Möller, E. A. V. (2026). Bedürfnisse und Teilhabe junger Menschen im öffentlichen Raum. Eine co-kreative Intervention in der Stadt Salzburg [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.127146
Needs and Participation and of Young People in Public Spaces. A Co-Creative Intervention in the City of Salzburg
en
Abstract:
Der öffentliche Raum und dessen Nutzung müssen als Spiegel der Gesellschaft stetig neu verhandelt werden, um mit dem Wandel der Gesellschaft und ihrer Werte einherzugehen und ein gerecht verteiltes und zeitgemäßes Gut zu bleiben, oder zu werden. Für eine gerechte Diskussion über unterschiedliche, teils widersprüchliche Interessen, sind fair verteilte Mitspracherechte unverzichtbar. Allerdings wird vulnerablen Gruppen, wie Jugendlichen, der Zugang zur Mitbestimmung erschwert, da diese häufig über geringes ökonomisches und soziales Kapital verfügen. Gerade diese Menschen sind aber oft beson-ders auf qualitätsvolle, öffentliche Räume angewiesen.In Salzburg Stadt kommt erschwerend hinzu, dass die Stadt wirtschaftlich vom Tourismus abhängig ist, der angezogen wird von dem selbst geschaffenen, weit in der Vergangenheit verankerten Bild einer pittoresken, altertümlichen Stadt mit historischen Fassaden und repräsentativen Plätzen, geprägt durch Festspiele und Mozart. Ein gewisser Konservatismus und das Kuratieren des öffentlichen Raums, um dieses spezielle Image aufrecht zu erhalten, prägen die Stadt. Doch viele der jungen Menschen sind in einer Lebensphase des Entdeckens, Ausprobierens und Sammelns von Sozialisationserfah-rungen besonders auf den öffentlichen Raum angewiesen. Wie sehen sie diese Thematik, wo finden sie Platz, wie nützen sie die Stadt?In dieser Arbeit werden die Bedürfnisse und Visionen der Jugendlichen in Salzburg, in Bezug auf den öffentlichen Raum ihrer Stadt, erforscht. Mittels ausführlicher Literaturrecherche zu Themen des öffentlichen Raums, vor allem in Hinblick auf Jugendliche, zu den Lebenswelten von Jugendlichen und ebenso zur Signifikanz von öffentlichem Raum und dessen jugendgerechter Gestaltung, sowie zur Jugendpartizipation und dem damit verbundenen Hüttenbau, wird der theoreti-sche Rahmen der Arbeit aufgespannt und der aktuelle Stand der themenrelevanten Forschung im Überblick dargestellt. Darauf aufbauend werden qualitative Interviews mit Jugendlichen geführt, um ein Stimmungsbild bezüglich der Freiräu-me in der Stadt Salzburg einzufangen. Durch Stadtteilbegehungen wird dieses analytisch ergänzt.Im Projektteil der Arbeit wird der partizipative stadträumliche Umsetzungsprozess thematisiert und ausführlich darge-stellt: Ausgehend von dem in der partizipativen Jugendarbeit beliebten Hüttenbau werden durch die „Zerlegung “ der Hütte und dem Experimentieren mit deren Bausteinen temporäre Räume neu geschaffen. So können die Jugendlichen direkt im öffentlichen Raum sichtbar machen, welche Orte sie im Hinblick auf Funktionen, deren Verdichtung und räumliche Qualitäten brauchen. Aufbauend darauf wird einerseits erörtert, was durch die entstandenen Räume nicht abgedeckt werden konnte und welche weiterführenden möglichen Lösungsansätze es dafür gäbe. Andererseits werden die durch die Raumexperimente hervorgerufenen Reaktionen analysiert, sowohl die Reaktionen der beteiligten Jugendli-chen als auch jene von unbeteiligten Passanten.Durch diesen praxisorientierten Forschungsansatz soll eine fachlich fundierte Grundlage für zukünftige, bedarfsorientierte und zugleich innovative Stadtraumnutzungen und -entwicklungen erarbeitet werden.
de
As a reflection of society, public space and its utilisation must be evaluated constantly in order to adjust to the society’s ever-changing values and ensure its fair and contemporary use.An equal right to have a say is vital for a fair discussion dealing with various, sometimes conflicting interests. However, a deficiency in economic and social capital often prevents vulnerable groups, like the youth, from participating, even though frequently these groups are especially reliant on appropriate public spaces.The situation in Salzburg is aggravated due to its economic dependency on tourism, which is attracted by the city’s self-manufactured archaic image of a picturesque, old-timey city with historic facades and representative squares, influenced by the Salzburg Festival and Mozart. Thus, the city displays a certain conservatism and eagerness for curation towards its public spaces to uphold its specific image.However, many young people are dependent on public spaces during a phase in life where exploring, experimenting and collecting socialising experiences are an important part. What is their take on this topic, where do they find their space and how do they use the city?This thesis examines the needs and visions of Salzburg’s youth concerning the city’s public space. Extensive literary research regarding the topics: public space, focusing on design and usage in Salzburg, especially concerning the youth, the every-day life of teenagers, concentrating on teenagers in Salzburg and their need for adequate public spaces, as well as youth partic-ipation and its common manifestation as the construction of a hut, builds the theoretical framework for this thesis and gives an overview of the current stage of research relevant to the matter.Subsequently the public opinion towards Salzburg’s public spaces is examined via the evaluation of interviews with the youth. Observational walks in the public space serve as an analytical addition.The practical part of this thesis addresses and depicts the realization of a participative, urban intervention extensively: Based on the construction of a hut, which became a popular theme for participatory projects amongst youth workers, said hut is being deconstructed, enabling the creation of new, temporary spaces by the teenagers, through the use of the hut’s building blocks. The creations manifest within the public space the youth’s needs in terms of function, functional density and quality of space. Subsequently the limits of the spatial interventions are analysed and possible solutions offered, followed by an examination of the reactions towards the spatial experiments by the teenagers themselves, as well as uninvolved passers-by.The results of this practice-oriented research approach can serve as a base for future demand-oriented and innovative urban uses.
en
Additional information:
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers