Teilnahme. Die wechselhafte Beziehung zwischen Akteur:innen, Raum und Publikum wird dabei als Dynamik verstanden in dem Grenzen zwischen Handlungs- und Zuschauerraum thematisiert werden. Ein weiterer Bestandteil der Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit dem Bauplatz und dessen städtischer Identität. Auf der Analyse von örtlichen Gegebenheiten und Entwicklungen wird somit eine Grundlage für den Entwurf geschaffen, welcher den Ort als bereits aktiven Raum versteht und die (zukünftigen) Bewohnenden zur Teilnahme einlädt. Dabei entstehen unterschiedliche Raumsituationen, die durch ihren Tageslichtbezug konkret die Gesamtstruktur des Gebäudes vorgeben und somit die Entwurfslogik des Ausstellungsgebäudes bilden. Die Grundstruktur der Ausstellungsräume, welche aus ineinander verschränkten „Lichträumen“ entstanden ist, in Kombination mit einer nach innen gerichteten Performancehalle bildet somit einen Ort, der auf die Bedürfnisse von künstlerischen Performances sowie die Präsentation ihrer materiellen Dokumentationsobjekte durch seine Struktur aktiv eingehen kann. Diese Arbeit zeigt, dass Architektur in diesem Kontext nicht als Hintergrund, sondern als aktiver Bestandteil des künstlerischen Geschehens verstanden werden muss. Raum geht dabei auf Kunst ein, indem er deren Wahrnehmung strukturiert, ihre Ausführung ermöglicht und unterschiedliche Formen der Interaktion räumlich organisiert. Licht, Raum und Aktion werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als ein räumlich erfahrbares Zusammenspiel verstanden.
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This diploma thesis examines the interrelations between light, space and action as fundamental design parameters and contextualizes them within the design of an exhibition building for performative arts, situated between the Nordwestbahnhof and Nordbahnhof areas. The starting point of this work is the assumption that architecture cannot merely be understood as a static or spatial concept, but rather can be developed as a framework of underlying conditions interacting with one another, such as lighting conditions, spatial dimensions and the relationship between performance and audience (which is equally influenced by perception and action). In the design process, daylight functions as a space-forming parameter that generates and organizes spaces while atmospherically charging them through different lighting moods. Different lighting conditions and levels of perception thus create differentiated spatial typologies for exhibition and performance spaces. From the preceding theoretical investigation and the resulting findings and design criteria, concrete spatial requirements emerge regarding room heights, dimensions, as well as forms of openings, lighting and spatial arrangements.The engagement with performance art expands these considerations through the dimension of action. From this, requirements for spatial structures and spatial configurations are derived that enable both the execution of artistic actions and their reception. Architecture thereby forms the spatial framework for these contents, steering visual relationships and allowing different forms of interaction between performers, viewers and participants, thus transforming the classical exhibition space into an active space of action and experience.Within the theoretical investigation of this thesis, the handling of daylight is first examined in terms of its physical and perceptual properties in order to understand its effects on spatial experience. Building upon this, selected reference projects are analyzed, particularly with regard to their spatial structure and organization, circulation, and the use of daylight within a museum context. These examples are intended to demonstrate how strongly the experience of architecture can be shaped through strategies such as the staging of light and how spatial qualities can be made legible through their deliberate placement. In parallel, these findings are contrasted with selected works of performance art, particularly concerning the shift from passive observation toward active participation. The changing relationship between performers, space and audience is thereby understood as a dynamic in which the boundaries between spaces of action and spectatorship are negotiated. Another component of this thesis is the examination of the site and its urban identity. Based on the analysis of local conditions and developments, a foundation for the design is established that understands the site as an already active space and invites its (future) inhabitants to participate.Different spatial situations emerge from this process, whose relationship to daylight concretely defines the overall structure of the building and thereby forms the design logic of the exhibition building. The basic structure of the exhibition spaces, developed from interwoven “light spaces,” in combination with an inward-oriented performance hall, creates a place that can actively respond through its structure to the needs of artistic performances as well as to the presentation of their material documentation objects.This thesis demonstrates that, within this context, architecture must not be understood as a background element, but rather as an active component of the artistic event. Space responds to art by structuring its perception, enabling its execution and spatially organizing different forms of interaction. Light, space and action are therefore not considered in isolation, but understood as a spatially perceptible interplay.
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