Wrba, C. (2026). Nutzungszentrierte Anforderungen an barrierefreies Umsteigen im öffentlichen Verkehr [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2026.132489
Barrierefreies Umsteigen; Nutzeranforderungen; Fokusgruppen; Anforderungskatalog; partizipative Entwicklung
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Accessible transfer; User requirements; Focus groups; Requirements catalogue; Participatory development
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Abstract:
Ein barrierefreier öffentlicher Verkehr ist eine wesentliche Voraussetzung für selbstständige und gleichberechtigte Mobilität. Davon profitieren alle Fahrgäste, insbesondere jedoch Personen mit Mobilitäts- und Sinnesbeeinträchtigungen, die beim Umsteigen nach wie vor mit baulichen, organisatorischen und informationsbezogenen Barrieren konfrontiert sind. Gerade an Verkehrsknotenpunkten entscheidet das Zusammenspiel von Infrastruktur, Informationsbereitstellung, Orientierung und digitalen Unterstützungssystemen maßgeblich darüber, ob eine Reise selbstständig und verlässlich bewältigt werden kann. Ziel dieser Diplomarbeit ist es, nutzungszentrierte Anforderungen an barrierefreie Umsteigeprozesse im österreichischen öffentlichen Verkehr zu identifizieren, bestehende Barrieren aus Sicht betroffener Personen zu analysieren und daraus praxisorientierte Handlungsempfehlungen für eine langfristige Verbesserung abzuleiten. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt. Zunächst wurden die theoretischen Grundlagen sowie der aktuelle Forschungsstand zur Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr aufgearbeitet. Anschließend wurden im Rahmen eines Expert*innenworkshops qualitative Erkenntnisse zu bestehenden Herausforderungen, Informationsbedarfen und zukünftigen Anforderungen erhoben. Ergänzend dazu wurden die Erfahrungen und Bedürfnisse von Fahrgästen des öffentlichen Verkehrs mittels einer standardisierten Online-Befragung erfasst und ausgewertet. Die Ergebnisse beider Untersuchungen wurden anschließend zusammengeführt und gemeinsam interpretiert. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere verlässliche und handlungsorientierte Echtzeitinformationen, eine bessere Vernetzung und Standardisierung von Daten und Informationssystemen sowie eine durchgängige Orientierung entlang der gesamten Wegekette zentrale Voraussetzungen für barrierefreie Umsteigeprozesse darstellen. Ebenso wesentlich sind eine verlässlich nutzbare bauliche Barrierefreiheit, personalisierbare und mehrkanalige Informationsangebote sowie realistische und an individuelle Anforderungen angepasste Umsteigezeiten. Die Untersuchung macht deutlich, dass Barrieren häufig an den Schnittstellen zwischen Zeit, Raum, Information und Infrastruktur entstehen und sich gegenseitig verstärken können. Daraus wurden sechs zentrale Handlungsfelder für die langfristige Verbesserung barrierefreier Umsteigeprozesse im österreichischen öffentlichen Verkehr abgeleitet. Ein nutzungszentrierter Ansatz, der die tatsächlichen Anforderungen und unterschiedlichen Voraussetzungen der Fahrgäste berücksichtigt, bildet dabei eine wesentliche Grundlage für eine selbstständige, verlässliche und gleichberechtigte Nutzung des öffentlichen Verkehrs.
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Accessible public transport is an essential prerequisite for independent and equal mobility. Although improvements in accessibility benefit all passengers, people with mobility and sensory impairments continue to face various barriers when transferring between different modes of transport. At transport hubs in particular, the accessibility of a journey depends not only on physical infrastructure, but also on reliable information, clear orientation and the availability of appropriate support throughout the journey. This thesis investigates user-centred requirements for accessible transfer processes in Austrian public transport, examines barriers from the perspective of affected users, and derives practical recommendations for their long-term improvement. A mixed-methods approach was used to address the research questions. The study first examines the theoretical foundations and current state of research on accessibility in public transport. Qualitative insights into current challenges, information needs and future requirements were then gathered in an expert workshop. These findings were complemented by a standardised online survey examining the experiences and needs of public transport users. The results of both empirical approaches were subsequently combined and interpreted in relation to the theoretical and legal framework. The findings indicate that accessible transfer processes depend on several interrelated factors. Reliable and actionable real-time information, better integration and standardisation of data and information systems, and continuous wayfinding throughout the journey are particularly important. In addition, accessible infrastructure needs to remain reliably usable in practice, while information should be available through multiple channels and adaptable to individual needs. Realistic transfer times and the ability to dynamically account for individual accessibility requirements are also essential for reducing time pressure and enabling independent transfers. The study shows that barriers frequently arise at the interfaces between time, space, information and infrastructure and may reinforce one another when disruptions occur. Based on these findings, six fields of action are identified for the long-term improvement of accessible transfer processes in Austrian public transport. A consistently user-centred approach is shown to be essential for ensuring that accessibility is not limited to formal or technical requirements, but results in reliable, comprehensible and independent use of public transport in everyday situations.
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