Hämmerle, J. (2026). Wohnen im Einfamilienhaus – Zukunftsstrategien für bestehende Wohnstrukturen in Dornbirn, Vorarlberg [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.142680
Single Family Home; Vorarlberg; Single Family House
en
Abstract:
Das Einfamilienhaus prägt bis heute große Teile des Siedlungsraums Vorarlbergsund gilt nach wie vor als gesellschaftliches Idealbild des Wohnens. Besonders im Rheintal entwickelte sich das freistehende Einfamilienhaus im Laufe des 20. Jahrhunderts zur dominierenden Wohnform und trug wesentlich zur Zersiedelung der Landschaft sowie zu einem hohen Boden- und Ressourcenverbrauch bei. Gleichzeitig entsprechen viele bestehende Häuser aufgrund gesellschaftlicher und demografischer Veränderungen heute nur noch eingeschränkt den aktuellen Wohnrealitäten. Ziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung des Einfamilienhauses sowie dessen räumliche, soziale und ökologische Auswirkungen kritisch zu untersuchen und daraus Zukunftsstrategien für bestehende Einfamilienhausstrukturen in Dornbirn abzuleiten. Neben der historischen und theoretischen Auseinandersetzung mit dem Einfamilienhauswerden aktuelle Herausforderungen des Wohnens in Vorarlberg sowie räumliche Entwicklungen in Dornbirn untersucht. Im Zentrum der Arbeit steht die Wohnstraße Steinacker in Dornbirn als Beispiel einer gewachsenen Einfamilienhaussiedlung. Durch die Analyse der räumlichen Struktur, der historischen Entwicklung sowie qualitativer Interviews mit den Bewohner*innen werden bestehende Qualitäten, Probleme und Potenziale der Siedlung untersucht. Dabei zeigt sich einerseits eine starke Identifikation der Bewohner*innen mit dem Haus und der Nachbarschaft, andererseits werden strukturelle Herausforderungen sichtbar: Einige Häuser werden nur von einzelnen Personen bewohnt, sind wenig anpassungsfähig an veränderte Lebenssituationen und mit einem hohen Flächenverbrauch verbunden. Gleichzeitig steht die Stadt Dornbirn vor der Herausforderung, bestehende Siedlungsgebiete nachhaltiger weiterzuentwickeln, Innenverdichtung zu ermöglichen und neue räumliche Schwerpunkte innerhalb der Wohnquartiere zu schaffen. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelt die Arbeit architektonische und raumplanerische Konzepte für die Wohnstraße Steinacker sowie für die Transformation eines bestehenden Hauses. Untersucht werden Möglichkeiten der Nachverdichtung und der Integration neuer Wohnkonzepte in bestehende Strukturen. Die Arbeit versteht bestehende Einfamilienhaussiedlungen nicht als abgeschlossene Strukturen, sondern als wandelbare Wohnräume, deren räumliche und soziale Potenziale unterveränderten gesellschaftlichen Bedingungen neu interpretiert werden können.
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The single-family house continues to shape large parts of the settlement structure of Vorarlberg and is still regarded as a social ideal of living. Particularly in the Rhine Valley,the detached single-family house developed into the dominant form of housing during the twentieth century and contributed significantly to urban sprawl as well as to high land and resource consumption. At the same time, many existing houses no longer adequately correspond to contemporary living realities due to social and demographic changes.The aim of this thesis is to critically examine the development of the single-family house and its spatial, social, and ecological impacts, and to derive future strategies for existing single-family housing structures in Dornbirn.In addition to the historical and theoretical examination of the single-family house,current housing challenges in Vorarlberg as well as spatial developments in Dornbirn are investigated. At the center of the thesis is the residential street Steinacker in Dornbirn, examined as an example of an established single-family housing settlement.Through the analysis of the spatial structure, the historical development, and qualitative interviews with residents, existing qualities, problems, and potentials ofthe settlement are explored. On the one hand, a strong identification of the residents with their houses and the neighborhood becomes evident; on the other hand, structural challenges become visible: some houses are occupied by only a single person,are insufficiently adaptable to changing living situations, and are associated with high land consumption. At the same time, the city of Dornbirn is faced with the challenge of developing existing residential areas in a more sustainable way, enabling innerdensification, and creating new spatial focal points within residential neighborhoods.Based on these findings, the thesis develops architectural and spatial planning concepts for the residential street Steinacker as well as for the transformation of an existinghouse. Possibilities for densification and the integration of new housing conceptsin to existing structures are examined. The thesis does not understand existing single-family housing settlements as static structures, but rather as adaptable living environments whose spatial and social potentials can be reinterpreted under changing societal conditions.
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