Magyar, N. (2026). Wirtschaftlichkeit reduzierter Schall- und Wärmeschutzanforderungen – Eine Untersuchung im Wiener Wohnbau [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.138843
Thermal insulation; Sound insulation; Residential construction; Construction costs; Economic efficiency
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Abstract:
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Wirtschaftlichkeit einer Reduktion der Schall- und Wärmeschutzanforderungen im mehrgeschossigen Wohnbau in Wien. Der Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist die in der Praxis und in der öffentlichen Diskussion häufig geäußerte Annahme, dass steigende Baukosten auf verschärfte bauphysikalische Anforderungen zurückzuführen seien. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den tatsächlichen Einfluss reduzierter Wärme- und Schallschutzanforderungen auf die Herstellkosten eines Wohngebäudes quantitativ zu bewerten. Die Untersuchung basiert auf einem Referenzprojekt des Wiener Wohnbaus, welches zu einem vereinfachten Modell mit identen Regelgeschoßen weiterentwickelt wurde. Auf dieser Grundlage wurden bauphysikalische Berechnungen zu U-Werten, sommerlicher Überwärmung, Heizwärmebedarf sowie schalltechnischen Kennwerten durchgeführt und bauwirtschaftlich analysiert. In mehreren Varianten wurde untersucht, in welchem Ausmaß sich reduzierte Dämmstärken beziehungsweise konstruktive Änderungen auf die Anforderungen gemäß OIB-Richtlinie 5 und 6 [40, 46] sowie auf die Baukosten auswirken. Die Ergebnisse zeigen, dass beim Referenzmodell sämtliche aktuellen Anforderungen an Schall- und Wärmeschutz erfüllt werden. Vor allem im Bereich des Wärmeschutzes bestehen Reduktionsspielräume, die sich aus den Berechnungen ergeben. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die maßgebliche Grenze dieser Reduktionsspielräume nicht allein durch bauteilbezogene U-Werte bestimmt wird. Vielmehr ist in diesem Zusammenhang der maximal zulässige Heizwärmebedarf zu berücksichtigen. Im Bereich des Schallschutzes zeigen reine Dämmstoffreduktionen hingegen nur eine geringe Wirkung, da die schalltechnische Qualität maßgeblich durch Masse, Konstruktion und Flankenübertragung beeinflusst wird. Erst durch weitergehende konstruktive Eingriffe lassen sich signifikante Veränderungen erzielen, wobei dabei mit Mehrkosten zu rechnen ist. Aus bauwirtschaftlicher Sicht können durch reduzierte Wärmeschutzanforderungen zwar Einsparungen erzielt werden, diese bewegen sich jedoch im niedrigen einstelligen Prozentbereich der gesamten Herstellkosten. Es können keine wirtschaftlichen Vorteile für schallschutzrelevante konstruktive Varianten nachgewiesen werden. Die vorliegende Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Wärme- und Schallschutzanforderungen im untersuchten Kontext keinen signifikanten Faktor für die Herstellkosten darstellen. Eine Reduktion dieser Anforderungen ist demnach kein geeignetes Instrument zur signifikanten Senkung der Wohnbaukosten, kann jedoch negative Auswirkungen auf die Energieeffizienz, den Nutzer_innenkomfort und die langfristige Werthaltigkeit mit sich bringen. Schlagworte: Wärmeschutz, Schallschutz, Wohnbau, Baukosten, Wirtschaftlichkeit
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This diploma thesis investigates the economic viability of reducing sound and thermal insulation requirements in multi-story residential buildings in Vienna. The starting point for this investigation is the assumption, frequently voiced in practice and public discussion, that rising construction costs are attributable to stricter building physics requirements. The objective of this work is to quantitatively assess the actual impact of reduced thermal and sound insulation requirements on the manufacturing costs of a residential building. The investigation is based on a reference project in Viennese residential construction, which was further developed into a simplified standard floor model. On this basis, building physics calculations for U-values, summer overheating, heating energy demand, and acoustic performance indicators were carried out and analyzed from a construction economics perspective. In several variants, the extent to which reduced insulation thicknesses or structural changes affect the requirements according to OIB-Guideline 5 and 6 [40, 46], as well as construction costs, was examined. The results show that the reference model meets all current requirements for sound and thermal insulation. Particularly regarding thermal insulation, there are scopes for reduction indicated by the calculations. However, it must be considered that the decisive limit for these scopes for reduction is not solely determined by component-specific U-values. Rather, the maximum permissible heating energy demand must be taken into account in this context. In the area of sound insulation, conversely, purely insulation material reductions show only a minor effect, as acoustic quality is significantly influenced by mass, construction, and flanking transmission. Significant changes can only be achieved through more extensive structural interventions, which are associated with additional costs. From a construction economics perspective, savings can be achieved through reduced thermal insulation requirements, but these are in the low single-digit percentage range of the total manufacturing costs. No economic advantages could be proven for sound insulation-relevant structural variants. This thesis concludes that thermal and sound insulation requirements do not represent a significant factor for manufacturing costs in the investigated context. Consequently, a reduction of these requirements is not a suitable instrument for significantly lowering residential construction costs, but it could have negative impacts on energy efficiency, user comfort, and long-term value retention. Keywords: Thermal insulation, sound insulation, residential construction, construction costs, economic efficiency
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