Hristova, I. V. (2026). A different Approach for Schrödingerplatz. Bestand als wertvolle Ressource [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.139381
Bestandserhalt; Nachkriegsmoderne; Kreislaufwirtschaft; Graue Energie; Bauen im Bestand; Stadtentwicklung
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Adaptive Reuse; Post-war Modernism; Circular Economy; Embodied Energy; Building within Existing Structures; Urban Development
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Abstract:
Im globalen Kontext gewinnen die Herausforderungen des Klima-wandels, der Ressourcenknappheit und des Flächenmangels zunehmend an Bedeutung. Mit einem Anteil von rund 37% (UNEP 2022, S.37) an den weltweiten CO2-Emissionen besitzt insbesondere die Bauindustrie einen entscheidenden Hebel zur Veränderung. Weltweit beträgt die Schätzung der Gebäudebestand als Geschossfläche ca. 260 Milliarden m2. (UNEP 2025, S.23) Enorme Mengen an Energie und wertvolle Ressourcen fließen in dem Bau von Gebäuden, um nur nach wenigen Jahrzehnten auf der Deponie zu landen. Diese Herangehensweise braucht ein Umdenken und eine kreative Auseinandersetzung mit dem Gebäudebestand. In der heutigen Zeit kann der Erhalt von Bestandsstrukturen nicht mehr auf selektives „Cherry Picking“ reduziert werden.Die Bestandsbauten der Nachkriegsarchitektur aus den 1960er- und 1970er-Jahren werden häufig als ungeliebtes Erbe betrachtet. Im Vergleich zur Gründerzeitarchitektur und zu den Biedermeierhäusern ist ihre Ästhetik stark vom Ausdruck der Konstruktion und Funktion geprägt und wurde durch die damals neuen Materialien und Bautechniken beeinflusst. Während diese gestalterische Klarheit und Nüchternheit bei vielen Fachleuten auf großes Interesse stößt, wird sie in der breiten Öffentlichkeit oft eher negativ wahrgenommen. Viele dieser Gebäude entstanden noch vor der Ölkrise von 1973, in einer Zeit, in der Energieverbrauch kaum berücksichtigt und bauphysikalische Erkenntnisse erst später systematisch entwickelt wurden. Deshalb erfüllen viele dieser Bauten die heutigen energetischen und bauphysikalischen Anforderungen nicht. Eine umweltbewusste Herangehensweise sollte die Herausforderungen der Weiternutzung dieser Baustrukturen nicht als Probleme, sondern als Potenziale begreifen.Ein Beispiel für Nachkriegsarchitektur in Wien und das einzige Amtshaus aus dieser Epoche ist das Bezirkszentrum in Kagran am Schrödingerplatz. Das Gebäude wurde 1970 von den Architekten Heinrich Mathá, Karl Leber, August Kremnitzer und Gottfied Fickl entworfen. Das Gebäudeensemble ist Teil der polyzentrischen Stadtplanung von Roland Reiner, die die Errichtung von Subzentren in den Außenbezirken Wiens vorsah und besitzt dadurch auch einen historischen Wert.Nach nur 55 Jahren wurde das Bezirkszentrum für den Abriss vorgesehen. Das Gebäude soll durch ein „neues, klimafittes Stadtquartier mit leistbarem Wohnraum“ ersetzt werden. (MeinBezirk 2022)Wie können architektonische und räumliche Qualitäten eines Bestandsbaus aus der Nachkriegszeit mit einem ergänzenden Neubau verbunden und dadurch vervielfacht werden?Die vorliegende Arbeit entfaltet eine andere Herangehensweise, die ein Szenario darstellt, das den Nachkriegsbau erhält, seine Potentiale und Qualitäten erkennt und weiterentwickelt. Als Ergebnis soll ein identitätsstiftender Kulturbau als Erweiterung des Bestands entstehen, um das Kulturangebot in der Umgebung zu erweitern und Synergien zu schaffen. Der benötigte Wohnraum wird durch ein neu errichtetes Hochhaus-Ensemble gewährleistet. Ziel ist es, durch kreative Lösungen einen Mehrwert zu generieren, Bestandsgebäuden als wertvolle Ressource zu betrachten und den Abriss nicht als einzige Lösung zu begreifen. Adaptieren, erweitern, ergänzen und aufwerten, statt demolieren ermöglicht erstaunliche Transformationen.
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AbstractIn a global context, the challenges of climate change, resource scar-city, and land shortage are becoming increasingly significant. With a share of around 37% of global CO2 emissions (UNEP 2022, p. 37), the construction industry in particular holds a decisive lever for change. Worldwide, the total building stock is estimated at approximate-ly 260 billion square meters of floor area (UNEP 2025, p. 23). Enormous amounts of energy and valuable resources are invested in the construction of buildings - only for many of them to end up in landfills after just a few decades. This approach calls for a fun-damental shift in thinking and creative engagement with the existing building stock. Today, the preservation of existing structures can no longer be reduced to selective “cherry-picking”.Post-war buildings from the 1960s and 1970s are often regarded as unloved heritage. In contrast to Gründerzeit architecture and Biedermeier houses, their aesthetic is strongly shaped by the expression of structure and function and influenced by the materials and construction techniques that were innovative at the time. While this formal clarity and sobriety are highly appreciated by many professionals, they are often perceived more critically by the general public. Many of these buildings were constructed before the oil crisis of 1973, in a period when energy consumption was hardly considered and building physics was not yet systematically developed. As a result, many of these structures no longer meet today‘s energetic and building performance standards. One example of post-war architecture in Vienna - and the only muni-cipal office building from this era- is the district center in Kagran at Schrödingerplatz. The building was designed in 1970 by the architects Heinrich Matha, Karl Leber, August Kremitzer und Gottfried Fickl. The ensemble forms part of Roland Rainer‘s polycentric urban planning concept, which envisioned the creation of subcenters in Vienna‘s outer districts, and therefore also holds historical significance. After only 55 years, the district center has been designa-ted for demolition. It is to be replaced by a “new, climate-resilient urban quarter with affordable housing.” (MeinBezirk 2022) How can the architectural and spatial qualities of a post-war building be combined with a complementary new structure and thereby multiplied?This thesis proposes an alternative approach, presenting a scenario that preserves the post- war building, recognizes its potentials and qualities, and further develops them. The result is conceived as an identity-forming cultural building as an extension of the existing structure, expanding the cultural offerings of the area and creating synergies. The required housing is provided through a newly cons-tructed high-ride ensemble. The aim is to generate added value through creative solutions, to regard existing buildings as a valuable resource, and to challenge the notion of demolition as the only viable solution. Adapting, extending, complementing, and upgra-ding instead of demolishing enables remarkable transformations. An environmentally conscious approach should therefore view the challenges of reusing these structures as problems, but rather as opportunities.
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